Wie riecht der Februar? Eine Übung in Achtsamkeit

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Wonach riecht eigentlich der Februar?

  • nach von Regen durchnässten, in der Tasche vergessenen Wollhandschuhen?
  • nach Schweiß unter Winterjacken, wenn der Frost des Morgens am Mittag frühlingshaften Temperaturen gewichen ist?
  • nach Holzkohlerauchfäden, die die Luft durchziehen?
  • nach erdbeerliköriger Kotze, Polyesterstoff und dem Fettstift der Schminke an Karneval?
  • nach Puderzucker, der beim Hineinbeißen von Fastnachtskrapfen aufstiebt?
  • nach lehmig in der Sonne verdampfenden Pfützen?

Meine Mitbloggerin fundevogel hat mich mit ihrem wunderbaren Blogbeitrag zu den Düften des Januars dazu inspiriert, in den Februar hineinzuschnuppern. 

Ein Geruch und drei Erkenntnisse

Ich tat es während der Fahrt von meiner Arbeitsstelle zum Kindergarten meines Sohnes und bemerkte drei Dinge:

  • während man Rad fährt, riecht man (fast) nichts. Der Fahrtwind lässt nur die Wahrnehmung der intensivsten Gerüche zu. Das wirkliche Riechen erfordert also offensichtlich, ebenso wie das wirkliche Betrachten, ZEIT!
  • Wirklich Riechen, Schnuppern, Wahrnehmen schenkt auch Zeit. Die verbrachte Zeit scheint sich zu dehnen. Ich denke das in den Sekunden, nachdem ich tatsächlich vom Rad abgestiegen bin, mich zu einer Pfütze herunterbeuge und versuche, den leicht kalkigen, erdigen Duft des verdunstenden Wassers einzufangen. Jetzt, während ich die Erinnerung daran niederschreibe, muss ich an Momo denken, Hauptfigur des gleichnamigen Kinderbuchklassikers des Autors Michael Ende: als alles hetzt und rennt und die unheimlichen „grauen Männer“, die „Zeitdiebe“ dieser feinsinnigen Parabel, ihr auf den Fersen sind, bewegt sie sich so langsam es geht, Schritt für Schritt, folgt einer Schildkröte, die ihr den Weg zu ihrem nächsten Ziel weist. Daran muss ich denken, als ich, gebeugt über „meine“ Pfütze, den Fluss des Tages für einen Augenblick durchbreche: das bewusste sich Zeit Nehmen gibt gefühlt Zeit zurück.
  • damit bin ich bei dem, was mir diese Meditation über den Duft, den flüchtigsten aller sinnlichen Eindrücke, deutlich macht: werde ich langsam, weitet sich meine Wahrnehmung. Und lasse ich zu, dass das geschieht, geschieht etwas Wunderbares: ich komme wieder bei dem an, was ich tue. Frei nach Eckhart Tolle: Jetzt! Und Jetzt. Und Jetzt. 

Als Mensch mit ohnehin feiner Wahrnehmung, manchmal überflutet von den Reizen einer Großstadt und dem Leben, das mein Alltag als berufstätige und getrennt erziehende Mutter mit sich bringt, ist dieser Augenblick eine willkommene Erinnerung: 

Das Leben zeigt sich dir als erfüllend, lebensvoll und wunderbar – wenn du ihm den Raum dazu gibst. 

Herzliche, feinsinnige Grüße an diesem Wochenende, Sunnybee

PS. Wer mag, hier eine Buchrezension von mir zum Thema: 

Jorge Bucay: „Drei Fragen“ und Eckhart Tolle: „Jetzt!“

 

Jorge Bucay: „Drei Fragen“ und Eckhart Tolle: „Jetzt!“

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Mit Büchern ist es für mich wie mit Menschen: 

Ich lasse mich nicht gern verkuppeln. 

Entsprechend bin ich gar nicht besonders erfreut darüber, Bücher geschenkt zu bekommen, erst recht nicht mit der Empfehlung: „Das könnte dich interessieren.“ Ich bin eine begeisterte Leserin und habe zugleich, als berufstätige, getrennt erziehende Mutter eines Kleinkindes, nicht besonders viel Zeit, um in Ruhe zu schmökern. Somit ist jede Beziehung, die ich mit einem neuen Buch eingehe, für mich etwas Besonderes. Ich treffe meine Auswahl mit Bedacht – und möchte sie mir nicht von anderen treffen lassen. 

Das vorweg zum ersten der beiden Lebensratgeber, die ich hier vorstellen möchte. 

Eckhart Tolle: „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“

Fast jeder, der sich mit den Themen Achtsamkeit, Selbstfürsorge und bewusster Wahrnehmung befasst, dürfte auf Eckhart Tolle stoßen. Als Klappentext der Ausgabe, die ich geschenkt bekam, mit der Empfehlung, das Buch werde mich begeistern (!), erklären die Fernsehmoderatorin Nina Ruge, Jazz-Musiker Roger Cicero und Schauspielerin Ursula Karven sinngemäß, das Bändchen habe ihr Leben verändert. Darunter grinst mich ein Brillenträger in Kordjacket an – Eckhart Tolle himself – und die Erläuterung zu seinem Werk erklärt, seine „profunde und gleichzeitig […] einfache Lehre“ habe unzähligen Menschen in aller Welt geholfen, „Frieden und […] Erfüllung“ zu finden. 

Nun ja. In der Buchhandlung hätte ich das kleine gelbe Buch wohl zur Seite gelegt. So hatte ich es aber schon in der Hand und begann zu lesen. Zunächst eine klassische „Erweckungsgeschichte“: Eckhart Tolle, ein junger Mann um die 30, ist von Ängsten und Depressionen geplagt und erlebt eines Morgens einen Moment völliger Haltlosigkeit. Alles, woran er sich als „Identität“ geklammert hat, kommt ihm bedeutungslos vor, bzw. scheint ihm zu entgleiten. Er reagiert darauf – verständlicherweise – mit großer Angst und fällt schließlich in einen ohnmachtsähnlichen Schlaf. Als er daraus erwacht, hat sich seine Wahrnehmung gewandelt: er spürt nun, dass seine äußere Identität, Beruf, Status, seine Beziehungen, Hoffnungen und Erwartungen tatsächlich nur eine äußerliche Hülle sind. Eine Art „Scheingewand“, unter dem sein wahres Selbst – und damit ein tiefer Frieden – verborgen ist. Ein SEIN, das einfach da ist und sich in Dankbarkeit und Annahme mit allem verbindet und verbunden fühlt. 

Der Rest des Buches ist ein (fiktiver) Dialog zwischen einem klugen Schüler und seinem nicht minder klugen Lehrer. Eines der „Gespräche“ klingt z.B. so: 

– [An meiner Lebenssituation] festzuhängen ist es, was mich unglücklich macht.

– Vergiss für eine Weile deine Lebenssituation und gib deinem Leben die Aufmerksamkeit.

– Was ist der Unterschied?

–  […] Deine Lebenssituation ist eine Einbildung des Verstandes. Dein Leben ist wirklich. Finde das „schmale Tor, das zum Leben führt“. Es heißt: das Jetzt. Reduziere dein Leben auf diesen Moment. Deine Lebenssituation mag voller Probleme sein – das sind die meisten Lebenssituationen -, aber finde heraus, ob du in diesem Moment irgendein Problem hast. Nicht morgen oder in zehn Minuten, sondern jetzt. Gibt es jetzt ein Problem? […] Benutze deine Sinne. Sei völlig da, wo du bist. Schau dich um. Schau nur, interpretiere nicht. Sieh das Licht, sieh Konturen, Farben, Materialien. Sei dir der stillen Gegenwart aller Dinge bewusst. […] Erlaube allem zu sein, innen und außen. Erlaube das „So-Sein“ aller Dinge. Bewege dich tief ins Jetzt hinein. Du lässt die abstumpfende Welt von geistiger Abstraktion und von Zeit hinter dir. Du verlässt den kranken Verstand, der dir deine Lebensenergie entzieht, so wie er auch langsam die Erde vergiftet und zerstört. Du erwächst aus dem Traum von Zeit in die Gegenwart.

Tja, damit hatte Herr Tolle mich für sich gewonnen. Nicht, weil ich immer schon mal „meinen kranken Verstand ablegen“ wollte, sondern weil ich intuitiv nachvollziehen konnte, welche Erleichterung und Freude im wirklich „Gegenwärtig-Sein“ liegen kann. Ich las also weiter. Und empfehle das Buch jetzt hier. Vor allem aber lebe ich, so oft es geht,  tatsächlich mein Leben und nicht meine Lebenssituation, z.B. indem ich auf dem Weg von meinem Arbeitsplatz zum Kindergarten meines Sohnes erschnuppere: „Wie riecht der Februar?“ 🙂

Jorge Bucay: „Drei Fragen“

Und damit zu einem zweiten klugen Buch, das mich seit Jahren begleitet, in dem Sinn, dass ich immer mal wieder hineinlinse, mich festlese und klüger und bestärkt daraus hervortauche. „Drei Fragen“ habe ich ebenfalls  nicht gesucht. Eine Freundin hatte mich zu einer Lesung von Jorge Bucay eingeladen, den ich davor nicht kannte. So saßen wir denn zwischen etwa 40 anderen Leserinnen und Lesern und hörten uns die Geschichten dieses rundlichen, gut gelaunten Manns mittleren Alters an, der es schaffte, uns die größten Fragen des Lebens „Wer bin ich?“ „Wohin gehe ich?“ „Und mit wem?“ nonchalant wie Zuckergebäck zu präsentieren und noch einige mögliche Antworten mit dazu. 

Kein Guru, der sagt: So ist es richtig, das ist der eine, rechte Weg zum Glück.

„Selbstverständlich geht es nicht darum, sich sklavisch an irgendein Konzept zu halten, das ich hier aufstelle. Wie jeder weiß, entspricht die Karte niemals exakt dem Gebiet und so ist auch jeder Leser aufgerufen, den Kurs zu korrigieren, wann auch immer der Autor seiner Meinung nach falschliegt. Nur so werden wir am Schluss zueinanderfinden. Du mit deinen Antworten und ich mit meinen. Das heißt, du hast deine Antworten gefunden. Und ich die meinen.“

Das hörte sich für mich vielversprechend an. Zumal ich die drei Fragen, die Bucay aufwirft, höchst spannend fand – und finde:

„[…] Die erste Aufgabe ist es, herauszufinden, wer ich bin. Die definitive Begegnung mit mir selbst. Zu lernen, von niemandem abhängig zu sein.

Die zweite Aufgabe besteht darin, mich zu entscheiden, wohin ich gehe. Die Suche nach Erfüllung und Sinn. Unsere Bestimmung im Leben zu finden.

Und als Drittes gilt es sich auszusuchen, mit wem. Die Begegnung mit dem anderen und den Mut, all das zurückzulassen, was sich nicht stimmig anfühlt. Sich der Liebe zu öffnen und die passenden Wegbegleiter zu finden.“

Der Kreis schließt sich

An dieser Stelle treffen Bucay und Tolle dann wohl aufeinander: Wo ich tief im Inneren bei dem bin, was IST und mit dem einverstanden bin, wer ich bin, kann ich im Außen mit der Welt und den Menschen in echte Verbindung treten. Spüre ich dieses tiefe Stimmig- und Gegenwärtig-Sein in mir, brauche ich außen niemanden, der mir sagt, wohin ich gehen soll. Und ich kann für andere, ebenso wie für mich, eine Quelle des Friedens, der Liebe und der Akzeptanz werden. 

Ich würde sagen, allein um an diesen klugen Gedanken teilzuhaben, lohnt sich der Kauf dieser beiden Werke. 

Herzliche, philosophische, Grüße, Sunnybee

PS. Wie immer sind die Bücher, die ich hier vorstelle, persönliche Empfehlungen. Ich erhalte dadurch keinerlei finanziellen Vorteil und verfolge keine kommerziellen Interessen.

Warum mir Zeiten digitaler Stille wichtig sind: Ein Selbstversuch

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Ab sofort gibt’s hier im Blog an ZWEI festen Tagen neue Beiträge zu lesen: MITTWOCHS und SAMSTAGS. 

Ich mache damit einen Selbstversuch. Warum?

  1. Ich schreibe für meinen Blog unheimlich gern und gerade auch sehr viel, die Tastatur steht sozusagen nicht still😉. Das macht mir ehrlich Spaß und hat einen tollen „Nebeneffekt“: inzwischen lesen eine Menge Leute meine Artikel und nicht wenige von euch beehren mich mit ihren tollen, durchdachten, oft auch persönlichen Kommentaren, die ich sehr gern beantworten will. 
  1. Das Netz ist – jawohl – schnell und immer verfügbar. Ping Ping. Kurznachrichten, Chats, E-Mails, die Kommentare und Benachrichtigungen, die mich über meinem Blog erreichen: ein stetes „Hintergrundrauschen“, das mein Leben untermalt. Dutzende Extra-Reize, die meine Handlungen, Gedanken, Gespräche jeden einzelnen Tag unterbrechen. Dazu sage ich jetzt einfach mal STOP. 

Ob mir das gelingen wird? 

Ich habe hier im Blog schon einmal geschrieben, warum mir Zeiten digitaler Stille wichtig sind. 

Zur (eigenen) Erinnerung: 

  • weil ich mit meinen besten Freund/innen und mit meiner Familie an einem Tisch zusammensitzen und mit ihnen sprechen will, nicht chatten oder Sprachnachrichten austauschen, die neue Form des „sich gegenseitig auf den Anrufbeantworter Sprechens“. Das tue ich für meinen Geschmack schon viel zu oft. 
  • weil ich merke, es entspannt mich, wenn ich längere Zeit am Stück mein Handy nicht in der Hand habe, keinen neuen Informations- und Kommunikations-Input erhalte, keine zusätzlichen Reize in meinem ohnehin reizintensiven Alltag. 
  • weil ich mich ertappt habe, wie ein Pawlowscher Hund auf das Signal „Sie haben Post“ zu reagieren: es zuckt mir in den Fingern und ich spüre den deutlichen Drang, nachzusehen, wer da was geschrieben hat. Frei nach McLuhan: „The Medium is the Message“: diese Nachricht will ich gar nicht empfangen. Das ist mir für meinen Geschmack entschieden zu konditioniert!

Daher lese – und schreibe – ich jetzt versuchsweise zu festen Zeiten.

Die restliche Zeit bleibt mein Handy AUS. So richtig. Ohne Empfang. In der Tasche, bzw. gleich im Schrank. Mal sehen, was passiert. 

Vermutlich einfach nur himmlische Ruhe?!

Vielleicht hat der eine oder die andere ja sogar Lust mitzumachen? Dann freue ich mich – wie immer – über Kommentare, wie es euch dabei ergangen ist. Ich lese und beantworte sie dann, wenn mein Handy wieder an ist. Vermutlich nächsten Samstag!😀

Herzlichen Gruß, Sunnybee

Hochsensibel Eltern sein: 5 Tipps für ein glücklicheres Familienleben

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Eine hohe Empfänglichkeit für äußere und innere Reize und intensive Gefühle während ihrer Verarbeitung – so in etwa lässt sich „Hochsensibilität“ in kürzester Form definieren.

Hochsensibilität ist eine körperliche Besonderheit, die Auswirkungen auf das psychische und physische Wohlbefinden haben kann. Entsprechend müssen hochsensibel empfindende Menschen Wege finden, mit ihrer Disposition umzugehen, um einer Welt, die ihnen oft als zu laut, zu schnell und manchmal auch zu unüberschaubar erscheint, gerecht zu werden. Tun sie dies nicht, bzw. gehen Eltern nicht auf die Bedürfnisse ihres hochsensiblen Kindes ein, kann dies zu massiven Anspannungs- und Stresssymptomen führen, wie z.B. Schlafstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhter Aggressivität und Unruhe, aber auch Angstgefühlen und Niedergeschlagenheit. 

Die Pflicht, gut für sich selbst zu sorgen

Als hochsensibel wahrnehmende  Mutter oder hochsensibler Vater habe ich die Verantwortung – ich würde sogar sagen, die Pflicht – gut für mich zu sorgen und damit nicht nur mich, sondern auch die mir am nächsten Stehenden (Kinder und ggf. den Partner, bzw. die Partnerin) zu schützen sowie mir und meiner Umwelt die Möglichkeit zu geben, mein Potential als Mensch und Mutter oder Vater voll auszuschöpfen. 

Mutter oder Vater sein ist ein „Fulltime-Job“. Für mein(e) Kind(er) bin ich 24/7 verantwortlich, selbst wenn ich sie nicht die ganze Zeit um mich habe. Potenziert wird dieses Gefühl des „Rund-um-die-Uhr-Zuständigseins“, wenn ich zusätzlich zu meiner Aufgabe als Mutter oder Vater einen Beruf ausübe und somit in einem zweiten Bereich Verantwortung trage, oder wenn ich gar alleinerziehend bin und damit emotional (und oft auch praktisch) die Fürsorge und Erziehung meiner Kinder alleine schultern muss.

5 praktische Tipps für einen entspannteren Alltag

Wie soll das alles mit hochsensibler Disposition möglich sein? In diesem Fall brauche ich die Auszeiten für mich körperlich, um nicht nach einiger Zeit überreizt zusammenzubrechen, bzw. zu explodieren. Und das unter den Umständen, die das Zusammenleben mit (kleinen) Kindern eben mit sich bringt: viel und schnell wechselnde Aktivität, oft große Lautstärke, Gefühlsausbrüche in sekundenschnellem Wechsel, dazu die Besonderheit, dass alles blitzschnell anders kommen kann als geplant: wie soll ich da die Struktur finden sowie die Momente der Ruhe und Kontemplation, die ich als hochsensibler Mensch wie die Luft zum Atmen brauche? 

1) Ich nehme meine Bedürfnisse ernst und handle nach ihnen

Nun, zuerst einmal, indem ich meine Bedürfnisse ernst nehme. Mag sein, dass es für andere, weniger reizempfindliche, Menschen passt, direkt nach der Arbeit ihr Kind vom Kindergarten abzuholen und sich mit zwei anderen Familien zum Kindersportkurs zu verabreden. Wenn ich weiß, dass mich das stresst und der Lautstärke- und Aktivitätspegel nach einem Arbeitsvormittag für mich zu viel wäre, MACHE ICH DAS NICHT.

Lieber gehe ich allein mit meinem Kind auf dem Spielplatz oder wir lassen uns im Winter zuhause ein Bad ein. Wenn ich mich dabei entspanne, haben alle Beteiligten mehr davon, als wenn ich abends völlig überreizt Kind oder Partner anschnauze oder erschöpft an meiner Kompetenz als Mutter oder Vater zweifle. 

2) Kurze Wege planen

Nicht nur hochsensible Eltern verzweifeln manchmal an der Vielzahl an Aktivitäten, die es mit Kind zu bewältigen gilt. Da stehen nachmittags der Musik- oder Sportkurs auf dem Programm, außerdem das Treffen mit der Kita-Freundin im anderen Stadtteil und das Kindercafé im Nachbarort wollte man auch immer schon mal ausprobieren. Dann noch schnell der Termin bei der Bank auf dem Weg dorthin und vor der Arbeit am nächsten Tag der Zahnarztbesuch, natürlich, nachdem die Kinder gut in Schule oder Kindergarten angekommen sind. Unter der „Atemlosigkeit“ eines solchen Lebens klagen viele Eltern – für hochsensible Mütter oder Väter ist sie geradezu Gift.

Herumgegondel zwischen Stadtteilen für die „Freizeitbespaßung“, ein quasi pausenloses Programm von 6 Uhr morgens bis abends um 21 Uhr?! NICHT FÜR HOCHSENSIBLE. Mistet aus, was an Freizeitaktivitäten nicht absolut nötig ist und falls eure Kinder wirklich zum Judo oder in den Kinder-Malkurs wollen, wählt den Kurs, der am leichtesten erreichbar ist. Auf Matten hopsen macht 4-Jährigen auch Freude, wenn es in der Schule um die Ecke stattfindet – es muss nicht der Kurs nach Montessori-Pädagogik im anderen Stadtteil sein. Das gilt übrigens auch für eigene Aktivitäten. Fahrzeiten sind Stresszeiten und Wege zwischen zwei Aktivitäten sind keine Pausen – außer, ihr könnt auf eure Privat-Limousine zurückgreifen und euch vom Chauffeur durch die Gegend gondeln lassen… 

3) Sich echte Pausen gönnen

Auf der Seite „pusteblumen-fuer-mama“ hat die Autorin, selbst hochsensible Mutter von zwei Kindern im Schul- und Vorschulalter, in einem ihrer Artikel sehr treffend beschrieben, wie nötig hochsensible Eltern Pausen brauchen. Und zwar nicht nur ein Kaffee „in Ruhe“, während die Kinder nebenan das Kinderzimmer auseinandernehmen. Auch das hastig bei der Arbeit eingenommene Mittagessen und selbst der Yoga-Kurs am Samstag Vormittag, während der Partner oder die Babysitterin die Kinder betreut, sind nicht echte Pausen, wie sie Hochsensible eigentlich benötigen.

Wirklich Abschalten braucht Zeit. Ein Stresspegel, der sich über Tage aufgebaut hat, flacht nicht innerhalb eines Vormittags ohne Programm ab. Dafür braucht es – ab und zu – ganze Tage, ein Wochenende, gar eine Woche „Auszeit“ um wirklich wieder einmal bei sich anzukommen, ganz in die eigenen Interessen einzutauchen, ohne Ablenkung und Anforderung von anderer Seite. Fast unmöglich als Mutter oder Vater? Ja, einfach ist es nicht, sich diese Freiräume zu schaffen. Aber für hochsensible Eltern sind sie meiner Meinung nach so wichtig, dass die Überlegung lohnt: kann ich (phasenweise) weniger oder gar nicht arbeiten, um vormittags, wenn mein Kind in Schule oder Kindergarten ist, regelmäßig Zeit für mich zu haben? Kann mein (Ex-) Partner oder ein Au-Pair mein Kind regelmäßig alleine betreuen, können die Großeltern mein Kind auch einmal für mehrere Tage zu sich nehmen? Pausen schaffe ich mir, indem ich wirklich innerlich loslasse – und nicht immer alles selber machen will.

4) Loslassen lernen

Das führt mich zum vierten praktischen Tipp, der gerade für hochsensible Mütter oder Väter oft schwer umzusetzen ist. Hört auf, euch ständig Gedanken zu machen! Ich bin entbehrlich. Auch für mein Kind. Natürlich nicht im großen und absoluten Sinn, aber im Alltag eben immer wieder. Sonst würde es nie den Schritt weg von meiner Hand zu anderen Bezugspersonen und später zu Erziehern oder Lehrerinnen und seinen Freunden in Kindergarten oder Schule machen. Also muss ich lernen, auch gedanklich loszulassen. Die „Mental Workload“, die hundert Alltagsdinge, die ich – meist gerade als Mutter – im Kopf habe, wirken unterschwellig als Reiz, den ich eben auch zu verarbeiten habe. Klappt der Termin beim Logopäden nächsten Mittwoch?  Lohnt sich das Engagement für gesünderes Essen im Kindergarten? Muss ich mit Vater /Lehrerin/Erzieher XY über das Verhalten von Kind YZ sprechen?

Dadurch, dass hochsensible Menschen so viel wahrnehmen und oft auch vielseitig interessiert sind, haben sie die Tendenz, sich zu allem ihre Gedanken zu machen. Und das ist manchmal zu viel. Daher: Fünf gerade sein lassen. Andere machen Dinge vielleicht anders, aber nicht unbedingt schlechter. Ich fühle mich also im Zweifelsfall mal nicht verantwortlich und mische mich nicht ein. Loslassen ist die Devise!

5) Eigene Interessen verfolgen

Und nicht zuletzt ist es für alle Eltern, aber besonders für hochsensible Mütter und Väter, wichtig, eigene Interessen zu verfolgen. Warum ist das so? Hochsensibel wahrnehmende Menschen tanken oft gerade dadurch auf, dass sie sich ganz in eine Sache vertiefen. Das kann die Modelleisenbahn, ein philosophisches Traktat oder das Schnittmuster einer komplizierten Nähvorlage sein. Viele Hochsensible blühen auf, wenn sie sich ungestört einer Aufgabe widmen, sie gedanklich ganz durchdringen können. Oft nähern sie sich dabei übrigens mit Freuden den großen Fragen des Lebens: „Wie sinnvoll ist, was ich hier tue?“ „Was ist gut, was ist böse?“ „Wohin führt mich dieser Weg?“

Tja – und wie passt das alles zu einem Alltag als Eltern, der eben doch sehr oft durch banale Wiederholung (das 20. Mal  den Ball fangen, die 100. Vokabel abfragen) geprägt ist, durch die Notwendigkeit, Angefangenes abrupt zu beenden (das Kind hat Hunger, fällt von der Leiter, muss JETZT Pipi)? Eben kaum. Daher ist es so wichtig, dass ich meine Interessen pflege und dabei eine Dosis gesunden Egoismus entwickle. Ich muss mir selbst, gerade auch als hochsensible Mutter oder hochsensibler Vater, so wichtig sein, dass ich mir Freiräume für mich selbst schaffe. Und das, indem ich an der ein oder anderen Stelle loslasse und auf echte Pausen bestehe – weil ich sie brauche, um im Sturm des Lebens ich selbst zu sein. 

Das Potential hochsensibler Eltern

Das Potential hochsensibler Eltern ist groß. Tiefergehende Zusammenhänge erkennen zu können, ein feines Gespür für Menschen und Prozesse innerhalb einer Gruppe (z.B. auch einer Familie) zu haben sowie sich intensiv mit einer Sache zu beschäftigen und dafür auch andere zu begeistern – diese Fähigkeiten können hochsensible Mütter oder Väter zu tollen Eltern machen – wenn sie dafür Sorge tragen, für sich den Rahmen zu schaffen, in dem dieses Potential zur Entfaltung kommen kann. 

Falls du dich in diesem Artikel als hochsensible Mutter oder hochsensiblen Vater erkannt haben solltest, aber auch wenn dich einfach „nur“ die Tipps in diesem Artikel angesprochen haben, wünsche ich dir die Überzeugung und Kraft, genau danach zu handeln und damit liebevoll zu dir zu sein!

Herzlichen Gruß, Sunnybee

PS. Einen Selbsttest, um für dich zu klären „bin ich hochsensibel?“ und weitere Information zum Thema findest du inzwischen auf vielen Websites, u.a. hier.

Weiterhin lesenswert zum Thema: lichtiges.de, die Seite der Trainerin, Autorin und Künstlerin Caren Klaschka, die im Raum Köln als Coach zum Thema Hochsensibilität berät und Workshops anbietet, sowie die bereits im Artikel genannte Website pusteblumen-fuer-mama.de, auf der die Autorin, wie ich finde, sehr ansprechend, ehrlich und „ungeschönt“ ihre Erfahrungen als hochsensible Mutter teilt. Alle Links sind persönliche Empfehlungen, ich habe durch den Verweis auf sie keinerlei finanziellen Vorteil.

Mein schönstes (immaterielles) Geschenk: Das Ergebnis meiner Blogparade

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Was ist das schönste (immaterielle) Geschenk, das du in deinem Leben bekommen – oder geschenkt – hast?

Diese Frage stellte ich Mitte Dezember im Rahmen meiner Blogparade. Ein von mir gewünschter – und geschaffener – Gegenpunkt zum kommerziellen Schenken, das die Vorweihnachtszeit ansonsten doch oft prägt.

8 wunderbare Gaben

Und ich habe von euch tatsächlich zahlreiche wirklich wunderbare Geschenke erhalten: tiefsinnige, toll formulierte Antwortartikel. Und das in der hektischen, mit Aktivität angefüllten Adventszeit. DANKE euch allen, die ihr die Muße gefunden und an meiner Blogparade teilgenommen habt!

Wer jetzt neugierig ist – hier findet ihr alle Texte, die aufgrund meines Aufrufs entstanden sind: 

Tilman/tilmansite

„Meine Geburt ist wohl eher ein physisches Geschenk. Gleiches gilt auch für das Geschenk der Geburt unserer Kinder. Also sage ich: meine psychische Wiedergeburt. Die findet statt nach jeder (guten) Meditation.“ Mehr hier.

Regina/klatschmohnrot

„Enya, eine Schülerin, die ich schon kennengelernt habe, als sie noch in den Kindergarten ging, kam einmal wöchentlich zu mir zum Klavierunterricht. […] Wir verstanden uns prima, haben immer einen ganz besonderen Draht zueinander. Einmal, wir hatten gerade Weihnachtslieder geübt, um sie den Eltern in einer kleinen Feierstunde vorzuspielen, sagte sie zu mir: „Regina, glaubst du an Engel?“ Hier geht’s weiter.

Alexandra/himmelbuntundwolkenvoll

„Das schönste Geschenk, das ich je bekommen und gleichzeitig geschenkt habe, ist das Leben. Leben ist für mich gleichzusetzen mit Liebe.“ Lest hier.

Anna/alleinerziehend-selbständig

„Ich bekam also dieses Geschenk von Micha und ich packte es aus. Darin: Ein blaues Tagebuch. […] Und Micha sagte: „Wenn dich mal keiner fragt, wie dein Tag so war.“ Dieses Tagebuch war nämlich nicht nur ein Tagebuch, sondern es war ein Buch, das mir Fragen stellte: Wie war dein Tag? Ganz einfach und schlicht.“ Hier geht’s weiter.

Kathinka/pauliskleinesuniversum

„Ich glaube, das Gefühl der Dankbarkeit ist das größte und schönste nicht-materialle Geschenk, das ich mir selbst in meinem Leben gemacht habe. Und gerne teile ich mit dir und den anderen Lesern meine Dankbarkeitsliste für 2018. In Ordnung?“ Hier findet ihr sie.

Elke Bitzer/Fotografisches Reisen und Wanderungen

„Geschenke, die mir die allerhöchste Freude bescherten gibt es reichlich und sie sind allesamt nicht-materieller Natur. Eine Rangfolge kann ich schwerlich festlegen, da einige absolut gleichrangig sind. Deshalb folgt mir durch meine Aufzählung, bunt durcheinander gewürfelt.“ Lest hier.

Charlotte/charlottesadoptionsblog

„Maxim und Nadeschda sind das größte Geschenk, das ich jemals in meinem Leben bekommen habe. Ja, unser Leben ist mit vielen Herausforderungen gespickt. Viele oder zu viele, derer ich mir im Vorfeld nicht bewusst war. Und die Verantwortung für diese beiden Kinder ist manchmal übermächtig. Doch wenn abends nach viel Kuscheln und ausgiebigem Vorlesen meine Kinder in ihren Betten liegen, mein Sohn beim Gute Nacht Sagen fest den Arm um mich gelegt hat und halb schlafend geseufzt hat „Meine Mama!“, meine Tochter meine Hand hält, damit ich bleibe, bis sie schläft, betrachte ich glücklich meine wunderbaren Kinder.“ Den ganzen Beitrag findet ihr hier.

Lea/kommunikatz 

„Was mir in diesem Moment klar wurde: Sie vertraut mir und sie traut mir zu, dass ich mit all meinen Bedürfnissen und Besonderheiten eine gute und gewissenhafte Geschäftsführerin des Welthauses sein werde. Ein solches Vertrauen habe ich von einer mir nicht sehr nahestehenden Person noch nie erfahren und dieses quasi blinde Vertrauen empfinde ich als unglaublich schönes und großes Geschenk.“ Lest hier weiter.

Auch mich hat die Frage nach dem schönsten immateriellen Geschenk meines Lebens zu einem (sehr persönlichen) Artikel inspiriert: „Die Liebe (m)einer Mutter“. Hier findet ihr ihn. 

Ganz herzliche, dankbare Grüße und sehr gerne bis zur nächsten Blogparade. Sie wird mit dem Thema Berührung zu tun haben – ihr könnt gespannt sein!🙂

Sunnybee

Berührt euch! Vom Segen menschlicher Berührung

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Kinder leben durch Berührung: Bereits im Mutterleib ertasten sie ihre Umgebung, als Baby wandert fast alles in ihren Mund und wird genussvoll mit Lippen und Zunge erforscht, und wenig später beginnen die kleinen Wesen tastend und greifend die Welt im Wortsinn zu erfassen. 

Auch in anderem Sinn sind Kinder Berührungswesen: würden wir sie nicht herumtragen, streicheln und wiegen, beruhigend tätscheln und uns Hand in Hand mit ihnen zu ihren ersten Abenteuern aufmachen, würden sie verkümmern wie Pflanzen, denen das Sonnenlicht vorenthalten wird. 

Über Berührung nehmen wir von frühester Kindheit an unsere Grenzen und die unserer Umwelt wahr. Das bin ich – und das bist du! Wenn Kinder das begreifen, ist ihnen ein Meilenstein der Persönlichkeitsentwicklung gelungen. Zu dieser Erfahrung trägt weit davor das hundertfache Be-Greifen ihrer selbst und ihrer Umwelt bei. 

Erwachsene leben berührungsarm 

Umso erstaunlicher, dass wir uns als Erwachsene die haptische Wahrnehmung unserer Umwelt zu großen Teilen „abgewöhnt“ und sie häufig fast verlernt zu haben scheinen. Die Sinneseindrücke über Augen und Ohren dominieren unser Bild der Welt: diese ist für uns farbig und voller Klang und Lärm, aber nur noch selten kratzig oder samtig, schweißnass oder pergamentartig trocken, pulsierend heiß oder kühl und wächsern. Ein Händedruck verrät uns viel über einen anderen Menschen, eine Umarmung noch mehr. Freude, Furcht, Anstrengung, Vorsicht oder Wohlbefinden zeigen sich auch in Stimme und Haltung. Aber die tiefen Ebenen körperlichen und seelischen Befindens sind oft erst in der Berührung wahrnehmbar: Ein schwacher Puls, Kühle oder Hitze der Haut, Verdichtung des Gewebes in Form von Schwellungen und Knoten waren vor Zeiten der Apparatemedizin zuverlässige Ratgeber ärztlicher Kunst. Heute stellt selbst manch Kinderarzt seine Diagnose hinter seinem Schreibtisch hervor, ohne seine kleinen Patienten ein einziges Mal zu berühren.

Mich mutet das höchst seltsam an und ich empfinde diese Berührungsarmut als Beschränkung, die wir uns unnötigerweise selbst auferlegen. Nicht nur im Sinn der Informationsaufnahme können wir die Welt durch die Berührung um eine ganze Dimension bereichern. Vor allem im zwischenmenschlichen Kontakt nähren wir uns damit auch. 

Lasst euch (wieder) berühren!

Einsamkeit, die „Krankheit“ individualistischer Gesellschaften, geht ja oft einher mit einem eklatanten Mangel an Berührung. Manch alter Mensch geht zum Friseur oder Arzt, um wieder einmal gefragt zu werden, wie es ihm oder ihr gehe – und eben, um berührt zu werden. 

Aber auch für uns „mittelalte“, ins Leben eingebundene, Erwachsene gilt: lasst uns das wärmende Feuer der Berührung wieder entfachen – oder am Leben erhalten! Umarmt eure Kinder und Eltern. Setzt euch Schulter an Schulter mit euren Freunden. Geht Hand in Hand mit euren Liebsten. Kuschelt, küsst und kost mit allen Sinnen. Streichelt, tastet, matscht mal wieder! Lasst frische Blumenerde durch eure Finger rieseln. Tastet mit euren Zehen nach Grashalmen, fühlt im Sommer Kies und Schotter unter euren Füßen!

Die Welt ist mehr, als Augen sehen und Ohren lauschen können. Berührt euch selbst und andere. Teilt diese Erfahrung mit euren Kindern. Lasst euch (wieder) berühren von dieser wunderbaren Welt!

Herzliche, sinnliche Grüße, Sunnybee

PS. Bald folgt hier eine Blogparade, die im weiteren Sinn mit dem Thema „Berührung“ zu tun hat. Ihr könnt gespannt sein!🙂

Flüsterpost I: Welcher Satz hilft dir in schwierigen Situationen?

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Eine Freundin hat mir die Frage gestellt: Gibt es einen Satz, der dich (in schwierigen Situationen) durch dein Leben begleitet?

Ja, den gibt es (ich beantworte damit Frage 1 meiner Flüsterpost).

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

Für mich der Lackmustest meines Wollens: Will ich etwas wirklich, aus einem tiefen, inneren JA heraus, ist (fast) alles möglich. Ich habe so schon große Reisen geplant und umgesetzt, meinen Wohnort und meinen Arbeitsplatz gewechselt, ein Kind empfangen, das ich ins Leben begleite, Beziehungen beendet oder wieder aufgenommen. Ein tiefes, inneres JA trägt mich und gibt mir die Stärke und Zuversicht, auch weit entfernte äußere Ziele zu erreichen.

Zweifle ich aber, finde Gründe aller Art, dass etwas zu schwer, zu riskant, überhaupt zu … sei – dann will ich meist schlicht nicht wirklich und muss erst die Wahrheit in mir finden, muss warten, bis das Wollen in mir klar ist. 

Ich bin eine Visionärin, die fest auf dem Boden steht. 

Ich denke assoziativ, in Analogien, bin froh, wenn ich ein Ziel anvisieren kann, das ruhig auch (noch) in der Ferne liegt.

Will ich etwas wirklich, bewege ich mich in die Richtung dieses Ziels, mit Ausdauer, Mut und Zuversicht. 

Zugleich wäge ich bei jeder (großen) Entscheidung auch ab: Reichen meine Kräfte? Was erfüllt mich wirklich, was habe ich schon geschaffen – und geschafft – und worauf kann ich bauen? 

Eine Visionärin, mit beiden Beinen auf der Erde.

Dazu passt dieser Satz: 

Das Feuer, das Streben, auch ein tiefes Vertrauen: „Wer will, findet Wege 

– und die bodenständige Rückbesinnung, falls ich mich (noch) nicht bewege: Welche Ausflüchte sage ich mir selbst vor? Womit klebe ich mich am Boden fest, statt zu fliegen? – „Wer nicht will, findet Gründe“.

Der Satz hilft mir, meine Wahrheit zu finden:

Warum verharre ich im „Vielleicht“?

Und:

Wo ist der Weg zu mir?

Ein klares „Ja“ oder ein klares „Nein“. Der Impuls, der wieder Bewegung bringt. In die eine – oder die andere – Richtung.

Gibt es einen Satz, der auch dich trägt, bewegt und begleitet? Schreib mir hier im Kommentar davon, wenn du magst – oder verfasse deinen eigenen Blogartikel zum Thema!🙂

Herzlichen Gruß, Sunnybee