
Ab sofort gibt’s hier im Blog an ZWEI festen Tagen neue Beiträge zu lesen: MITTWOCHS und SAMSTAGS. Weiterlesen „Warum mir Zeiten digitaler Stille wichtig sind: Ein Selbstversuch“
Kluge Gedanken. Aus dem echten Leben

Ab sofort gibt’s hier im Blog an ZWEI festen Tagen neue Beiträge zu lesen: MITTWOCHS und SAMSTAGS. Weiterlesen „Warum mir Zeiten digitaler Stille wichtig sind: Ein Selbstversuch“

Hier zwei heitere „Miniaturen“ meines Tages heute.
1) Bunt wie das Leben
Im Supermarkt fällt mein Blick auf eine Pinwand mit Kleinanzeigen. „Zu verschenken: Kleines einsames Herz, kaum gebraucht, warm und geräumig“, lese ich in geschwungener Handschrift auf einer Kontaktanzeige. Und: „Für Romantiker und Praktiker“ – die Überschrift einer Annonce für ein Grundstück samt maroder Bebauung… Daneben die Einladung eines Behindertenzentrums zum Weihnachtsmarkt; 14 Bündel Briketts sind zu verkaufen und jemand sucht einen Schlafzimmerschrank. Ich bleibe, meine Einkäufe noch in der Hand, lächelnd stehen und freue mich, wie bunt, skurril und liebenswert sich mir hier das Leben zeigt!
2) „So sympathisch!“
Dazu passt, was mir davor widerfahren ist: in einem Secondhand-Laden frage ich nach Einmachgläsern. Mein Sohn hat eines fallen gelassen, das ich für die Frühstücksflocken in Verwendung hatte… Einmachgläser erhalte ich nicht, aber, ganz unvermittelt, ein wunderhübsches Kompliment des Verkäufers: „Darf ich Ihnen sagen: Sie haben so eine sympathische Ausstrahlung!“ Und dass, wo ich gerade heute gar nicht besonders fröhlich aus dem Haus gegangen bin. Ich bedanke mich herzlich, verlasse das Geschäft – und freue mich bis jetzt, einige Stunden später, über die Leichtigkeit und Freude, die das Leben immer wieder zu bieten hat. – Wenn ich sie wahrzunehmen weiß.
Herzliche, beschwingte Grüße, Sunnybee

Kehrdienst, Gelbe Säcke, Autobahnen: Deutschland ist traditionellerweise ein Land der Struktur und Effizienz.
Ich schätze dies
a) wenn mich die Bahn pünktlich von A nach B bringt
b) wenn ich beim Arzt/Anwalt/Sachbearbeiter drankomme, ohne diesen bestechen zu müssen
c) wenn die Müllmänner morgens meinen Dreck der Woche abräumen und dabei noch ein Lächeln für meinen Sohn und mich übrig haben.
Positive Seiten der Effizienz
Effizienz hat durchaus ihr Gutes: sie macht Abläufe und Begegnungen mit Menschen schnell, produktiv und gut einschätzbar. Eine Gesellschaft, die durch Effizienz geprägt ist, bietet im besten Fall saubere Straßen, ein funktionierendes Gesundheits- und Schulsystem, verlässlich geöffnete und nachvollziehbar arbeitende Behörden, eine Rechtssprechung, in der absehbar ist, wann und aufgrund welcher Gründe es zu einem Urteil kommt usw. Zumindest in Ansätzen profitieren wir in nice new Germany also durchaus von den Segnungen der Effizienz.
Wo Effizienz für mich nichts zu suchen hat:
a) bei der Kindererziehung
b) bei der Partnersuche und dem Pflegen zwischenmenschlicher Kontakte (einen Artikel dazu findet ihr hier)
c) beim Essen.
Letzteres wurde mir heute wieder einmal bewusst:
Mittagspause: Zwischen Arbeit und Abholen meines Sohnes aus dem Kindergarten bleibt eine Stunde Zeit. Ich habe Hunger und beschließe „Asiatisch“ essen zu gehen. Aufgrund der begrenzten Zeit, die mir zu Verfügung steht wähle ich einen Schnellimbiss in der Innenstadt.
Tja, und mir geschieht, wie ich’s verdiene…
„Rice oder Chicken?“
„Hühnchen bitte.“
„Nr. 38, Chicken. 7,50€. Nächster, bitte.“
Nachdem der Herr an der Theke meine Bestellung weitergebrüllt hat, lasse ich mich an einem der sechs langen Tische nieder, an denen bereits zahlreiche andere „Gäste“ mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind. In ihre Smartphones vertieft, schaufeln sie Hühnchen, Nudeln und Wokgemüse in sich hinein. Auch ich bekomme, kaum habe ich mich aus meinem Mantel geschält, meinen Appell: „Nr. 38!“ Kaum drei Minuten nach Bestellung steht mein Gericht auf der Theke zum Abholen bereit. Ich balanciere den Teller zurück zu meinem Platz, angle dabei nach Besteck, Pappbecher und Servierte.
Erster Geschmackstest: nicht einmal schlecht, frisch im Wok zubereitetetes Fleisch und Gemüse mit „Sauce Einerlei“ auf Kokosmilchbasis. Mein Blick zu den anderen Essern bestätigt: es scheint zu schmecken.
Kurz nachdem ich meine Mahlzeit begonnen habe, setzen sich mir zwei junge Männer direkt gegenüber. Da die Tische etwa 50cm breit sind kommen wir uns ziemlich nahe. Das hindert die zwei nicht daran, sich nach einem raschen Blick in meine Richtung gruß- und kommentarlos mir gegenüber zu platzieren und mit dem Essen zu beginnen. Ich setze mich für meine restliche Mahlzeit um, denn wenn schon Tischnachbarn, dann zumindest welche mit Kinderstube…
Tja, und so verlasse ich das „Lokal“ nach diesem Mittagessen zwar satt und doch mit einem seltsamen Hunger: Nach Genuss, Muße, Entspannung, vielleicht auch echter Gesellschaft – eben dem Gegenteil von Effizienz…
Wie eine ebensolche Mittagspause einmal ganz anderes verlief, beschreibe ich übrigens in meinem Artikel Kater Mau Tse-Tung. Oder: „Wenn Sie lachen, haben Sie ein wunderschönes Gesicht!“
Mich würde interessieren, wie ihr auf diese Art der „Effizienz“ im Alltag reagiert – ob sie euch stört oder ob ihr findet, dass die positiven Seiten überwiegen. Schreibt mir eure Meinung!
Herzlichen Gruß, Sunnybee

Passend zum Wochenauftakt: Der Aufruf zu meiner ersten selbst gestarteten BLOGPARADE! 🙂
Ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt und zu dem ich jetzt zu meiner ersten „Blogparade“ aufrufen möchte:
Anlass für mich ist ein monatliches Frühstückstreffen für allein- und getrennt erziehende Mütter (und Väter), das ich – inzwischen zum fünften Mal – gemeinsam mit Bloggerin Christina von www.getrenntmitkind.de organisiert habe. Drei bis vier Stunden lang sitzen wir im Park (im Sommer) oder in einem Lokal (jetzt im Herbst und Winter), lachen, essen, tauschen uns aus, während unsere Kinder miteinander spielen. Und ich bin jedes Mal wieder begeistert, was für tolle – und starke – Frauen dabei den Weg zu uns finden. (Infos über kontakt[at]mutter-und-sohn.blog)
Daher hier, was echte Stärke für MICH ist:
Echte Stärke ist für mich eine Mischung aus der Fähigkeit, sich wieder aufzurappeln, wenn das Leben einen umgeworfen hat, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen und andererseits auch bei seinem Standpunkt zu bleiben, wenn dieser einem wichtig ist. So wie die Mutter, die, alleinerziehend, für ihre an Diabetes erkrankte Tochter kämpfte, als diese von mehreren Kindergärten aufgrund ihrer Erkrankung als „zu riskant“ abgelehnt wurde. Oder wie überhaupt jede Mutter (und jeder Vater), die (oder der) nach einer Trennung das eigene Leben neu sortiert und sich darauf einlässt, neue Erfahrungen zu machen und wieder liebevolle Beziehungen einzugehen.
Stark ist für mich auch jemand, der sich selbst erkennt und schätzt, aber auch andere sein lassen kann, wie sie sind, es z.B. nicht nötig hat, Fremdes abzuwerten, weil es das eigene Selbstbild bedrohen könnte. Das erlebe ich bei eigentlich allen der klugen, reflektierten Frauen, die bisher den Weg zu unserem Frühstückstreffen gefunden haben – und ich fühle mich dadurch bereichert, gestärkt und inspiriert!
Wichtig ist mir auch, dass kein Mensch immer stark sein kann. Echte Stärke erwächst meiner Meinung nach aus der Annahme der eigenen Schwäche(n). Bin ich z.B. rechthaberisch, könnte es nur ein weiteres Zeichen meiner Schwäche sein, diesen Umstand vehement zu verneinen. Erkenne ich meine Schwäche jedoch an, kann ich mich dadurch für Alternativen zu meinem bisherigen Verhalten öffnen. Auch diesen Entwicklungsprozess durchlaufen viele der allein- und getrennt erziehenden Frauen und Männer, mit denen ich mich in den letzten Monaten unterhalten habe. Es tut gut, sich darin wiederzuerkennen und gestärkt zu fühlen!
Abschließend möchte ich einen meiner Studierenden zitieren, der zwar weder allein-, noch getrennt erziehend ist, aufgrund seiner Flucht aus Syrien vor drei Jahren aber die Erfahrung eines Bruches in seiner Biographie teilt. Er schrieb mir in einem Essay zur Frage „Was ist echte Stärke für dich?“ folgendes:
„Echte Stärke ist für mich, wenn ich ganz bewusst und achtsam lebe. Wenn man bewusst lebt, bleibt man bei jedem Schritt in seinem Leben stark. Man kauft bewusst ein und man weiß, was man braucht, man isst bewusst und achtet auf gesunde Ernährung. Man denkt bewusst und bildet sich seine eigene Meinung und lässt sich nicht durch die Medien und andere Menschen beeinflussen. Man achtet darauf, wie man mit seinen Mitmenschen spricht, aber das ist nicht einfach. Wenn man sich die ganze Zeit mit seiner Vergangenheit beschäftigt und Angst vor der Zukunft hat, verliert man die Kontrolle über die Gegenwart. Der Schlüssel von Bewusstsein und bewusstem Leben ist Leben im Hier und Jetzt.“
Wollt ihr mitmachen? Dann
Ich freue mich sehr, von euch zu lesen!
Herzlichen Gruß, Sunnybee
PS. Habt ihr, Lydia, Charlotte, Christina, Jannike oder auch Samybee, Tilman oder Nadine Lust, mitzumachen? Gerade mit euren ganz unterschiedlichen Biographien fände ich eine Antwort auf meine Frage super spannend! Aber wer auch immer sonst Lust hat, zu schreiben – nur her damit: ich freue mich!😀

Ommmm. 😉
„Mögest du glücklich sein (Teil 1)“: Ein kleiner Exkurs zum Buddhismus – aber vor allem ein, von mir erprobtes, „Rezept“, wenn sich mal alle Gedanken um das eigene (Un-) Glück drehen, um den Blick liebevoll auf andere zu richten und sich damit wunderbarerweise selbst ein Stück zufriedener zu machen. Sehr simpel und wirkt tatsächlich! In „Mögest du glücklich sein (Teil 2)“ beschreibe ich, warum die kleine Übung so wirkungsvoll ist.
Warum ich das hier erwähne?
1) Die Beiträge waren meine meistaufgerufenen Artikel im Monat Oktober, mit denen ich mich gern an der gleichnamigen „Blogparade“ von Anja von der Kellerbande beteilige. Tolle Idee, ich habe darüber bereits einige lesenswerte Blogs entdeckt!
2) Ich mag sie nachwievor und vielleicht sind sie für den einen oder die andere von euch ja tatsächlich anregend – würde mich freuen!
Herzlichen Gruß an alle, die bei mir mitlesen und danke an Anja für deine Inspiration! 🙂
Sunnybee