Familie, Hochsensibilität, Persönliches

Vom heimlichen Geiz: Gibst du, um eigentlich zu bekommen?

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Wie ist das mit dem (selbstlosen) Geben? Wer gerne und bereitwillig gibt, wird als großzügig, sozial angenehm, als souverän und selbstsicher wahrgenommen: „Toll, was der beiträgt! Beeindruckend, wie die sich engagiert!“ Weiterlesen „Vom heimlichen Geiz: Gibst du, um eigentlich zu bekommen?“

Familie, Hochsensibilität

Hochsensibel Eltern sein: 5 Tipps für ein glücklicheres Familienleben

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Eine hohe Empfänglichkeit für äußere und innere Reize und intensive Gefühle während ihrer Verarbeitung – so in etwa lässt sich „Hochsensibilität“ in kürzester Form definieren.

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Mit dem Kopf durch die Wand? Wie gehe ich mit Dingen um, die ich nicht ändern kann?

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Eine Freundin von mir ist eine echte Powerfrau: „Geht nicht gibt’s nicht“, könnte ihr Lebensmotto lauten. Von ihrem äußerlich eher ruhigen und zurückhaltendem Auftreten sollte man sich nicht irreführen lassen: was sie erreichen möchte, erreicht sie (meist) auch, mit Feingefühl, Diplomatie und Beharrlichkeit. Über die Jahre hat dieser Umstand ihr Selbstbild geprägt: „Wenn ich etwas nur wirklich will, dann gelingt es mir auch“, ist ihr, grundsätzlich ja durchaus hilfreicher und positiver, Glaubenssatz. 

Was nicht passt, wird passend gemacht?

Was aber, wenn meine Freundin mit Dingen konfrontiert wird, die sie nicht ändern kann? Ich habe das kürzlich erlebt, als sie sich verliebt hatte und ihre Gefühle nicht erwidert wurden. Zwar gab sie vor, die Situation zu akzeptieren, aber ich merkte ihr an, sie konnte innerlich nicht loslassen – und zwar nicht nur aufgrund ihrer Gefühle, sondern auch, weil ein Teil in ihr einfach nicht fassen konnte, dass da „nichts zu machen“ war. Natürlich verstand sie, dass sie ihren Gegenüber nicht zu Verliebtheitsgefühlen „zwingen“ konnte, aber es fiel ihr sehr schwer, ihre Machtlosigkeit an dieser Stelle zu akzeptieren. 

Ein anderes Mal erlebte ich sie im Streit mit einer ihr nahe stehenden Person. Auch hier fiel ihr sehr schwer, die andere so sein zu lassen, wie sie nun einmal war und sich mit ihrem Verhalten zu arrangieren. „Insgeheim denke ich auch jetzt noch, dass ihr Verhalten nicht richtig ist“, gestand sie mir, „dabei ist mir schon klar, dass es einfach anders ist, als ich es mir wünsche. Das kann ich zwar verstehen, aber wirklich fühlen kann ich es nicht.“

Wie gehe ich mit Dingen um, die ich nicht ändern kann?

Die Gespräche führen mich zu der Frage: Wie gehe ich mit Dingen um, die ich wirklich nicht ändern kann? Wie positioniere ich mich gegenüber einer Einstellung oder einem Verhalten, das mir völlig gegen den Strich geht? Wie gehe ich mit einer Erkrankung oder körperlichen oder seelischen Beeinträchtigung um? Mit dem Verlust meines Arbeitsplatzes oder eines mir nahe stehenden Menschen? 

Nimm es an“, ist leicht gesagt. Denn es ist oft extrem schwer, danach zu handeln. Etwas in mir fühlt sich ja essentiell bedroht oder in Frage gestellt durch die Situation, in der ich mich befinde. Sehr drastisch gesagt: Was ich erlebe, ist „Sch…e“ für mich – und diese „Sch…e“ soll ich auch noch annehmen? Bleibe ich bei dem Bild, wird mir nur zu deutlich, warum sich etwas in mir sträubt, das Gegebene zu akzeptieren. Kein Mensch würde wohl mit Freude entgegennehmen, was so unappetitlich, schmerzhaft und kränkend daherkommt. 

Was helfen kann: Nimm es an – aber gib es auch wieder ab. 

Vermutlich muss ich also erst einmal die Gefühle wahrnehmen, die beim Entgegennehmen dieses „Pakets“ in mir aufkommen: Abwehr, Befremden, Furcht, Trauer, Wut – sie sind da, sie sind real. Also weine ich und fluche, schimpfe und klage bei Freunden (im Gebet oder in meinem Tagebuch), schwimme zwanzig Bahnen, um den Schmerz und die Verkrampfung in meinem Körper loszuwerden. Und dabei gelingen mir drei Dinge:

Ich nehme meine Gefühle wahr

Ich akzeptiere sie als gegeben

Ich lasse sie durch mich fließen und gebe sie wieder ab.

Erst dann kann ich auch loslassen, was Auslöser genau dieser Gefühle war. Ich kann – zurück im Bild – schauen, warum mir jemand Sch…e geschenkt hat, was das Leben mir damit zeigen wollte. 

Der Sinn des unwillkommenen „Geschenks“

Meine Freundin hat klar verinnerlicht, die Kontrolle über ihr Leben zu haben und letztlich fast alles, was ihr widerfährt beeinflussen zu können. Durch die Sch…e, die sie erhält, darf sie erfahren, dass sie nicht alles kontrollieren kann. Durchlebt sie die Situation in der Weise, dass sie ihre Gefühle wahrnimmt und durch sich fließen lässt, eröffnet sich ihr die Möglichkeit, den Sinn des unwillkommenen „Geschenks“ mit ruhigerem Gemüt zu erkennen. Und was ist ihre Antwort?

Eine Situation oder das Handeln eines anderen nicht beherrschen zu können fühlt sich bedrohlich, entmutigend, irritierend oder abstoßend an. Und genau das ist der Sinn des Ganzen: Ich lerne genau damit umzugehen. 

Der Blick auf die Sch…e konfrontiert mich mit all meinen Empfindungen dabei. Und so kann ich lernen, dass ich z.B. an mir zu zweifeln beginne, wenn mir jemand von außen keine Bestätigung gibt. Oder dass ich Angst habe, einen Menschen zu verlieren, wenn er sich nicht regelmäßig bei mir meldet, dass ich vielleicht nicht daran glaube, wirklich für mich einstehen zu dürfen und mich somit bedroht fühle, wenn ein anderer mir meinen Raum streitig macht. Ich kann auch lernen, dass ich Angst davor habe, mich selbst zu genau wahrzunehmen, oder dass ich andere beeinflussen möchte, um mir meinen Wert und meine Wirksamkeit zu glauben. 

All diese unangenehmen Wahrheiten will ich vielleicht gar nicht sehen und erkennen. Es ist somit fast einfacher, gegen die Sch…e außen zu kämpfen als mein Elend innen wahrzunehmen. Entwickle ich jedoch die Bereitschaft dazu, zeigt sich mir das wirkliche Geschenk: Ich kann nicht nur aufhören, gegen das äußere Elend anzukämpfen, sondern endlich auch beginnen, mich um das zu kümmern, was wirklich wichtig ist: mein inneres Unglück, dass mich mit solcher Empörung und Abwehr, mit solchem Schmerz und Befremden auf meine äußere Situation reagieren lässt. 

Sch…e wird nicht plötzlich zu Gold

Um ein letztes Mal zum Bild der Sch…e zurückzukehren: diese wird nicht plötzlich zu Gold, wenn ich begreife, was sie innerlich in mir „anrührt“. Das Verhalten anderer oder meine Lebenssituation kann objektiv belastend oder gar bedrohlich sein. Meine innere Reflexion soll mich auch nicht daran hindern, im Äußeren Dinge zu verändern, insofern mir das möglich ist.

Kann ich an einer Situation aber tatsächlich nichts ändern, ist sie wohl das „Geschenk“, das ich nie wollte und weist mir den Weg, mich besser zu verstehen und anzunehmen, bzw. die Verletzungen in mir, auf die sie mich hinweist, zu heilen. 

Und damit habe ich die Antwort: Wie gehe ich mit Dingen um, die ich nicht ändern kann?

Ich nehme sie als Geschenk. 

Was hältst du von dieser These? Hilfreich oder zu weit hergeholt? Wie immer freue ich mich, deine Meinung zu lesen!🙂

Herzlichen Gruß, Sunnybee

alleinerziehend, Familie, Partnerschaft

Glücklich sein – darf ich das?

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6 Monate, 2 Jahre oder 5 Jahre sind vergangen seit der Trennung – plötzlich merke ich: WOW, da ist ja noch verdammt viel Leben in mir! Lebenslust, ein Wollen, das sich nicht mehr (allein) auf Vergangenes richtet, sondern darauf, was die Gegenwart bringt, was in der nahen Zukunft geschehen mag! 

In meinem Bekanntenkreis allein- und getrennt erziehender Mütter sind gerade drei, die eine neue, ernsthafte Beziehung mit einem Mann eingehen, bzw. seit einigen Monaten eingegangen sind. Was oft mit einem „Mal sehen, was daraus wird!“ begonnen hatte, entwickelt sich zu einer Begegnung, bzw. einer Partnerschaft, mit der wieder echte Hoffnung verbunden ist. Bei einer Freundin weckt das sogar – für sie selbst überraschend – den Wunsch, mit diesem neuen Mann noch einmal ein Kind zu bekommen, eine (weitere) Familie zu gründen. 

Auch getrennt ist mein Leben nicht „vorbei“

Und jetzt? Wie gehe ich damit um, dass mein Leben – auch nach einer Trennung, die mich vielleicht tief erschüttert hat – natürlich nicht „vorbei“ ist? Wie gehe ich damit um, dass ich auskosten möchte, was es zu „bieten“ hat, nämlich eben Leichtigkeit, vielleicht Unvernunft, Übermut – oder eben die Möglichkeit einer neuen Liebe. 

Lebe ich mit dem Vater meines Kindes eine Form des Umgangs, die für mich längere Zeiten ohne mein Kind mit sich bringt (regelmäßig auch Nächte oder sogar jeweils eine ganze Woche, in der es nicht bei mir ist), bin ich noch stärker konfrontiert mit der Frage: wie lebe ich die Zeit, die ich ganz für mich habe? 

Sehne ich mich nach dem, was nicht (mehr) ist? Oder genieße ich die Freiräume, die meine kinderfreien Zeiten mir ermöglichen? Beschäftige ich mich in dieser Zeit gedanklich weiter mit meiner (vergangenen) Partnerschaft und dem Familienleben, das in der alten Form nicht mehr möglich ist – oder lebe ich ganz bewusst ein Leben, in dem ich erst einmal nur mich selbst zum Maßstab nehme: Passt das für mich? Dann lebe ich es!

Angst, das „Falsche“ zu tun

Getrennt, besonders mit noch kleinem Kind, verspüre ich all zu schnell die Verantwortung, nur keinen falschen Schritt in meinem „neuen“ Leben zu machen. Ich habe einen Mann kennen gelernt, für den ich ernsthafte Zuneigung spüre. Ich bin verliebt und will ihn ständig sehen – aber was „macht“ das mit meinem Kind, das häufig dabei ist? Was, wenn ich mich in zwei Jahren doch von diesem Mann trennen sollte? Verletze ich damit nicht auch mein Kind, nehme ihm eine Bezugsperson, zu der es gerade eine eigene Bindung aufgebaut hat? Oder: darf ich „feiern“ gehen, mich amüsieren, abends ausgehen, während mein Kind bei seinem Vater schläft? Darf ich mich so „unelterlich“ verhalten, zu einem Zeitpunkt, an dem manch nicht getrenntes Elternpaar weniger Freiräume ohne Kind zu Verfügung hat als ich durch dieses Modell? 

Mit anderen Worten: darf ich nicht nur das Beste aus meiner Situation als getrennt lebende Mutter oder getrennt lebender Vater machen, in dem Sinn, dass ich „den Mangel verwalte“, sondern, indem ich das mache, was tatsächlich das Beste für mich in diesem Moment ist? Darf ich so „egoistisch“ sein? Oder sorge ich damit einfach gut für mich – und letztlich auch für mein Kind?

Begegnung mit dem Leben

Ich habe selbst so eine Situation vor kurzem erlebt. Am frühen Abend – mein Sohn war bei seinem Vater – habe ich eine Veranstaltung (tatsächlich einen Info-Abend für Alleinerziehende) besucht. Beim Verlassen des Gebäudes danach war es schon dunkel. Da das Ganze in einem sehr quirligen, belebten Stadtteil stattfand, fand ich mich auf dem Heimweg zwischen partyfreudigen Studenten und entspannt vor Kiosks sitzenden Mit-Dreißigern wieder. Auf einmal war alles möglich: einen Freund anrufen und mit ihm auf ein Bier in die Kneipe nebenan? Tanzen gehen, vielleicht sogar allein, mich einfach treiben lassen und sehen, was der Abend noch bringen würde? Die Luft war lau, ich spürte Erwartung und Fröhlichkeit – und fuhr letztlich einfach nach Hause, beschwingt, obwohl ich meine Freiheit gar nicht großartig „genutzt“ hatte. Vielleicht einfach, weil ich sie erkannt hatte: ein Abschied von etwas eröffnet wirklich auch neue Möglichkeiten. Das ist manchmal überwältigend, fühlt sich zuweilen gar bedrohlich an – aber manchmal auch einfach nur wirklich GUT. 

Getrennt und damit glücklich sein? Geht – und immer wieder auch richtig gut!

Herzlichen Gruß, Sunnybee 

alleinerziehend, Familie, Hochsensibilität, Persönliches

10 Wege, sich selbst Gutes zu tun

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Hochsensibel im Leben stehen und dabei körperlich und seelisch gesund bleiben kann nicht heißen, sich so vielen Reizen wie möglich zu entziehen. Es muss vielmehr heißen: sich selbst bewusst zu sein und immer wieder ganz bewusst für sich Sorge zu tragen. Hier beschreibe ich, was es überhaupt bedeutet, hochsensibel zu sein.

10 Wege, sich selbst Gutes zu tun

Was kann ich also konkret tun? Hier einige Anregungen.

Ich hüte meinen Körper:

  • indem ich mir frisches, abwechslungsreiches Essen gönne, mich zum Essen hinsetze, wahrnehme, was ich zu mir nehme.
  • indem ich schlafe, wenn meine Kinder schlafen, vor allem in Zeiten, in denen ich an die Grenzen meiner Belastbarkeit komme.
  • indem ich mich auch im Alltagsstress so kleide, frisiere und meinen Körper pflege, dass ich mir selbst gefalle.
  • indem ich Husten und Schnupfen, Kopfschmerzen und Rückenziepen nicht als Bagatellen abtue, sondern als Signale schätze, die mir zeigen: „Vorsicht, es wird gerade zuviel!“

Ich nähre meinen Geist:

  • indem ich mir Auszeiten von der „Pflicht“, der Verantwortung, gönne. Ich frage eine Freundin, ob sie mit meinem Kind zum Schwimmkurs geht und setze mich, während es dort ist, mit der Tageszeitung ins Café.
  • indem ich eine Zeitlang jeden Abend eine Begebenheit notiere, die an diesem Tag in meinem Leben passiert ist, ebenso wie ein Ereignis aus der Welt. Meine Probleme und Schwierigkeiten, Erfolge und Misserfolge sind wichtig – aber ich bin nicht allein auf der Welt. Und auch nicht allein wichtig.
  • indem ich mit Menschen spreche, die etwas tun, was ich gern täte, mich aber noch nicht traue. Kinder lernen durch Nachahmung, warum nicht auch wir „Großen“?

Ich wärme mein Herz:

  • indem ich mehr von dem tue, was ich wirklich will und weniger von dem, was „sich schickt“, oder was „ich eben tun muss“. Was mich aus mir heraus motiviert, stärkt mich auch. Gehorsam Pflichten zu erfüllen ist notwendig, aber wenn ich zu lange nur das tue, was mir als Pflicht oder Notwendigkeit erscheint, stirbt mein Gefühl für das, was mich ausmacht und wer ich bin.
  • indem ich mit Menschen Zeit verbringe und mich austausche, die wissen wollen, wer ich bin und mögen, was sie dabei entdecken.
  • indem ich andere frage, wer sie sind – gerade auch die, mit denen ich meine Mühe habe -, bzw. mich frage, was ich an ihnen mögen kann. Selbstfürsorge ist Selbstliebe, die sich an der Liebe für mein Gegenüber nährt.

All diese Punkte auf einmal zu verfolgen wäre sicher zuviel, bzw. könnte sogar zu weiterer Reizüberflutung führen. Aber mich wahr- und ernst zu nehmen, mir auf diese Weise Körper, Geist und Herz wach und gesund zu erhalten, ermöglicht mir tatsächlich ein gutes Leben – auch unter äußerer Belastung.

Ich selbst erinnere mich immer wieder daran, fürsorglich zu mir selbst zu sein – und wünsche dir eine ähnliche Wertschätzung dir selbst gegenüber!

Herzlich, Sunnybee