Grabe dort, wo Wasser ist: 5 Schritte zu beruflichem und privatem Erfolg

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Beruflich und privat erfolgreich zu sein bedeutet für jede/n etwas anderes. Während die eine sich mit den Telefonnummern ihrer VIP-Freunde in der Tasche und dem 100.000€ Jahreseinkommen erfolgreich fühlt, sucht der andere im Job die Möglichkeit, etwas zu bewirken und freut sich, von seinen Freunden zum Patenonkel der neugeborenen Tochter ernannt zu werden. Und ein dritter ist froh, nach zwei Jahren Projektarbeit die erste unbefristete Anstellung ergattert zu haben.

Was ist beruflicher und privater Erfolg für mich? 

Ich persönlich definiere beruflichen und privaten Erfolg so: Ich habe die persönlichen, finanziellen und strukturellen Ressourcen, um umsetzen, was mir wirklich wichtig ist und es gelingt mir, andere dafür zu begeistern. Beruflicher und privater Erfolg bedeutet für mich somit eher die Verwirklichung von Werten mit der daraus resultierenden Zufriedenheit als  das Erreichen äußerer „Benchmarks“ wie der nächsthöheren Gehaltsstufe, dem noch interessanteren Job oder dem immer größer werdenden Freundeskreis. 

Äußerlicher Erfolg ist auch wichtig

Zugleich ist es mir durchaus wichtig, einen gut bezahlten, gesellschaftlich anerkannten und inhaltlich sinnvollen Job auszuüben. Und ich freue mich über einen wirklich tragfähigen,  reichen Freundeskreis wie vermutlich (fast) jede/r von uns. Auch Anerkennung und eine bestimmte Reichweite meines Blogs oder des Stammtischs für Allein- und Getrennterziehende, den ich 1x pro Monat gemeinsam mit einer Freundin organisiere, ist mir wichtig. Insofern kann ich Business-Coach Dr. Johanna Disselhoff, auf die ich kürzlich gestoßen bin, nur zustimmen: gerade wir Frauen müssen uns darin üben, nicht nur „um der Sache Willen“ fleißig aktiv zu sein, sondern unsere Qualitäten und unsere beruflichen und privaten Erfolge auch im rechten Licht zu präsentieren. Auf ihrer Website gibt sie fünf wirklich brauchbare Tipps, wie du im beruflichen Rahmen auf dich und deine Leistung aufmerksam machen kannst.

5 Schritte zu beruflichem und privatem Erfolg

Ich beziehe mich hier auf Disselhoffs Punkte, gehe jedoch noch einen Schritt weiter. Damit bin ich bei 

Tipp Nr. 1: Fang nicht immer wieder von vorne an

Mal angenommen, Du wolltest etwas zum Steuerrecht für Alleinerziehende in Erfahrung bringen. Vermutlich würdest du im Netz recherchieren (z.B. bei der in Finanzdingen ziemlich gewitzten Madame Moneypenny), in einer Chat-Gruppe deine Frage posten oder dich im Freundeskreis umhören, ob jemand Bescheid weiß. Eher unwahrscheinlich, dass du ganz alleine versuchen würdest, das deutsche Steuerrecht und seine Schlupflöcher zu durchdringen? 

Dann hast du bereits einiges richtig gemacht!

Nutze, was da ist und fange nicht immer wieder bei Null an. Beratungsstellen und Coaching-Angebote helfen dir, wenn du von etwas keine Ahnung hast. Bestehende Netzwerke, Stammtische, Chat-Gruppen, wenn du Kontakte knüpfen möchtest, oder dein Anliegen bekannter machen möchtest. Bringe in Erfahrung, wer schon groß ist in dem Bereich, in dem du erst noch groß werden möchtest – und mache diese Menschen auf dich aufmerksam. Uns Frauen fällt das oft nicht leicht: wir wollen nicht aufdringlich sein, uns nicht zu sehr in den Vordergrund spielen, empfinden Kontakte, die wir aus den oben genannten Motiven anstrebten, als „unecht“ oder gar „berechnend“. Aber das sind sie nicht: vielmehr greifst du dabei klug auf Ressourcen zurück, die andere vor dir geschaffen haben – ebenso wie du selbst wieder zur Ressource werden wirst für diejenigen, die nach dir kommen. Es ist ein Geben und Nehmen: „Netzwerken“ im eigentlichen Sinn. 

Tipp Nr. 2: Sei stolz auf das, was du tust 

Gut kannst du in vielen Dingen werden. Aber deinen Erfolg genießen, sobald du ihn denn einmal hast, kannst du nur, wenn du innerlich überzeugt bist von dem, was du tust und sogar stolz darauf. Stell dir vor, du spielst mit dem Gedanken, eine wissenschaftliche Karriere anzustreben. Tatsächlich wird deine Dozentin auf dich aufmerksam und bietet dir zunächst eine Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin und anschließend eine Promotionsstelle an. Dein Promotionsthema bekommst du sozusagen auf dem goldenen Tablett serviert, da es für deine Professorin dem Drittmittelerwerb dient, sie für dieses Forschungsprojekt also Geld für ihren Lehrstuhl bekäme. Nimmst du das Angebot an? Mir selbst ist genau dies vor einigen Jahren widerfahren – und ich habe NEIN gesagt. Weil ich vom Thema der Arbeit nicht überzeugt war und drei Jahre meines Lebens lieber meinen eigenen Zielen als dem Drittmittelerwerb widmen wollte. Das Angebot war äußerlich toll und für jemanden mit anderen Beweggründen sicher auch interessant – ich selbst wäre dabei nicht glücklich geworden. Das wusste ich damals und davon bin ich noch heute überzeugt. Ich wäre nicht stolz auf das gewesen, was ich erreicht hätte, denn ich war innerlich nicht davon überzeugt. Das bringt mich zu…

Tipp Nr. 3: Finde heraus, was du wirklich willst

Wenn dich etwas mit Begeisterung erfüllt, wirst du richtig gut darin werden. Du wirst auch während Durststrecken dabei bleiben können und gerade dadurch besteht die große Chance, dass du tatsächlich erfolgreich wirst. Ich verstehe unter dieser Art der Begeisterung nicht ein kurzfristiges Entzücken über irgendetwas, sondern eine tiefgehende Überzeugung, dass richtig ist, was du gerade tust.  Warum würden wir sonst unserem Baby klaglos 870x die versch…en Windeln wechseln? Warum würden wir jahrelange Ausbildungen oder echte berufliche Durststrecken auf uns nehmen, um einer Sache treu zu bleiben, bzw. ein Ziel zu erreichen und wären im tiefen Inneren auch noch zufrieden damit? Weil es uns sinnvoll erscheint und sich in irgendeiner Weise mit unseren grundsätzlichen Werten deckt. Will ich Spaß und Zerstreuung oder anderen helfen? Will ich Macht oder mich innerlich weiterentwickeln? Finde es heraus. Z.B. mit diesen 10 Fragen hier. Und dann…

Tipp Nr. 4: Grabe nur dort, wo Wasser ist

Ich könnte auch sagen: Suche dir Gleichgesinnte. Aber das erfolgreiche „Nach-dem-Wasser-Graben“ meint mehr. Werde sehr aufmerksam dafür, wie die Menschen, mit denen du gemeinsame Ziele verfolgen möchtest, auf das reagieren, was du tust. Ich z.B. schreibe diesen Blog seit inzwischen knapp einem Jahr. Einige Menschen, von denen ich es eigentlich erwartet hätte, reagieren so gut wie gar nicht darauf, andere waren kurzfristig hellauf begeistert, haben ihr Interesse aber ähnlich schnell wieder verloren. Und dann gibt es noch diejenigen, die irgendwann als Leser/innen dazu gekommen sind, vielleicht erst sporadisch, dann immer regelmäßiger und mich inzwischen zu beinahe jedem Beitrag mit ihrem Kommentar und eigenen Überlegungen erfreuen. 

Ich würde sagen, das Beispiel des Blogs lässt sich auf Freundschaften wie Geschäftsbeziehungen übertragen: du wirst immer Menschen begegnen, die schlicht kalt lässt, worum du dich bemühst und wer du bist. Daran änderst du auch nichts, wenn du „gräbst“ wie verrückt. Du schürfst dir höchstens die Finger wund. Dann gibt es die schnell und hellauf Begeisterten. Sie können dich in deinem eigenen ersten Enthusiasmus unterstützen, aber verlass dich nicht darauf, dass sie noch da sein werden, wenn dein Weg nach den ersten vielversprechenden Schritten  steiniger werden sollte. Tja, und dann gibt es, in Freundschaften wie in Geschäftsbeziehungen, diejenigen mit dem „langen Atem“, die dir und dem Anliegen, das du vertrittst, echtes Interesse entgegenbringen. Letztlich liegt das daran, dass deine Werte und die daraus resultierenden Ziele in ihnen selbst etwas anklingen lassen. Daher bleiben sie „am Ball“ – wie du selbst. Mit diesen Menschen kannst du wirklich etwas auf die Beine stellen. Hier liegt die Grundlage für tiefe Freundschaften oder verbindliche, wirklich fruchtbare Zusammenarbeit in der Arbeitswelt. 

Tipp Nr. 5: Tu Gutes und sprich darüber

Und wie findest du diese Juwele der zwischenmenschlichen Kooperation? Diese Menschen, die jedes deiner Netzwerke erst wirklich tragfähig machen? Glück? Gutes Karma? Ich würde vielmehr sagen: Hier lohnt sich das Trommeln, Klappern, Federschütteln wirklich: du hast etwas zu geben (nämlich ein Produkt, Projekt oder eine Idee, die du mit wirklicher innerer Überzeugung (=> Tipp Nr. 2) vertrittst. Und du brauchst Gleichgesinnte (=> Tipp Nr. 4), damit diese Idee tatsächlich „in die Welt“ kommen kann. Somit knüpfst du Kontakte (=> Tipp Nr. 1), nicht um deiner selbst, bzw. um deines persönlichen Erfolgs Willen, sondern, weil du von dem, was du erreichen willst, wirklich überzeugt bist. Weil es sich tatsächlich mit deinen Werten deckt (=> Tipp Nr. 3).

Ich bin überzeugt, das wird dich tatsächlich erfolgreich machen. Menschen fühlen sich angezogen von innerer Überzeugung. Das bringt dir die Aufmerksamkeit und letztlich den strukturellen und finanziellen Rahmen, durch den du deine Ziele verwirklichen kannst. Und damit es dir tatsächlich Freude macht, sie zu erreichen und dich somit letztlich auch erfolgreich zu fühlen, musst du dem folgen, wohin dich deine Überzeugung trägt. Erkenne, was du tief in deinem Inneren willst – und dann lebe danach. Das macht dich wirklich erfolgreich; vor allem nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. 

In diesem Sinne: herzlich viel Erfolg!😉

Sunnybee

[Foto: Pixabay]

Kleines Verzeichnis klangvoller Wörter: „The winner is…“

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Erinnert ihr euch?

Bevor ich verrate, wer von euch kreativen Wortschöpferinnen und Lieblingswortbesitzern sich bald über ein echtes BUCH VON MIR freuen kann (vielleicht reißen sich eines Tages die Sammler drum…), hier noch einmal die Zusammenfassung, worum es überhaupt ging:

Das war das Gewinnspiel

1) Vor etwa einem Monat habe ich meine treuen Leserinnen und Leser nach ihrem absoluten Lieblingswort gefragt.

2) Dabei habe ich einige ganz wunderbare Wort-Schätze eurerseits erhalten. Ihr findet sie hier und hier, jeweils in den Kommentaren. In den Artikeln habe ich auch gleich einige meiner Lieblingswörter mit euch geteilt, z.B. Mätresse, Langmut oder das I-Tüpfelchen.

The Winner is…

Und damit – tata – die Verlosung, mit Glücksfee „Schorsch“, von meinem Sohn zu diesem Zweck großzügig zu Verfügung gestellt:

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Tataaa – herzlichen Glückwunsch, liebe Lea!

Und danke für deine tolle Wortneuschöpfung „eingezwercht“.

Wer wissen will, was das genau heißt, lese hier deinen Kommentar! Wenn du mir über kontakt(at)mutter-und-sohn.blog deine Anschrift schickst, macht sich mein Werk auf den Weg zu dir!😀

Liebe Grüße, Sunnybee

Willi Wiberg. Oder: Gibt es in Büchern eigentlich auch alleinerziehende Papas?

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Mit allein- oder getrennt erziehenden Eltern oder in Patchwork-Familien zu leben ist inzwischen in der Lebenswirklichkeit vieler Kinder „ganz normal“ – einerseits. Andererseits dominiert in Kinderbüchern oft noch das traditionelle Modell: Papa-Mama-Kind. 

Ein erfreuliches Gegenbeispiel und eigentlich bereits ein Klassiker ist die seit 1972 (!) erscheinende Reihe „Willi Wiberg“ der schwedischen Autorin Gunilla Bergström.

Willi und sein Papa

Willi lebt zusammen mit seinem Vater ein glückliches Kinderleben. Er ärgert sich über seine großen Cousins, die ihn nicht für voll nehmen und zeigt ihnen gewitzt, dass er schon weit mehr begreift als sie dachten. Er hält seinen Papa beim Einschlafen auf Trab, bis dieser nach dem 10. „Botengang“ erschöpft auf dem Wohnzimmerboden einnickt. Er erlebt Abenteuer mit seinem besten Freund oder seinem Fantasiefreund Alfons, von dem Willis Papa nach einiger Zeit ziemlich genervt ist. Schließlich ist er so groß, dass er selbst Babysitten darf und dabei dem kleinen Benni vom gefährlichsten, schrecklichsten Monster erzählt, das er sich ausdenken kann –  der Kleine will nämlich keine harmlose Gutenachtgeschichte. 

Willis Welt ist wohlbehütet – und dabei erfrischend wenig „pädagogisch wertvoll“. In einer der Erzählungen wundert sich sein Vater, dass sein Sohn gar keine Widerworte mehr gibt und sogar sein Zimmer aufräumt. Irgendetwas scheint mit ihm nicht in Ordnung zu sein. Und tatsächlich: Willi hat Angst vor der Schule, die er bald zum ersten Mal besuchen soll. Sein Papa erzählt ihm daraufhin, dass gerade jetzt, am Abend vor dem ersten Schultag, tausende Kinder mit klopfendem Herzen in ihren Betten lägen und keines wisse, dass genau nebenan ein Kind genau so aufgeregt wie es selbst sei. Sich auf diese Weise „in guter Gesellschaft“ zu fühlen beruhigt Willi und er schläft schließlich doch zufrieden ein. 

Pass auf, Willi Wiberg!

Andererseits gibt es Tage, an denen Willis Vater selbst nicht gut zu sprechen ist. Auch das ist erfrischend: Die Erwachsenen sind durchaus mal geistesabwesend, schlecht gelaunt oder wollen ihre Ruhe. Willi nimmt das hin wie die Wolken am Himmel und sieht die Möglichkeiten, die sich dadurch bieten: 

„[A]n manchen Tagen will Papa ganz in Ruhe gelassen werden. Dann will er Zeitung lesen oder fernsehen und überhaupt nicht mit Willi spielen. An solchen Tagen kann man auch an den Werkzeugkasten gehen. Wenn Väter in Ruhe gelassen werden wollen, kümmern sie sich nicht weiter um das, was man tut. Heute ist das so.“

Aber natürlich achtet der Vater – hinter seiner Zeitung – darauf, dass sein Sohn die gefährliche Säge aus dem Werkzeugkasten nicht nimmt. Jedenfalls erinnert er ihn mantraartig daran: „Fass die Säge nicht an!“ Willi gehorcht ihm bereitwillig – er ist mit Holzbrettern, Hammer und Nägeln aus dem Werkzeugkasten ja bereits ausreichend beschäftigt…

Die Welt aus Willis Sicht

Die Perspektive der Bücher ist großartig: die Erwachsenen sind für Willi Maßstab und Bezugspunkt, er versucht, ihren Forderungen bereitwillig nachzukommen – manchmal kommt nur etwas dazwischen, wenn zum Beispiel Willis Fantasiefreund Papas Pfeife verschludert, die zu nehmen – Willi weiß es genau – eigentlich VERBOTEN ist. Oder wenn er mit seinem aus Brettern zusammengebauten „Hubschrauber“ im Dschungel landet und ihn ein Löwe (sein Kater „Pussel“) zu verschlingen droht. Dann braucht er die Säge, um sich aus dem Hubschrauber zu befreien, bloß, dass die sein Papa strikt verboten hat… 

Willis Papa ist großzügig, gelassen und manchmal fast ein bisschen zu lieb, wie die Erzählerin an einer Stelle bemerkt. Und er ist wohl alleinerziehend. Freunde tauchen auf, Lehrer, auch Cousins und eine Großmutter, die Willi innig liebt – aber keine „Frau Wiberg“. Und letztlich kommen Willi und sein Vater zu zweit sehr gut zurecht. Papa liest seinem Sohn vor und spielt mit ihm, bindet sich die Schürze um und bringt Willi ein Glas Wasser ans Bett, liest Zeitung, raucht Pfeife und wechselt das Bettzeug, das Willi mit dem Wasser durchnässt hat. 

Willi Wiberg und sein Papa sind ein tolles Team. Und mein Sohn, ebenso wie ich, sind Fans dieser Reihe, seitdem wir sie im Bücherregal meiner Nichte entdeckt haben. Deren Vater, mein Schwager, hatte ihr seine Bücher vererbt – er ist selbst bereits mit Willi großgeworden. 

Klare Sache: Empfehlenswert!

Herzlich, Sunnybee

 

„Super-Moms“: Warum Power-Mütter ganz schön einschüchternd sein können

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7. In Worten: SIEBEN. Da musste ich doch kurz schlucken.

Was mir gestern via Handy-Display entgegenblinkte, war eine Ansage: die sieben (!) offensichtlich wohlgeratenen Sprösslinge einer Berliner Bloggerin und Autorin. Mit 44 ist Kerstin Lüking nicht nur vielfache Mutter, sondern auch beruflich engagiert als Hebamme und Erfinderin der „Wochenbettbox“, einer Art Survival-Kit für Wöchnerinnen, die im Fall akuten Hebammenmangels auf ein Paket aus Pflegeprodukten und praktischen Tipps rund um die ersten Tage mit Kind zurückgreifen können. Ach ja, und nett, locker und witzig schreiben kann sie auch, z.B. über die 10 verrücktesten Erlebnisse ihrer Hebammenkarriere oder die alltägliche Komik ihres (Groß-) Familienlebens. 

Speedboot und Holzbarke

Alles prima, oder? Warum komme ich mir dann vor, als sei ich, auf meiner Holzbarke schippernd, gerade von einem Speedboot überholt worden? Inklusive Spritzwasser und dem sprichwörtlichen „Begossener-Pudel“-Gefühl?! 

Vielleicht, weil eben immer „noch mehr“ geht. Ich habe hier im Blog bereits einmal über Lust und Last des sozialen Vergleichs geschrieben. Ein ganz besonderes Feld der sozialen Konkurrenz ist das der Mütter untereinander. Und während es mich tatsächlich kalt lässt, ob ich den perfekten Gemüsebrei zubereiten oder den Wickeltisch per Do-It-Yourself zur Raumfahrt-Spielstation umfunktionieren kann, so merke ich, dass mich die Liga „berufstätig“, „sozial engagiert“, „klug und kreativ“ sowie offensichtlich auch noch „sympathisch“ durchaus beeindruckt – und, wie jetzt bei Kerstin Lüking, auch schon mal mit latentem Minderwertigkeitsgefühl erfüllt. 

Habe ich realen Anlass zu solcherlei Gefühlen? Sicher nicht. Wecke ich selbst, mit Blog, Beruf und Kind sowie dem Stammtisch für Allein- und Getrennterziehende, den ich mit einer Freundin organisiere, in anderen Müttern ähnliche Gefühle? Vielleicht. 

Konkurrenz unter Müttern

Konkurrenz unter Müttern ist ein Tabu. Wo in der Herrenwelt spielerisches Kräftemessen und „Wer-hat-den-größten-Hahnenkamm“-Gepose angesagt ist, haben wir Damen uns lieb. Oder wollen uns lieb haben.

Wettbewerb taucht dabei ganz nebenbei in der Form der „Bei-uns-alles-easy“-Attitüde auf, in lässig unterschlagenen, bzw. humorvoll aufbereiteten, Problemen oder – online – eben als photoshop-optimierte „Happy Family“- und „Coole Mutti“-Bilderwelt. 

Da ich mich bei Facebook und Instagram ausgeklinkt habe, bekomme ich davon nicht viel mit. Im echten Leben habe ich es mit zahlreichen wirklich starken, klugen, faszinierenden Frauen und Müttern zu tun. Dafür bin ich sehr dankbar und diese Kontakte tun mir spürbar gut.

Ich bewundere auch Frauen wie Kerstin Lüking. Lasst euch von Müttern wie ihr beeindrucken, anregen oder auch überraschen! Aber vergesst dabei nicht: Echte Mütter-Power hat viele Gesichter. Manchmal kann sie auch nur bedeuten, dass ihr es nach einem „Sch…-Tag“ noch fertigbringt, eurem Kind mit einem Lächeln im Gesicht die Nase abzuwischen. 

Der Candy-Apple der „Super-Moms“, den uns soziale Medien unter die Nase halten, mag beeindruckend süß und leuchtend rot glasiert sein – aber unter der Zuckerschicht ist er – tata – eben auch nur Obst.🙂

Herzlichen Gruß, Sunnybee

[Foto: Pixabay]

Wehmütig spricht die Mätresse…

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Modigliani Ohne Titel (C) WahooArt.com

Wehmütig spricht die Mätresse: „Du Armleuchter! Eingezwercht mit dir ist mir ganz blümerant zumute!“

… Aber, sorry, wer an dieser Stelle auf Offenbarungen ex privatum hofft, muss enttäuscht den Blick abwenden:

Das hier ist WERBUNG

… und auch noch in eigener Sache, nämlich für meine ganz persönliche Sammlung an Lieblingswörtern, die ich HIER VERÖFFENTLICHT habe und die ihr per Kommentar sehr gern und zur großen Freude meinerseits noch bis ÜBERMORGEN (25.1.) ergänzen könnt. Zu GEWINNEN gibt es auch was!🙂

Und außerdem ist es SELBSTSCHUTZ

… denn wenn das Leben gerade mit einer bunten Mischung aus höchst Schönem und höchst Unerfreulichem über einem zusammenschlägt und viel zu tun ist und eigentlich die Muße zu jedem Sammeln, Ordnen, Reflektieren fehlt, dann ist LACHEN manchmal das einzig Mögliche. Und Sinnvolle. Finde ich.

Daher dieser nicht sehr sinnreiche  und dennoch sinnvolle Post, inklusive gleich fünf (!) Lieblingswörtern, die ihr im ersten Satz dieses Beitrags, sowie – ich sagte es bereits – hier findet!…

Herzlichen Gruß, Sunnybee

 

 

Kleines Verzeichnis klangvoller Wörter [mit Gewinnspiel]

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Hier mal ein Beitrag, ein wenig außerhalb meines sonstigen Themenbereichs, aber – hach – eine Wonne für mich als Sprachliebhaberin und Wortspielerin…

Ach ja: und zu gewinnen gibt es auch noch was!😉

Andrea Schuster, die, wie ich, seit etwa einem Jahr ihren tollen Blog „Lesen… in vollen Zügen“ betreibt, durch dessen Buchempfehlungen ich mich immer wieder gern inspirieren lasse, hat vor kurzem einen Artikel verfasst, der mich aus mehreren Gründen anspricht und mich, wie ihr seht, jetzt sogar zu einem „Antwortartikel“ bewegt. 

„You go me on the cookie“

Andrea stellt in ihrem Beitrag das Buch „You go me on the cookie“ der Amerikanerin Dana Newman vor, das auf offensichtlich charmante und unterhaltsame Weise die Untiefen der deutschen Sprache „auslotet“, speziell aus nichtdeutscher Sicht. Andreas Rezension an sich ist einen Besuch ihres Blogs wert. Mich begeistert an ihrem Artikel jedoch besonders, dass sie die Autorin des Werks, die inzwischen in Deutschland lebt, spontan zu einem (Kurz-) Interview getroffen hat, das die Buchbesprechungen als „I-Tüpfelchen“ ergänzt. Und damit bin ich irgendwie doch wieder beim Thema meines Blogs: WOW, beeindruckend, welche Netzwerke und Verbindungen die Bloggerei auch im „echten“ Leben, außerhalb des Netzes, möglich machen kann. Mehr davon!

Meine Lieblingswörter

Und somit jetzt zum „Kernthema“ dieses Artikels: Andrea fragt nämlich nach dem Lieblingswort Ihrer Leser/innen und das bringt mich zu: 

I-Tüpfelchen

„Ein wunderbar verspieltes Wort, das sich in die deutsche Sprache geschlichen hat wie das ä-Tüpfelchen in „Sahnehäubchen“ und jeder Sache das beigibt, was sie wirklich exquisit macht. Und nicht zuletzt die charmante Referenz an die „Umlautigkeit“ der deutschen Sprache, die mit all ihren i-, ö-, ä- und ü-Tüpfelchen zu bezaubern weiß!“

Kleinod

„Schau es dir an, das Kleinod: Loblied an die Schönheit der Welt und dabei klein und filigran, nur von dem erkannt, der es mit wachem – und wertschätzendem – Blick zu finden und sich an seiner Schönheit zu erfreuen vermag.“

Mätresse

„Allein der Klang erweckt das Bild von Fülle, runder Sinnlichkeit, verhängten Fenstern. […] An ihr ist das Meiste versteckt, aber nichts verschämt. In ihrer Grandezza verlangt die Mätresse von dem, der zu ihr kommt, eine ihr entsprechende Größe. Damit ist sie das altmodische Symbol für eine Frau ohne Eigenständigkeit – aber mit Stolz.“

Wehmut

„Ein eigenes Wunder, die Wehmut. Achtungsvolles Tribut an die Vielschichtigkeit der Seele. Leichter als die drückende Schwermut, nicht halb so drängend wie die Sehnsucht, dabei eng verwandt mit der sanft ziehenden Nostalgie, so ist sie Begriff für eine ganz eigene Art des Empfindens. […] Die Wehmut ist überwachsenes Leid, von der Zeit gedämpfter Schmerz. […] Melancholische Berichterstatterin, beschreibt sie, was sie sieht, ergriffen und doch aus Distanz.“

Langmut

„Was will sie mir sagen, die aristokratisch wirkende Langmut? Erhaben über der Menge der alltagssprachlichen Begriffe steht sie da: stolz, nachsichtig, etwas angestaubt und doch achtungsgebietend in ihrer antiquierten Schönheit. […] Sie hat den Überblick, über den sie aus der Nähe, in das Geschehen verstrickt, nicht verfügen würde. Dabei ist sie nicht distanziert von den Dingen, die sie betrachtet. Aus dem ihr eigenen Abstand verfolgt sie diese mit Empathie, Großzügigkeit und Nachsicht. […] Wie das mittelhochdeutsche „muot“ ahnen lässt, steht sie für eine besondere Gesinnung: eine souveräne, in ihrer Macht dezente alte Dame.“

Ihr seht, gerade „explodiere“ ich ein wenig vor Schreib- und Schaffensfreude und danke herzlich Andrea – und letztlich auch Dana Newman unbekannterweise – für diese Inspiration!

Wollt ihr ein Buch von mir?

Damit möchte ich auch euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, die Frage stellen: 

Was ist euer absolutes Lieblingswort? 

Und – aufgepasst – unter allen, die hier bis zum 25.1.19 kommentieren, verlose ich ebenfalls ein echtes „Kleinod“, nämlich ein Buch VON MIR, das ich vor etwa zehn Jahren selbst verfasst und gestaltet habe! Unter anderem enthält es das titelgebende „Verzeichnis klangvoller Wörter“. Ihr seht einen Ausschnitt daraus oben als Titelbild meines Beitrags. Wenn ihr also interessiert seid, schreibt! Und natürlich auch so, wenn ihr einfach nur euren ganz persönlichen „Wort-Schatz“ hier verewigen wollt.

Ich bin auf euer Lieblingswort gespannt!🙂

Herzlichen Gruß, Sunnybee