alleinerziehend, Kunst

„Die Frau, die nein sagt“. Françoise Gilot und ihr Leben mit (und ohne) Picasso

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Vom Cover des Buches sieht sie mich an. Ihr Blick ist schwer zu deuten. Spott? Heitere Nachsicht? Auch eine Ahnung von Schmerz liegt in ihren Zügen. Es ist Françoise Gilot, zehn Jahre lang Lebensgefährtin Pablo Picassos – und die einzige Frau seines Lebens, die ihn, gemeinsam mit ihren zwei noch kleinen Kindern, verließ. Es war wohl eine Flucht. Weiterlesen „„Die Frau, die nein sagt“. Françoise Gilot und ihr Leben mit (und ohne) Picasso“

Kunst, Persönliches

Alles neu macht der Mai! Neues Layout – neues Leben?

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Neugierig geworden?

Nein, in ganz so umfassendem Stil verändere ich mein Leben (noch) nicht. Aber wenn ihr meine Website regelmäßig besucht, ist euch vermutlich aufgefallen, dass diese ab sofort in neuem Layout erstrahlt! Weiterlesen „Alles neu macht der Mai! Neues Layout – neues Leben?“

alleinerziehend, Beruf, Persönliches

Jannike Stöhr: „Man muss fragen, damit sich Möglichkeiten ergeben.“

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(C) jannikestoehr.com

Jannike Stöhr, 32, ist „Job-Testerin“, Autorin und Coach für berufliche Neuorientierung. Nach einem erfolgreichen Berufseinstieg bei VW verließ sie 2014 ihre gut bezahlte Festanstellung ebenso wie ihre Wohnung und reiste ein Jahr lang durch ganz Deutschland, um insgesamt dreißig unterschiedliche Berufe kennen zu lernen. Daraus ist ein Buch entstanden: „Das Traumjob-Experiment“. Weiterlesen „Jannike Stöhr: „Man muss fragen, damit sich Möglichkeiten ergeben.““

alleinerziehend, Familie, Partnerschaft

Wo Wildblumen wachsen: Vom Umgang mit Verlust

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Steve Rahmn hatte ein Haus. Eine Garage, einen Vorplatz mit Gartenzaun; Kleiderschränke, Küchenregale, Schlafzimmer, ein Bad – bis zur Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 2017, als ein Flächenbrand in Kalifornien innerhalb weniger Stunden all das zerstörte. Jetzt wachsen dort, wo einmal sein Haus war, Wildblumen. 

Rahmn selbst plant, an dieselbe Stelle ein neues Haus zu bauen, mit Geld, das die Versicherung ihm nach dem Brand gezahlt hat. Er spricht von Gemeinschaftssinn, den das Feuer geweckt habe: mit anderen Anwohnern hat er eine Organisation gegründet, an die sich Betroffene wenden können, wenn sie beim Umgang mit Versicherungen oder Behörden Hilfe brauchen. Rahmn spricht auch davon, dass er den ganzen „stuff“, den er über die Jahre angesammelt habe, eigentlich nicht brauche. Auf einem Foto steht er mit Frau und dreijährigem Sohn vor seinem Grundstück: hinter ihm Brachland, aber er wirkt eher entschlossen als verzweifelt. 

Wie gehen wir mit Verlust um?

Hab und Gut, unser Zuhause, das ist das Eine. Uns nahe stehende Menschen zu verlieren, ist noch einmal etwas anderes. Aber letztlich bleibt die Frage: hadern wir und klagen, oder nehmen wir den Verlust an wie Rahmn das Feuer, das ihm und seiner Familie (materiell) fast alles genommen hat – und ihm zugleich einen echten Neuanfang ermöglicht? Eine Brache ist auch der Ort, wo Wildblumen wachsen können. Wo ich Schmerz und Verlust wahrnehme, ist immer auch die Möglichkeit, dass Neues entsteht. 

Blick voraus – und zurück 

Rahmn geht seinen Neuanfang scheinbar hemdsärmelig an. Aber ausschlaggebend war für ihn, dass er, wie er sagt, nach dem Brand in den Trümmern seines Hauses eine Gürtelschnalle seines Vaters wiederfand. Zumindest dieser Teil seiner Vergangenheit war nicht ausgelöscht. Wie er sagt, wusste er erst da, dass er sein Haus wieder aufbauen wollte. 

Ich bin der Meinung, dass wir nicht wirklich weiter kommen ohne die Verbindung zu unserer Vergangenheit und zu unseren Wurzeln. Wollen wir, nach einer Trennung oder einem Todesfall, den Schmerz „eindämmen“, indem wir kompromisslos alles Vergangene hinter uns lassen, kann genau das uns daran hindern, unseren Verlust zu akzeptieren. Wie Rahmn nach etwas noch Bestehendem suchte, müssen auch wir nach Dingen suchen, die weiter Bestand haben. Jeder Verlust geht mit Zerstörung einher (manchmal ganz praktisch in Form einer Aufteilung gemeinsamen Besitzes, manchmal als Verlust gewohnter Strukturen und gemeinsamer Hoffnungen und Ziele), aber wirklich alles kann gar nicht zerstört werden. Unsere Aufgabe ist es, Rahmns „Gürtelschnalle“ zu finden, das Teil, das uns die Hoffnung zurückgibt und uns weitermachen lässt. 

Ist das nicht der Sinn des Lebens: es geht weiter und nichts geht je wirklich verloren – auch wenn wir lernen müssen, dem Verlust selbst immer wieder ins Auge zu sehen?

Herzliche, nachdenkliche Grüße, Sunnybee

alleinerziehend, Beruf, Familie, Persönliches

Darf ich als Mutter (eigene) Ziele haben?

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Vor kurzem habe ich einen sehr interessanten Blogartikel einer jungen Mutter aus Dresden gelesen (Dresden Mutti), die sich darin fragt: Darf man als Mutter eigentlich noch (eigene) Ziele verfolgen – und wenn ja, welche? 

Ich würde die Frage definitiv mit JA beantworten, würde sogar sagen, ein Mensch, der keine eigenen Ziele verfolgt, verliert sich ein Stück weit selbst. Wobei die eigenen Ziele ja durchaus auf das Wohlergehen anderer ausgerichtet sein können, also nicht egozentrisch – oder gar egoistisch motiviert – sein müssen. 

Ich verrate hier mal ein paar meiner Ziele: 

  1. Ich möchte dafür sorgen, dass der Stammtisch für Getrennt- und Alleinerziehende, den ich gemeinsam mit Christina von getrenntmitkind.de initiiert habe, weiter besteht und in regelmäßigen Abständen stattfindet, so dass sich immer wieder Menschen davon angesprochen fühlen und neu dazu kommen. Wenn du mehr darüber wissen willst, schreib mir an kontakt[at]mutter-und-sohn.blog.
  2. Ich möchte beruflich mehr Kontur gewinnen als (momentan) in Teilzeit beschäftigte Lehrerin und Mutter, was definitiv etwas anderes ist, als Vollzeit und ohne Kind berufstätig zu sein. Ich möchte für mich klären, wie genau der berufliche Rahmen aussehen soll, in dem ich in den nächsten zehn Jahren arbeiten möchte – und dann die Schritte in diese Richtung gehen.
  3. Ich möchte mir Zeit nehmen und mir (weiterhin) Freiräume schaffen für mein Kind und für meine Erholung, Entspannung und die Reflexion der Dinge, die mir widerfahren. Ebenso wie für die kleinen „Verrücktheiten“ im Alltag, für die Erwachsenen oft angeblich „die Zeit fehlt“.
  4. Ich möchte noch deutlich mehr Leserinnen und Leser für meinen Blog gewinnen – und die mir bereits gewogenen Leserinnen und Lesern zu mehr Reaktionen und Kommentaren bewegen! Dahinter steht der selbstbewusste Gedanke, dass ich mit meinen bisherigen Erfahrungen und meiner Art zu denken anderen tatsächlich etwas zu geben habe und natürlich, dass ich mich durch den Austausch über meine Texte selbst bereichert fühle. Ich möchte meinen Blog – und auch die realen Kontakte, die sich durch ihn ergeben – wirklich zu einem Raum der Begegnung, der Tiefe und des Mitgefühls machen. Ich freue mich über jede und jeden von euch, der oder die sich daran beteiligt. Tipps und Mithilfe für das (weiter) Bekanntmachen meines Blogs sehr willkommen! 🙂
  5. Ich möchte die Trennung vom Vater meines Sohnes endgültig verarbeiten und irgendwann wieder den Mut aufbringen, eine ernsthafte Beziehung zu beginnen.

Was ist die Richtung hinter meinen Zielen? 

Ziele verfolge ich aber nur in dem Maße mit Überzeugung und Motivation, wie sie sich mit dem decken, was tief in mir anklingt, was meinen wirklichen Werten und Wünschen entspricht:

Will ich helfen? Spaß haben? Suche ich Anerkennung? Möchte ich noch ein Kind? Will ich etwas erfinden, oder aufbauen, was es bisher noch nicht gibt? Suche ich Entlastung? Herausforderung? Reizt mich, was möglich sein könnte – oder möchte ich meine Beweggründe und meine Herkunft verstehen? Will ich Verletzung vermeiden – oder gar verletzen? Suche ich Kontakt und Begegnung – oder Distanz? Ist mein Handeln von Zuversicht oder von Furcht geprägt?

Das Große zeigt sich im Detail

Wer schon einmal mit einer Fähre gefahren ist, kennt sicher die Markierungszeichen entlang der Fährstrecke (Bojen oder im Meeresgrund verankerte Streben). Ich möchte diese als die Ziele beschreiben, die vor mir liegen und die ich eins nach dem anderen zu erreichen versuche. Die eigentliche Ausrichtung der Strecke, ob ich also – um in der Metapher zu bleiben – nach England oder Dänemark übersetze, bestimmt jedoch der tiefe Wunsch in mir. Wenn ich also nie an Ziel XYZ anzukommen scheine, mag ich das Ziel gar nicht falsch gewählt haben – es liegt schlicht nur nicht „auf meiner Strecke“, mein tiefer Wunsch ist also vielleicht ein ganz anderer und zieht mich ganz woanders hin. Bin ich an dieser Stelle ehrlich zu mir, erkenne ich die eigentliche Ausrichtung hinter meinen Zielen – und verstehe vielleicht auch, warum ich die einen scheinbar so leicht, die anderen trotz großer Anstrengung gar nicht erreiche.

Hast du eine solche Erfahrung auch schon gemacht? Ist dieser Text Blödsinn oder gut nachvollziehbar für dich? Ich freue mich, deine Meinung zu hören! 

Mit herzlichem Gruß, Sunnybee

PS. Danke übrigens an Silvia von vivabini für ihren Text zum Thema und den Aufruf, im Rahmen einer von ihr initiierten „Blogparade“ Texte zu der im Titel genannten Frage zu vernetzen! 🙂 In gewisser Weise beteilige ich mich jetzt auch daran, obwohl die Frist für ihre Blogparade eigentlich schon abgelaufen ist…