Hochsensibilität, Persönliches

In welcher Farbe leuchtest du? Ein Gedanken-Experiment

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Stell dir vor, es gäbe einen Filter, der Wesenszüge als Farbton darstellen würde. Optimismus erstrahlte z.B. in Nuancen von Gelb – das heißt, alle Menschen um dich herum, inklusive dir selbst, variierten farblich von zartem Blassgelb (= eher pessimistisch) bis hin zu leuchtendem Sonnengelb (= durch und durch optimistisch). Weiterlesen „In welcher Farbe leuchtest du? Ein Gedanken-Experiment“

Kunst, Persönliches

Tolle Nachbarn

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(C) Tolle Nachbarn

In Schafstadt geht es gesittet zu: der Polizist dreht seine Runden, alle Nachbarn sind in ihrem jeweiligen Zuhause, Frau Spätzle fegt, Frau Schopf schimpft, weil die Nachbarn über ihr ihren Teppich am offenen Fenster ausklopfen. Alles sehr ordentlich, alles ziemlich grau. Das ändert sich, als die ersten neuen Nachbarn einziehen: ausgerechnet Familie Wolf knattert mit Motorrad samt Beiwagen ins Viertel… Helle Aufregung unter den Schafen! Von Seite zu Seite wird die Nachbarschaft bunter, Familie Affe zieht ein und pflanzt Kletterranken, die Löwes spielen Pingpong auf der Dachterrasse, aus dem Kurzwarenladen am Eck wird die „Bar zum Krokodil“. Das Leben verlagert sich von den Wohnungen auf die Straße, es wird geredet, gelacht, gegessen und gefeiert.

Ein Such- und Wimmelbuch für Kinder, und für Erwachsene eine Parabel mit feinem Humor, darüber, dass Nachbarschaft mehr sein kann als Kehrdienst und eingehaltene Ruhezeiten. Tolle Nachbarn, tolles Buch – in der Tat!:-)

Leseprobe:

„Panik im Viertel! Alle meine Nachbarn kriegen Angst! „Der Wolf ist da! Der Wolf ist da!“, schreit Herr Sesselpups und rennt panisch davon. „Marsch, ihr geht jetzt sofort in die Schule!“, befiehlt der Lehrer, doch seine Schüler finden es hier viel spannender. Und ich bin begeistert: Familie Wolf zieht nämlich in die Wohnung direkt unter mir ein. Endlich mal was Neues!“

Helene Lasserre und Gilles Bonotaux: Tolle Nachbarn. Jacoby&Stuart-Verlag. (Ab 2,5)

alleinerziehend, Familie, Gesellschaft

Das Kabinett beim Kita-Fest

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Wusstet ihr, dass im aktuellen Kabinett drei Patchwork-Eltern, eine Alleinerziehende, 6 Menschen ohne Kinder und eine siebenfache Mutter sitzen? 12 Regierungsmitglieder sind verheiratet (davon elf mit einem Partner des anderen Geschlechts), zwei leben in einer Partnerschaft ohne Trauschein, eine Politikerin ist geschieden, ein Politiker Single.

Diese Information verdanke ich der aktuellen Ausgabe eines deutschlandweit erscheinenden Familienmagazins. Eine Grafik klärt mich außerdem über die Gesamtzahl der Kinder der Kabinettsmitglieder auf (27), und dass diese, auf die einzelnen Politiker/innen verteilt, zwischen null und genannten sieben Kindern schwankt.

Ein ziemlich „bunter Haufen“ also, die Vertreterinnen und Vertreter unseres neu formierten Regierungsbündnisses! (Jedenfalls, was Beziehungsstatus, Elternschaft und Lebensentwurf angeht – in Bezug auf Hautfarbe und Herkunft ist das Kabinett einheitlich weiß und „nicht-migriert“;-)).

Merkel beim Kita-Fest

Ich stelle mir die Herren (9) und Damen (7) in einem ganz anderen Rahmen vor: beim Kita-Sommerfest. Frau Dr. Merkel, im frühlingshaft roséfarbenen Blazer, rückt ihre Perlenkette zurecht: hoffentlich denkt Joachim an die Hackbällchen. Sie selbst war am Vortag wieder so spät zuhause, dass er die Vorbereitung übernehmen musste. Zum Glück bleibt ihm nach seiner Emeritierung etwas mehr Zeit für Privates… Neben Merkel Hubertus Heil, Minister für Arbeit und Soziales. Sein Jüngster, 3, zieht an seinem Hosenbein: „Papa, mir ist schlecht. Papa, kann ich noch von der Grütze haben?“ Zwei rot verklebte Hände hinterlassen ihre Spuren auf Herrn Heils Beinkleid. Anja Karliczek, Ministerin für Bildung, sieht den Bemühungen ihres Kollegen, seinen Anzug fleckenfrei zu halten, amüsiert zu: „Zum Glück sind unsere aus dem Gröbsten heraus“, kann sie sich einer Neckerei nicht enthalten, „Unser Jüngster macht nächstes Jahr Abitur.“ „- Mit Anfang zwanzig ist denen wegen ganz anderen Dingen schlecht!…“ Horst Seehofer dreht sich grinsend zu den beiden. Gerd Müller am Grill lächelt still.

Bad im Pool

„Wann findet eigentlich die Tombola statt? Und stimmt es, dass der Gewinner zwei Wochen Küchendienst erlassen bekommt?“ Andreas Scheuer, Verkehrsminister, gesellt sich zu der Gruppe. „Keine Ahnung, aber ein bisschen besser könnte die Organisation schon sein -“ Ursula von der Leyen schaut säuerlich: „Nicht mal die Anfahrtsbeschreibung war richtig. Nicht wahr, Heiko, wir sind zweimal falsch abgebogen, und das mit Navi!“ „Man sollte sich eben nicht zu sehr auf die Technik verlassen -“ Svenja Schulze, Umweltministerin, lächelt süffisant: „Mein Mann ist ja Geschäftsführer des Vereins Klimadiskurs NRW und er sagt immer…“ Ihre weiteren Worte gehen in der allgemeinen Aufregung unter: Franziska Giffeys Jüngster ist in den aufgestellten Swimmingpool gefallen. „Warte, ich helfe ihm heraus!“ Julia Klöckner, Landwirtschaftsministerin, eilt ihrer Kollegin zu Hilfe: „Hast du Wechselklamotten dabei?“ „Er ist acht, Julia, da sollte man eigentlich davon ausgehen, dass er nicht mit Kleidern badet…“ Die Familienministerin lächelt etwas gestresst: „Damit ist das Fest für uns gelaufen.“ „Ich kenne das -“, Katharina Barley nickt mitfühlend: „Immer, wenn man denkt, es läuft gerade glatt, ist wieder irgendwas.“
„Das stelle ich mir für Sie als Alleinerziehende gar nicht so einfach vor -“, Helge Braun, Kanzleramtsminister, tritt neben sie. „Ist nicht anders, wenn man gemeinsam erzieht“, schaltet sich Heiko Maas ein: „Meine Lebensgefährtin und ich haben drei Kinder, unseren einen Sohn hat sie mit in die Beziehung gebracht. Ich kann Ihnen sagen, da geht es oft auch drunter und drüber!…“

„Sind die Würstchen schon fertig?“ Peter Altmaier, Wirtschaftsminister, schlendert interessiert zum Grill. „Gut Ding will Weile haben, Herr Kollege!“ Gerd Müller, Minister für Entwicklung, wendet fachmännisch die Käseknacker. Im nächsten Moment Gebrüll. Müller fährt herum: „Wessen Kind ist das?“ Ein etwa sechsjähriger Junge hat sich das Feuerzeug auf dem Tisch hinter ihm ausgeliehen und damit die bereitliegenden Servierten in Brand gesteckt. Geistesgegenwärtig kippt Peter Altmaier sein Bier über die Flammen.

„Manchmal bin ich direkt froh, dass mein Mann und ich unser Patenkind nur alle paar Wochen bei uns haben…“ Jens Spahn betrachtet fein lächelnd das Geschehen. „- Keine Kinder sind auch was Schönes. Noch ein Bier, Herr Kollege?“ Olaf Scholz, Finanzminister, reicht ihm ein Glas Frischgezapftes.

Wir verlassen das Geschehen… 

Ach ja: alle Handlungen, Schauplätze und (beinahe) alle personenbezogenen Fakten sind natürlich rein fiktiv, spekulativ und geben in keiner Weise die Realität wieder. Oder hättet ihr ernsthaft gedacht, dass Herr Dr. Sauer Hackbällchen rollt?:-)