Wie fröhlich sich das Leben manchmal zeigt

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Hier zwei heitere „Miniaturen“ meines Tages heute. 

1) Bunt wie das Leben

Im Supermarkt fällt mein Blick auf eine Pinwand mit Kleinanzeigen. „Zu verschenken: Kleines einsames Herz, kaum gebraucht, warm und geräumig“, lese ich in geschwungener Handschrift auf einer Kontaktanzeige. Und: „Für Romantiker und Praktiker“ – die Überschrift einer Annonce für ein Grundstück samt maroder Bebauung… Daneben die Einladung eines Behindertenzentrums zum Weihnachtsmarkt; 14 Bündel Briketts sind zu verkaufen und jemand sucht einen Schlafzimmerschrank. Ich bleibe, meine Einkäufe noch in der Hand, lächelnd stehen und freue mich, wie bunt, skurril und liebenswert sich mir hier das Leben zeigt!

2) „So sympathisch!“

Dazu passt, was mir davor widerfahren ist: in einem Secondhand-Laden frage ich nach Einmachgläsern. Mein Sohn hat eines fallen gelassen, das ich für die Frühstücksflocken in Verwendung hatte… Einmachgläser erhalte ich nicht, aber, ganz unvermittelt, ein wunderhübsches Kompliment des Verkäufers: „Darf ich Ihnen sagen: Sie haben so eine sympathische Ausstrahlung!“ Und dass, wo ich gerade heute gar nicht besonders fröhlich aus dem Haus gegangen bin. Ich bedanke mich herzlich, verlasse das Geschäft – und freue mich bis jetzt, einige Stunden später, über die Leichtigkeit und Freude, die das Leben immer wieder zu bieten hat. – Wenn ich sie wahrzunehmen weiß.

Herzliche, beschwingte Grüße, Sunnybee

Chicken on Speed – Warum ich (k)ein Fan von Effizienz bin

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Kehrdienst, Gelbe Säcke, Autobahnen: Deutschland ist traditionellerweise ein Land der Struktur und Effizienz.

Ich schätze dies

a) wenn mich die Bahn pünktlich von A nach B bringt

b) wenn ich beim Arzt/Anwalt/Sachbearbeiter drankomme, ohne diesen bestechen zu müssen

c) wenn die Müllmänner morgens meinen Dreck der Woche abräumen und dabei noch ein Lächeln für meinen Sohn und mich übrig haben.

Positive Seiten der Effizienz 

Effizienz hat durchaus ihr Gutes: sie macht Abläufe und Begegnungen mit Menschen schnell, produktiv und gut einschätzbar. Eine Gesellschaft, die durch Effizienz geprägt ist, bietet im besten Fall saubere Straßen, ein funktionierendes Gesundheits- und Schulsystem, verlässlich geöffnete und nachvollziehbar arbeitende Behörden, eine Rechtssprechung, in der absehbar ist, wann und aufgrund welcher Gründe es zu einem Urteil kommt usw. Zumindest in Ansätzen profitieren wir in nice new Germany also durchaus von den Segnungen der Effizienz. 

Wo Effizienz für mich nichts zu suchen hat:

a) bei der Kindererziehung

b) bei der Partnersuche und dem Pflegen zwischenmenschlicher Kontakte (einen Artikel dazu findet ihr hier)

c) beim Essen. 

Letzteres wurde mir heute wieder einmal bewusst: 

Mittagspause: Zwischen Arbeit und Abholen meines Sohnes aus dem Kindergarten bleibt eine Stunde Zeit. Ich habe Hunger und beschließe „Asiatisch“ essen zu gehen. Aufgrund der begrenzten Zeit, die mir zu Verfügung steht wähle ich einen Schnellimbiss in der Innenstadt. 

Tja, und mir geschieht, wie ich’s verdiene…

„Rice oder Chicken?“

„Hühnchen bitte.“

„Nr. 38, Chicken. 7,50€. Nächster, bitte.“

Nachdem der Herr an der Theke meine Bestellung weitergebrüllt hat, lasse ich mich an einem der sechs langen Tische nieder, an denen bereits zahlreiche andere „Gäste“ mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind. In ihre Smartphones vertieft, schaufeln sie Hühnchen, Nudeln und Wokgemüse in sich hinein. Auch ich bekomme, kaum habe ich mich aus meinem Mantel geschält, meinen Appell: „Nr. 38!“ Kaum drei Minuten nach Bestellung steht mein Gericht auf der Theke zum Abholen bereit. Ich balanciere den Teller zurück zu meinem Platz, angle dabei nach Besteck, Pappbecher und Servierte. 

Erster Geschmackstest: nicht einmal schlecht, frisch im Wok zubereitetetes Fleisch und Gemüse mit „Sauce Einerlei“ auf Kokosmilchbasis. Mein Blick zu den anderen Essern bestätigt: es scheint zu schmecken.

Kurz nachdem ich meine Mahlzeit begonnen habe, setzen sich mir zwei junge Männer direkt gegenüber. Da die Tische etwa 50cm breit sind kommen wir uns ziemlich nahe. Das hindert die zwei nicht daran, sich nach einem raschen Blick in meine Richtung gruß- und kommentarlos mir gegenüber zu platzieren und mit dem Essen zu beginnen. Ich setze mich für meine restliche Mahlzeit um, denn wenn schon Tischnachbarn, dann zumindest welche mit Kinderstube… 

Tja, und so verlasse ich das „Lokal“ nach diesem Mittagessen zwar satt und doch mit einem seltsamen Hunger: Nach Genuss, Muße, Entspannung, vielleicht auch echter Gesellschaft – eben dem Gegenteil von Effizienz…

Wie eine ebensolche Mittagspause einmal ganz anderes verlief, beschreibe ich übrigens in meinem Artikel Kater Mau Tse-Tung. Oder: „Wenn Sie lachen, haben Sie ein wunderschönes Gesicht!“

Mich würde interessieren, wie ihr auf diese Art der „Effizienz“ im Alltag reagiert – ob sie euch stört oder ob ihr findet, dass die positiven Seiten überwiegen. Schreibt mir eure Meinung!

Herzlichen Gruß, Sunnybee

„Was ist echte Stärke für dich?“ (Aufruf zur Blogparade)

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Passend zum Wochenauftakt: Der Aufruf zu meiner ersten selbst gestarteten  BLOGPARADE! 🙂

Ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt und zu dem ich jetzt zu meiner ersten „Blogparade“ aufrufen möchte: 

Was ist echte Stärke für dich? 

Anlass für mich ist ein monatliches Frühstückstreffen für allein- und getrennt erziehende Mütter (und Väter), das ich – inzwischen zum fünften Mal – gemeinsam mit Bloggerin Christina von www.getrenntmitkind.de organisiert habe. Drei bis vier Stunden lang sitzen wir im Park (im Sommer) oder in einem Lokal (jetzt im Herbst und Winter), lachen, essen, tauschen uns aus, während unsere Kinder miteinander spielen. Und ich bin jedes Mal wieder begeistert, was für tolle – und starke – Frauen dabei den Weg zu uns finden. (Infos über kontakt[at]mutter-und-sohn.blog)

Daher hier, was echte Stärke für MICH ist:

Echte Stärke ist für mich eine Mischung aus der Fähigkeit, sich wieder aufzurappeln, wenn das Leben einen umgeworfen hat, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen und andererseits auch bei seinem Standpunkt zu bleiben, wenn dieser einem wichtig ist. So wie die Mutter, die, alleinerziehend, für ihre an Diabetes erkrankte Tochter kämpfte, als diese von mehreren Kindergärten aufgrund ihrer Erkrankung als „zu riskant“ abgelehnt wurde. Oder wie überhaupt jede Mutter (und jeder Vater), die (oder der) nach einer Trennung das eigene Leben neu sortiert und sich darauf einlässt, neue Erfahrungen zu machen und wieder liebevolle Beziehungen einzugehen.

Stark ist für mich auch jemand, der sich selbst erkennt und schätzt, aber auch andere sein lassen kann, wie sie sind, es z.B. nicht nötig hat, Fremdes abzuwerten, weil es das eigene Selbstbild bedrohen könnte. Das erlebe ich bei eigentlich allen der klugen, reflektierten Frauen, die bisher den Weg zu unserem Frühstückstreffen gefunden haben – und ich fühle mich dadurch bereichert, gestärkt und inspiriert! 

Wichtig ist mir auch, dass kein Mensch immer stark sein kann. Echte Stärke erwächst meiner Meinung nach aus der Annahme der eigenen Schwäche(n). Bin ich z.B. rechthaberisch, könnte es nur ein weiteres Zeichen meiner Schwäche sein, diesen Umstand vehement zu verneinen. Erkenne ich meine Schwäche jedoch an, kann ich mich dadurch für Alternativen zu meinem bisherigen Verhalten öffnen. Auch diesen Entwicklungsprozess durchlaufen viele der allein- und getrennt erziehenden Frauen und Männer, mit denen ich mich in den letzten Monaten unterhalten habe. Es tut gut, sich darin wiederzuerkennen und gestärkt zu fühlen!

Abschließend möchte ich einen meiner Studierenden zitieren, der zwar weder allein-, noch getrennt erziehend ist, aufgrund seiner Flucht aus Syrien vor drei Jahren aber die Erfahrung eines Bruches in seiner Biographie teilt. Er schrieb mir in einem Essay zur Frage „Was ist echte Stärke für dich?“ folgendes: 

„Echte Stärke ist für mich, wenn ich ganz bewusst und achtsam lebe. Wenn man bewusst lebt, bleibt man bei jedem Schritt in seinem Leben stark. Man kauft bewusst ein und man weiß, was man braucht, man isst bewusst und achtet auf gesunde Ernährung. Man denkt bewusst und bildet sich seine eigene Meinung und lässt sich nicht durch die Medien und andere Menschen beeinflussen. Man achtet darauf, wie man mit seinen Mitmenschen spricht, aber das ist nicht einfach. Wenn man sich die ganze Zeit mit seiner Vergangenheit beschäftigt und Angst vor der Zukunft hat, verliert man die Kontrolle über die Gegenwart. Der Schlüssel von Bewusstsein und bewusstem Leben ist Leben im Hier und Jetzt.“

Wollt ihr mitmachen? Dann 

  1. schreibt euren eigenen Blogartikel zum Thema (vom Bild mit Zweizeiler bis zum ausgearbeiteten Essay ist alles möglich😉) 
  2. Schreibt mir bis zum 15.11.2018 einen Kommentar mit Link zu eurem Artikel, den ich auf meiner Seite online stelle
  3. Verweist in eurem Blog, oder gern auch auf Facebook oder Twitter (@mama_schreibt) auf meinen Blog und diese Blogparade!

Ich freue mich sehr, von euch zu lesen! 

Herzlichen Gruß, Sunnybee

PS. Habt ihr, Lydia, Charlotte, Christina, Jannike oder auch Samybee, Tilman oder Nadine Lust, mitzumachen? Gerade mit euren ganz unterschiedlichen Biographien fände ich eine Antwort auf meine Frage super spannend! Aber wer auch immer sonst Lust hat, zu schreiben – nur her damit: ich freue mich!😀

Blogparade: Meistgelesener Artikel im Monat Oktober

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Ommmm. 😉

Mögest du glücklich sein (Teil 1)“: Ein kleiner Exkurs zum Buddhismus – aber vor allem ein, von mir erprobtes, „Rezept“, wenn sich mal alle Gedanken um das eigene (Un-) Glück drehen, um den  Blick liebevoll auf andere zu richten und sich damit wunderbarerweise selbst ein Stück zufriedener zu machen. Sehr simpel und wirkt tatsächlich! In „Mögest du glücklich sein (Teil 2)“ beschreibe ich, warum die kleine Übung so wirkungsvoll ist.

Warum ich das hier erwähne?

1) Die Beiträge waren meine meistaufgerufenen Artikel im Monat Oktober, mit denen ich mich gern an der gleichnamigen „Blogparade“ von Anja von der Kellerbande beteilige. Tolle Idee, ich habe darüber bereits einige lesenswerte Blogs entdeckt!

2) Ich mag sie nachwievor und vielleicht sind sie für den einen oder die andere von euch ja tatsächlich anregend – würde mich freuen!

Herzlichen Gruß an alle, die bei mir mitlesen und danke an Anja für deine Inspiration! 🙂

Sunnybee

Mögest du glücklich sein (1)

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Du fühlst dich nicht geliebt? Keiner mag dich? Die Welt ist ungerecht?

Versuch mal das: klingt verrückt, funktioniert aber – ich habe es ausprobiert.

  1. Geh raus auf die Straße. Such dir ruhig eine belebte Einkaufsstraße, auf der sich viele Menschen tummeln. Wenn dir das zuviel ist: der Weg um den Häuserblock tut’s auch. Du solltest nur die Gelegenheit haben, Menschen zu begegnen.
  2. Jedem, an dem du vorbeiläufst, siehst du kurz ins Gesicht und wünschst ihm oder ihr ehrlich in Gedanken: „Mögest du glücklich sein.
  3. Beobachte deine Gefühle und Gedanken dabei.

Das war’s. Hier steht, warum diese unscheinbare Handlung so wirkungsvoll ist (wenn ihr es wissen wollt).

Die Anregung ist übrigens ursprünglich nicht von mir, sondern von Pema Chödrön, einer buddhistische Nonne und Teil ihrer meditativen Praxis. Gefunden habe ich sie in dem wirklich tiefgründigen, warmherzigen Ratgeber „Vollkommene Liebe – und wie sie vielleicht sogar in einer Beziehung gefunden werden kann“ von John Welwood. Ein weiterer Tipp! 😉

Herzlichen Gruß, Sunnybee

Getrennt, mit Kind und hochsensibel

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Berufstätig und Mutter eines Kleinkinds zu sein, sowie getrennt lebend für die Alltagsorganisation weitgehend alleine die Verantwortung zu tragen, wäre wohl für jeden Menschen eine Herausforderung.

Getrennt erziehend und hochsensibel

Kommt dazu eine hohe Empfänglichkeit für äußere und innere Reize sowie die intensive Auseinandersetzung mit Erlebtem, bedeutet das vor allem eins: Ich muss wirklich gut für mich sorgen, will ich – körperlich und seelisch gesund – für mich und andere da sein. Die Psychologin Elain N. Aron prägte Mitte der 1990er Jahre in ihrem Buch „The highly sensitive person – How to thrive when the world oberwhelmes you“ den Begriff der Hochsensibilität für die Verbindung aus geschärfter Wahrnehmung und intensiver Verarbeitung von Reizen. Selbst in hohem Maße reizempfänglich und sensibel, war ihr Anliegen unter anderem, dieser Form der körperlichen und seelischen Disposition ihr „Stigma“ zu nehmen.

Reizüberflutung und der Umgang damit

Ja, als Mensch mit hochsensiblem Empfinden bist du tendenziell schneller reizüberflutet, wirst nervös, wenn eine Situation zu laut oder durch intensive Gerüche und/oder unfreiwilligen (körperlichen) Kontakt zu anderen Menschen geprägt ist. Da kann ein Schwimmbadbesuch im Hochsommer ähnlich „überflutend“ wirken wie die schlichte Fahrt zur Arbeit in der überfüllten Bahn oder – für Eltern – der Besuch einer Kleinkindkrabbelgruppe. Was weniger intensiv wahrnehmende Menschen als anregend oder gar entspannend wahrnehmen, ist für dich unter Umständen zuviel und erzeugt bei dir gegenteilige Gefühle, nämlich den Wunsch nach Rückzug und Ruhe. 

Ja, als hochsensibler Mensch musst du dein Leben tatsächlich anders strukturieren als Menschen, die äußere und innere Reize weniger intensiv wahrnehmen und verarbeiten. Jedem hellhäutigen Menschen würdest du raten, sich nicht zu lange der prallen Sonne auszusetzen, bzw. ein Sonnenschutzmittel zu verwenden. Für hochsensible Menschen gilt entsprechend: nach Phasen großer Reizdichte brauchen wir Zeiten des Rückzugs, der Regeneration und Reflexion. Und inmitten der reizintensiven Situation brauchen wir Mechanismen, um uns vor Überflutung – in Analogie, zu starker Sonneneinstrahlung – zu schützen. In der U-Bahn kann hierfür etwas Banales wie Ohropax ausreichen, mit denen wir den Geräuschpegel um uns herum dämpfen – oder eben – gerade wenn wir beruflich viel mit Menschen und/oder in lauten, komplexen Situationen zu tun haben – eine um einige Stunden reduzierte Arbeitszeit oder feste Rituale und damit Zeiten, die nur uns gehören (10 Minuten Meditation am Morgen, der Arbeitsweg mit dem Rad durch den Park, ein Kaffee vor dem Abholen des/r Kindes/r aus der Betreuung).

Denn: Ja, Menschen, die hochsensibel empfinden, sind genauso in der Lage, Führungsaufgaben zu übernehmen, sind grundsätzlich genauso belastbar, emotional ausgeglichen und lebensfroh wie Menschen mit geringerer Reizempfänglichkeit. Aber wir müssen andere Wege gehen. Ein Leben mit nur 5-6h Schlaf pro Nacht, unter Zeitdruck, mit vielen parallel zu erledigenden Aufgaben, von denen einige mit äußerer und innerer Spannung verbunden sind, ist nichts für uns. Dummerweise sieht so jedoch der ganz normale Alltag vieler Getrennt- und Alleinerziehender aus… 

Wie sorge ich gut für mich?

Hochsensibel im Leben stehen und dabei körperlich und seelisch gesund bleiben kann also nicht heißen, sich so vielen Reizen wie möglich zu entziehen (auch hier die Analogie: würden wir, hellhäutig, die Sonne komplett meiden, würden wir ebenso krank wie bei einem Zuviel an Sonneneinstrahlung). Es muss aber heißen: sich selbst bewusst zu sein und immer wieder ganz bewusst für sich Sorge zu tragen. 

Hier beschreibe ich 10 Wege, sich selbst Gutes zu tun.

Herzlichen Gruß, Sunnybee

 

10 Wege, sich selbst Gutes zu tun

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Hochsensibel im Leben stehen und dabei körperlich und seelisch gesund bleiben kann nicht heißen, sich so vielen Reizen wie möglich zu entziehen. Es muss vielmehr heißen: sich selbst bewusst zu sein und immer wieder ganz bewusst für sich Sorge zu tragen. Hier beschreibe ich, was es überhaupt bedeutet, hochsensibel zu sein.

10 Wege, sich selbst Gutes zu tun

Was kann ich also konkret tun? Hier einige Anregungen.

Ich hüte meinen Körper:

  • indem ich mir frisches, abwechslungsreiches Essen gönne, mich zum Essen hinsetze, wahrnehme, was ich zu mir nehme.
  • indem ich schlafe, wenn meine Kinder schlafen, vor allem in Zeiten, in denen ich an die Grenzen meiner Belastbarkeit komme.
  • indem ich mich auch im Alltagsstress so kleide, frisiere und meinen Körper pflege, dass ich mir selbst gefalle.
  • indem ich Husten und Schnupfen, Kopfschmerzen und Rückenziepen nicht als Bagatellen abtue, sondern als Signale schätze, die mir zeigen: „Vorsicht, es wird gerade zuviel!“

Ich nähre meinen Geist:

  • indem ich mir Auszeiten von der „Pflicht“, der Verantwortung, gönne. Ich frage eine Freundin, ob sie mit meinem Kind zum Schwimmkurs geht und setze mich, während es dort ist, mit der Tageszeitung ins Café.
  • indem ich eine Zeitlang jeden Abend eine Begebenheit notiere, die an diesem Tag in meinem Leben passiert ist, ebenso wie ein Ereignis aus der Welt. Meine Probleme und Schwierigkeiten, Erfolge und Misserfolge sind wichtig – aber ich bin nicht allein auf der Welt. Und auch nicht allein wichtig.
  • indem ich mit Menschen spreche, die etwas tun, was ich gern täte, mich aber noch nicht traue. Kinder lernen durch Nachahmung, warum nicht auch wir „Großen“?

Ich wärme mein Herz:

  • indem ich mehr von dem tue, was ich wirklich will und weniger von dem, was „sich schickt“, oder was „ich eben tun muss“. Was mich aus mir heraus motiviert, stärkt mich auch. Gehorsam Pflichten zu erfüllen ist notwendig, aber wenn ich zu lange nur das tue, was mir als Pflicht oder Notwendigkeit erscheint, stirbt mein Gefühl für das, was mich ausmacht und wer ich bin.
  • indem ich mit Menschen Zeit verbringe und mich austausche, die wissen wollen wer ich bin und mögen, was sie dabei entdecken.
  • indem ich andere frage, wer sie sind – gerade auch die, mit denen ich meine Mühe habe -, bzw. mich frage, was ich an ihnen mögen kann. Selbstfürsorge ist Selbstliebe, die sich an der Liebe für mein Gegenüber nährt.

All diese Punkte auf einmal zu verfolgen wäre sicher zuviel, bzw. könnte sogar zu weiterer Reizüberflutung führen. Aber mich wahr- und ernst zu nehmen, mir auf diese Weise Körper, Geist und Herz wach und gesund zu erhalten, ermöglicht mir tatsächlich ein gutes Leben – auch unter äußerer Belastung.

Ich selbst erinnere mich immer wieder daran, fürsorglich zu mir selbst zu sein – und wünsche dir eine ähnliche Wertschätzung dir selbst gegenüber!

Herzlich, Sunnybee