Hochsensibilität, Persönliches

In welcher Farbe leuchtest du? Ein Gedanken-Experiment

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Stell dir vor, es gäbe einen Filter, der Wesenszüge als Farbton darstellen würde. Optimismus erstrahlte z.B. in Nuancen von Gelb – das heißt, alle Menschen um dich herum, inklusive dir selbst, variierten farblich von zartem Blassgelb (= eher pessimistisch) bis hin zu leuchtendem Sonnengelb (= durch und durch optimistisch). Weiterlesen „In welcher Farbe leuchtest du? Ein Gedanken-Experiment“

alleinerziehend, Familie, Persönliches

Die Seelenmuskeln spielen lassen: Vom Glück, dem Leben ganz nah zu sein

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Energie und Kraft wird nicht allein durch die Lebenskräfte gegeben, sondern auch dadurch, wie „begeistert“ und erfüllt wir sind.  Weiterlesen „Die Seelenmuskeln spielen lassen: Vom Glück, dem Leben ganz nah zu sein“

Beruf, Partnerschaft, Persönliches

Grabe dort, wo Wasser ist: 5 Schritte zu beruflichem und privatem Erfolg

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Beruflich und privat erfolgreich zu sein bedeutet für jede/n etwas anderes. Während die eine sich mit den Telefonnummern ihrer VIP-Freunde in der Tasche und dem 100.000€ Jahreseinkommen erfolgreich fühlt, Weiterlesen „Grabe dort, wo Wasser ist: 5 Schritte zu beruflichem und privatem Erfolg“

Gesellschaft, Hochsensibilität, Persönliches

Mein schönstes (immaterielles) Geschenk: Das Ergebnis meiner Blogparade

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Was ist das schönste (immaterielle) Geschenk, das du in deinem Leben bekommen – oder geschenkt – hast?

Diese Frage stellte ich Mitte Dezember im Rahmen meiner Blogparade. Ein von mir gewünschter – und geschaffener – Gegenpunkt zum kommerziellen Schenken, das die Vorweihnachtszeit ansonsten doch oft prägt. Weiterlesen „Mein schönstes (immaterielles) Geschenk: Das Ergebnis meiner Blogparade“

Kunst, Persönliches

Der Kuss der Spinnenfrau

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Zwei Häftlinge, die die argentinische Justiz der 1970er Jahre in einer Zelle zusammengebracht hat: der wegen regimekritischer Aktivitäten inhaftierte Valentin Arregui und Molina, der wegen homosexueller Handlungen zu acht Jahren Haft verurteilt wurde.

In ihrer Einsamkeit und um der Monotonie der Haft ein Stück weit zu entgehen, beginnt Molina, seinem Zellengenossen detailliert alte Hollywoodfilme nachzuerzählen. Die Handlung der Filme wird Teil eines Dialogs, der sich durch den gesamten Roman zieht. Ihre Worte bleiben unkommentiert durch einen Erzähler, wirken, nur mit Spiegelstrichen voneinander getrennt, selbst wie die Mitschrift von Filmszenen, an denen der Autor uns Leserinnen und Leser als stumme „Voyeure“ teilhaben lässt.

Vorsichtige Annäherung

In der Intimität ihrer Zelle kommen sich die zwei ungleichen Häftlinge näher. Arregui, geschwächt von dem vergifteten Essen, das die Gefängnisleitung ihm als Teil ihrer Zermürbungstaktik zukommen lässt, beginnt, Vertrauen zu fassen zu Molina, der ihn mit großer Menschlichkeit und Hingabe pflegt und schließlich seine Vorräte mit ihm teilt, um ihn vor weiteren Vergiftungserscheinungen zu bewahren.

Molina wiederum scheint Arregui zunächst zu „dienen“, gemäß der vom argentinischen ‚Machismo‘ geprägten ‚weiblichen’ Rolle, die er als femininer homosexueller Mann wie selbstverständlich einnimmt. Allmählich wandelt sich das Verhältnis der beiden Männer jedoch. Echte Zuneigung einerseits und eine von Respekt geprägte Dankbarkeit beginnt die Männer zu verbinden und ermöglicht beiden letztlich eine Begegnung auf Augenhöhe, eine intime Nähe, an der wir Leserinnen und Leser vor allem durch das Unausgesprochene (im Textfluss durch |…|markierte Pausen) teilhaben.

Eine Lektion über das Leben

Ich finde einerseits die verschiedenen „Ebenen“ des Romans faszinierend sowie die unkonventionelle, ‚roh‘ und zugleich intim wirkende Erzählweise im reinen Dialog. Andererseits berührt mich ganz direkt der Schmerz – und die Zärtlichkeit -, die im Verlauf des Romans zwischen den Häftlingen zu spüren ist und meist durch das Unausgesprochene, durch Gesten und Halbsätze, deutlich wird. Die wortreiche Nacherzählung der alten Hollywoodfilme begleitet die Annäherung der beiden wie eine Hintergrundmelodie. Die Handlung der Filme hat mit dem Geschehen in der Zelle auf den ersten Blick nichts zu tun. Allerdings verschafft Molinas Nacherzählung den beiden Männern überhaupt erst eine Ebene des Austauschs und die von ihm gewählten Filme sind allesamt tragisch und komplex – sie spiegeln damit in gewisser Weise die Situation, in der Arregui und Molina sich befinden.

Ein „Kammerspiel“ der besonderen Art und eine berührende Antwort auf die Frage „Wofür lohnt es sich eigentlich, zu leben, mit echter Hingabe da zu sein?“ – –

Leseprobe:

„In gewisser Weise sind wir vollständig frei, so gegeneinander zu handeln, wie wir wollen. Drück ich mich verständlich aus? Es ist, wie wenn wir auf einer einsamen Insel wären. Einer Insel, auf der wir womöglich jahrelang allein sind. Denn außerhalb, natürlich, da stehen unsere Unterdrücker, aber hier innen nicht. Hier unterdrückt niemand. Das einzig Verwirrende für meinen müden oder konditionierten oder deformierten Kopf ist, dass jemand mich gut behandelt, ohne irgendetwas dafür zu verlangen.
– Schön, das weiß ich nicht…
– Was heißt, du weißt es nicht?
– Ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll. […] Denk dir bitte nicht irgendwas Ausgefallenes, aber wenn ich dich gut behandle… dann tue ich es, weil ich deine Freundschaft gewinnen will, und weil ich möchte, warum soll ich es nicht sagen?… dass du mich gern hast. Genauso wie ich zu meiner Mama gut bin, weil ich sie lieb habe, weil sie gut ist und weil ich möchte, dass sie mich lieb hat… Und du bist auch ein guter, selbstloser Mensch, der sein Leben aufs Spiel gesetzt hat für ein großes Ideal… Schau jetzt nicht weg, schämst du dich?
– Ja, ein wenig… Aber ich schau dir ins Gesicht, siehst du?
– Und deshalb… respektier ich dich und hab dich gern und möchte, dass du mich gern hast…“

Manuel Puig: „Der Kuss der Spinnenfrau“. Suhrkamp, 1998 (erste Auflage 1976).