Hochsensibilität, Kunst, Persönliches

Jorge Bucay: „Drei Fragen“ und Eckhart Tolle: „Jetzt!“

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Mit Büchern ist es für mich wie mit Menschen: 

Ich lasse mich nicht gern verkuppeln.

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Familie, Hochsensibilität

Hochsensibel Eltern sein: 5 Tipps für ein glücklicheres Familienleben

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Eine hohe Empfänglichkeit für äußere und innere Reize und intensive Gefühle während ihrer Verarbeitung – so in etwa lässt sich „Hochsensibilität“ in kürzester Form definieren. Weiterlesen „Hochsensibel Eltern sein: 5 Tipps für ein glücklicheres Familienleben“

alleinerziehend, Familie, Partnerschaft, Persönliches

Eine starke Beziehung führen

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Getrennt mit Kind über (gelingende) Beziehungen schreiben? – Warum nicht? 😉 Wann sprechen wir überhaupt von einer „starken“, tragfähigen Beziehung? 

Eine Beziehung ist stark

  • wenn sie in guten wie schlechten Zeiten Bestand hat,
  • wenn sie Veränderungen aushält (sei es der Lebensumstände oder der Partner selbst),
  • wenn sie den Beteiligten Raum gibt, zu wachsen und sich (weiter) zu entwickeln und zugleich der Raum ist, in dem alle Beteiligten sein können, wie sie sind.

Eine solche Beziehung kann zwischen Eltern und Kindern bestehen, zwischen Partnern oder sehr engen Freunden. In einer solchen Beziehung sage ich sinnbildlich zwei Dinge:

1) Ich vertraue dir, dass du mich (er-) tragen kannst. 

2) Und ich lasse zu, dass du es auf deine Weise tust.

Vertrauen in mich und in andere

Besonders in einer Partnerschaft resultieren Eifersucht, Angst vor Erwartungen oder Verlustangst doch letztlich oft aus einer Sache: fehlendem Vertrauen. Das Vertrauen in meine eigene Stärke und in die Fähigkeit, für mich einzustehen – aber auch in die Vertrauenswürdigkeit des anderen: wird er oder sie mich tatsächlich (er-) tragen in guten wie in schlechten Zeiten? Meine Macken aushalten und mir beistehen über die ersten Hürden unserer Partnerschaft hinaus? Ist mein Gegenüber auch vertrauenswürdig in dem Sinn, dass er oder sie gut für sich sorgt und mir nicht die Verantwortung für das eigene Verhalten aufzubürden versucht? 

Ich vertraue dir, dass du mich (er-) tragen kannst. Und ich lasse zu, dass du es auf deine Weise tust. 

Schwäche, Bedürftigkeit und Fehlbarkeit (die eigene wie die der anderen) enthalten letztlich ein großes Potential: sie geben mir die Möglichkeit gut für mich selbst zu sorgen. Manchmal erhält eine Beziehung ja gerade dadurch Tragkraft, dass ich fürsorglich zu mir selbst bin und meinem Partner oder meiner Partnerin somit den Raum gebe, nach den eigenen Bedürfnissen zu handeln.

Was ist?

Ich wünsche mir mehr Fürsorge, Nähe oder Austausch mit meinem Partner oder meiner Partnerin?

Was kann die Lösung sein?

Ich bin fürsorglich zu mir selbst und lasse ihn oder sie mir genau soviel Fürsorge, Nähe und Austausch geben, wie für ihn oder sie stimmig ist. Ist das weniger, als ich möchte, suche ich mir Menschen, die mir geben können, was mir fehlt. 

Was ist?

Ich möchte, dass meine Partnerin oder mein Partner mehr Initiative zeigt oder eigenständiger ist?

Was kann die Lösung sein?

Ich setze die Dinge um, die mir wichtig sind und erlaube ihr oder ihm, zu tun, was sie oder er möchte und vermag. Ist mir das nicht genug, suche ich mir Menschen, die mit mir umsetzen, was mir auf den Nägeln brennt. 

Was ich mir wünsche, gebe ich

Aber was, wenn das Vertrauen innerhalb der Beziehung – oder, z.B. nach einer Trennung, in Beziehungen an sich – erschüttert ist und sich beide Beteiligten schwer damit tun, (wieder) aufeinander zuzugehen? 

Ein kraftvoller Gedanke mag dann sein: was ich mir vom anderen wünsche, gebe ich ihm oder ihr zunächst selbst. 

Was ist?

Ich wünsche mir, dass meine Partnerin mich annimmt, wie ich bin?

Was kann die Lösung sein?

Ich nehme sie an, wie sie ist. 

Was ist?

Ich wünsche mir, dass mein Partner mir vertraut?

Was kann die Lösung sein?

Ich vertraue ihm. 

Was ist?

Ich wünsche mir, bei meiner Partnerin schwach, fehlbar,  unsicher, unbequem sein zu dürfen?

Was kann die Lösung sein?

Ich erlaube ihr, bei mir schwach, fehlbar, unsicher, unbequem zu sein.

Was ist?

Ich wünsche mir, dass mein Partner seine Angst verliert, nicht zu genügen?

Was kann die Lösung sein?

Ich erlaube mir selbst meine Angst, nicht zu genügen. Will ich meinen Partner perfekt, kann ich das nur schwer verbergen – und zweifle meist selbst daran, gut genug zu sein, so, wie ich eben bin.

Eine starke Beziehung erfordert (innere) Stärke

Eine Beziehung zu führen erfordert die Bereitschaft zu Entwicklung und damit eine wichtige Form innerer Stärke. Andererseits erlaubt mir eine „starke“ Beziehung auch, in ihr schwach zu sein. Ich muss meine Unsicherheit und Fehlbarkeit nicht verstecken, denn mein Gegenüber nimmt mich mit ihr an. Andererseits darf meine Partnerin oder mein Partner selbst „unperfekt“ sein, bzw. Dinge auf eine Weise tun, die ich nicht schätze, weil ich stark genug bin, mich und unsere Beziehung dadurch nicht in Frage gestellt zu fühlen. 

Insofern ist eine starke Beziehung auch immer bedingt durch die (innere) Stärke zweier Menschen: Die Stärke, dem anderen zu vertrauen – und ihn (oder sie) sein zu lassen, wie er (oder sie) ist. 

Was ist für euch eine starke Beziehung? Stimmt ihr meinen Überlegungen zu oder seid ihr anderer Meinung? Ich freue mich über euren Kommentar!

Herzliche Grüße, Sunnybee

Familie, Gesellschaft, Partnerschaft, Persönliches

Die Kunst, (sich selbst) zu loben

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Ein ehrlich gemeintes Kompliment  ist etwas Wunderbares. Weil es sichtbar macht, was an Gutem da ist. Weil es die Seele stärkt und zwischen dem, der lobt und dem, der das Kompliment erhält, Herzensnähe schaffen kann: „Ich sehe dich und was ich sehe, gefällt mir!“

Dennoch fällt es vielen Erwachsenen erstaunlich schwer, andere – geschweige denn sich selbst – zu loben. Hier habe ich darüber schon einmal geschrieben. „Das steigt ihr zu Kopf!“, „Am Ende denkt er, ich wolle mich bei ihm anbiedern!“. „Eigenlob stinkt!“ So in etwa die vorgebrachten „Gründe“, ein von Herzen kommendes Kompliment gar nicht erst auszusprechen. Die Kultur des Nicht-Lobens hat in Deutschland Tradition. Liegt es am reservierten Naturell der Teutonen oder zeigt sich hier eine späte Folge der „braunen“ Ideologie der 1930er und 40er-Jahre, nach der dem „Volkskörper“ jede Verzärtelung ausgetrieben werden sollte? 

Konkret, überraschend und ehrlich gemeint

Das Loben selbst ist nämlich gar nicht so schwer. Für ein Kompliment, dass das Potential hat, von Herzen zu erfreuen, gelten eigentlich nur drei Regeln: 

  1. Es ist konkret
  2. Es überrascht
  3. Es ist ehrlich gemeint. 

Ein tolles Lob ist konkret

Also: „Der Leberfleck an deiner Schulter sieht aus wie ein Klecks Schoko-Eis. Mmmm..“ Oder: „Die Einleitung deines Vortrags hat mich begeistert. Der Vergleich Spinozas mit einem Nilpferd war wirklich originell.“ Oder: Für deinen selbstgebackenen Pflaumenkuchen würde ich bis nach XY (weit entfernter Ort) laufen: sooo lecker!“

Wem das übertrieben erscheinen mag, der sei auf Regel zwei und drei verwiesen: Ein gutes Kompliment überrascht – und es ist ehrlich gemeint. 

Ein tolles Lob überrascht

Also nicht das Kompliment für die strahlend blauen Augen, sondern vielleicht für die charmante kleine Lücke zwischen den Schneidezähnen. Oder für die Elfenohren. Oder den Leberfleck am Kinn. Und für den klugen Kopf nicht das hundertste Lob seiner einfallsreichen Gedanken, sondern ein Dankeschön, dass er Dinge so anschaulich erklärt. Oder gut zuhören kann. Oder so nett lächelt, während er doziert – was eben zutrifft. Es gilt: das Gewohnte erfreut; ein Blick für das Neue begeistert!

Ein tolles Lob ist ehrlich gemeint

Das bringt mich zum letzten Punkt meiner kleinen „Lobes-Hymne“: ein Lob, das das Potential hat, von Herzen zu erfreuen, kommt meist selbst von Herzen. Da sind die gewählten Worte zweitrangig. „Du bist einfach super!“ „Das hast du wunderbar gemacht!“ – Weder originell noch überraschend, aber mit leuchtenden Augen vorgetragen vielleicht das, was dem anderen als Glücksmoment des Tages im Gedächtnis bleibt. Letztlich gilt eben: „Ich sehe dich und was ich sehe, gefällt mir!“ Und um das deutlich zu machen reicht manchmal ein liebevoller Blick. 

Ich wünsche dir, dass du Komplimente dieser Art dir und anderen noch häufig schenkst. Danke für dein aufmerksames Mitlesen!

Herzliche Grüße, Sunnybee

PS. Magst du hier von dem schönsten Kompliment schreiben, das du in der letzten Zeit bekommen hast? Ich freue mich, von dir zu lesen!