Klingelingeling! Aufruf zur Blogparade (bis 31.12.18)

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Was ist das schönste (immaterielle) Geschenk, das du in deinem Leben bekommen – oder geschenkt – hast?

Vorweihnachtszeit – Zeit der Besinnlichkeit, der Einkehr und der Vorfreude auf die Weihnachtstage?

Ja, auch. Aber oft (leider) auch eine Zeit der Hektik und des Überangebots an quietschenden, blinkenden, duftenden, glimmenden „Weihnachts-Gadgets“. Von der Keksdose für 1€ (unter welchen Bedingungen hergestellt??) bis zum Christstollen und den Nikoläusen, die ab Anfang November im „Quengelregal“ neben der Supermarktkasse Spalier stehen – Weihnachtszeit ist – zumindest in Deutschland – doch eindeutig auch die Zeit der (materiellen) Geschenke sowie der damit verbundenen Erwartungen – und damit schlicht eine Zeit intensiven Konsums. 

Als Gegenpunkt möchte ich hier fragen: 

Was ist das schönste (immaterielle) Geschenk, das du in deinem Leben bekommen – oder geschenkt – hast?

Willst du an dieser Blogparade teilnehmen? Dann:  

  1. schreibe deinen eigenen Blogartikel zum Thema (vom Bild mit Zweizeiler bis zum ausgearbeiteten Essay ist alles möglich😉)
  2. Schreibe mir bis zum 31.12.2018 einen Kommentar mit Link zu deinem Artikel, den ich auf meiner Seite online stelle
  3. Verweise in deinem Blog, oder gern auch auf Facebook oder Twitter (@mama_schreibt) auf meinen Blog und diese Blogparade!

Herzlichen Gruß, Sunnybee

Danke übrigens an Christina, Lydia, Lea, Charlotte, Easter, Regina, KathinkaTilmanTigerfour, LisaLyrifantNadine, AndreaLuisa, Samybee und noch einige weitere aus der bunten Bloggerwelt für die Inspiration, die ich durch eure Texte, Beiträge und Kommentare in den letzten Monaten erhalten habe. Vielleicht hat ja der eine oder die andere von euch (wieder) Lust auf eine Antwort?

Blogparade: Meistgelesener Artikel im Monat Oktober

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Ommmm. 😉

Mögest du glücklich sein (Teil 1)“: Ein kleiner Exkurs zum Buddhismus – aber vor allem ein, von mir erprobtes, „Rezept“, wenn sich mal alle Gedanken um das eigene (Un-) Glück drehen, um den  Blick liebevoll auf andere zu richten und sich damit wunderbarerweise selbst ein Stück zufriedener zu machen. Sehr simpel und wirkt tatsächlich! In „Mögest du glücklich sein (Teil 2)“ beschreibe ich, warum die kleine Übung so wirkungsvoll ist.

Warum ich das hier erwähne?

1) Die Beiträge waren meine meistaufgerufenen Artikel im Monat Oktober, mit denen ich mich gern an der gleichnamigen „Blogparade“ von Anja von der Kellerbande beteilige. Tolle Idee, ich habe darüber bereits einige lesenswerte Blogs entdeckt!

2) Ich mag sie nachwievor und vielleicht sind sie für den einen oder die andere von euch ja tatsächlich anregend – würde mich freuen!

Herzlichen Gruß an alle, die bei mir mitlesen und danke an Anja für deine Inspiration! 🙂

Sunnybee

Blumen gießen im Seelengarten

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In letzter Zeit denke ich viel über die Themen Annehmen und Geben nach.

Nachmittags komme ich von meiner Arbeit. Ich fühle mich erschöpft und seltsam bedürftig. Was ist passiert? Unsere Schule ist ein Ort, an dem durchaus Gutes geschieht, Kolleginnen und Kollegen sowie Schülerinnen und Schüler engagieren sich für das Schulleben und auch der Umgangston zwischen Schulleitung und Kollegium ist meist höflich und zugewandt. Was fehlt, ist meiner Meinung nach das Gefühl, eine wirkliche „Gemeinschaft“ zu sein. Man achtet sich, arbeitet konstruktiv miteinander – aber nach Arbeitsende scheint jeder froh zu sein, die Schule verlassen zu können. Es fehlt ein wenig das Vertrauen: hier werde ich nicht allein nach meiner Außenwirkung und Leistungsfähigkeit beurteilt. Hier kann ich meine Stärken einbringen, ohne meine Schwächen vertuschen zu müssen. Eigentlich etwas Essentielles in einem Beruf, der so stark von der Interaktion zwischen Menschen geprägt ist. Ein wirklich von Herzen kommendes Geben und Nehmen: Echtheit im Miteinander.

Störung der „Herzenergie“ – und wie sie behoben werden kann

Auf dem Heimweg wähle ich einen anderen Weg als sonst und setze mich für zwei Stunden in den wunderschönen botanischen Garten unserer Stadt. Während ich mich in das Buch eines Autors vertiefte, den ich schon lange schätze (Jorge Bucay: „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“), beginne ich mich zu entspannen und zu verstehen, was mich in den Stunden zuvor erschöpft hat. 

Nach einiger Zeit klingelt mein Telefon: eine gute Freundin braucht meine Hilfe. Ich biete sie ihr an, freudig, ohne Zögern. Sie freut sich und ich staune, wie beschwingt ich mich auf einmal fühle. Es ist, als löse sich ein Knoten in mir; die Möglichkeit, ihr zu helfen, beschenkt mich selbst. Ja, das ist das „Wasser“, das die Blumen in meinem Seelengarten wachsen lässt! Ein Geben, das aus dem Herzen kommt. Ohne die Furcht, „zuviel“ von mir zu verschenken, mich zu weit zu öffnen. Aber auch nicht ein „haltloses“ Sich-Verschenken ohne innere Überzeugung, aus der Bedürftigkeit heraus, gemocht, und anerkannt zu werden.

Gestärkt durch den „Austausch“ mit Jorge Bucay und die Zeit an einem Ort, der mir gut tut, konnte ich mein Herz öffnen und durch mich fließen lassen, was ich als das eigentliche Geschenk empfinde: die Freude daran, einem anderen Menschen Freude zu bereiten, mein Herz zu schenken ohne die Angst, es zu verlieren.

Danke für dein Mitlesen! Herzlichen Gruß, Sunnybee 

PS. Wunderbar passend zum Thema: das Gedicht „zu nehmen und zu geben“ meines Mitbloggers Lyrifant! 🙂

 

Mögest du glücklich sein (2)

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„Mögest du glücklich sein!“

Du sagst diesen Satz in Gedanken zu dir völlig unbekannten Menschen auf der Straße, als echter, von Herzen kommender Wunsch. Hier die „Anleitung“, die ich dir dazu geben kann. Warum hilft dir das, selbst (wieder) glücklich zu werden? 

  1. Du weitest dein Herz. Indem du Menschen, die dir fremd sind, unabhängig von ihrer Erscheinung, von spontaner Sympathie oder Antipathie, unabhängig von Kleidungsstil und Auftreten, von Herzen wünschst: „Mögest du glücklich sein!“, lässt du zwei Dinge los, die dir in deinem eigenen Unglück das Leben schwer machen: das Werten anderer („Der ist doof/ nett/ hässlich/ schön/ sympathisch/ unsympathisch!“) und das Knausern mit deinem Wohlwollen („Meine Zuneigung, mein Mitgefühl, meine Anerkennung bekommt nur XY. Und er oder sie auch nur, wenn er oder sie…“).
  1. Du fühlst dich mit der Welt und deinen Mitmenschen verbunden. Der Blick in manches Gesicht wird dich berühren, denn du siehst darin Abwehr, Trauer, Verhärtung etc., ähnlich den Gefühlen, die du vielleicht selbst in dir trägst. Du bist nicht allein. Nicht in deinem Schmerz – und nicht in deiner Sehnsucht danach, glücklich zu sein und geliebt zu werden.
  1. Du hast etwas zu geben. Nämlich deinen Wunsch: „Mögest du glücklich sein!“. Und damit deinen großzügigen, wohlwollenden Blick, Mitgefühl, Warmherzigkeit. Das fühlt sich großartig an, gerade, wenn du dich eben noch als bedürftig und armselig empfunden hast. 

Genau darum ist diese unscheinbare Handlung so wirkungsvoll: sie spricht die Möglichkeit in dir an, andere wohlwollend und ohne Urteil zu betrachten. Du erkennst dich in den dir völlig Unbekannten und verstehst: in unserem tiefen Wunsch nach Glück, Liebe und Anerkennung sind wir uns alle gleich. Und du hast genau das auch noch zu geben! In deinem Kummer, in deinem Schmerz. Denn wenn du wirklich anderen von Herzen wünschst „Mögest du glücklich sein!“, fließt genau diese Liebe durch dich hindurch. Du „machst“ sie nicht, sie gehört dir nicht und dennoch bist du einen Moment lang ganz von ihr erfüllt. Damit bist du nicht mehr arm dran – du bist reich.

Wow! Probier es aus. Und schreib mir, wenn du magst, was du dabei erlebt hast! 🙂

Herzliche Grüße, Sunnybee

Mögest du glücklich sein (1)

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Du fühlst dich nicht geliebt? Keiner mag dich? Die Welt ist ungerecht?

Versuch mal das: klingt verrückt, funktioniert aber – ich habe es ausprobiert.

  1. Geh raus auf die Straße. Such dir ruhig eine belebte Einkaufsstraße, auf der sich viele Menschen tummeln. Wenn dir das zuviel ist: der Weg um den Häuserblock tut’s auch. Du solltest nur die Gelegenheit haben, Menschen zu begegnen.
  2. Jedem, an dem du vorbeiläufst, siehst du kurz ins Gesicht und wünschst ihm oder ihr ehrlich in Gedanken: „Mögest du glücklich sein.
  3. Beobachte deine Gefühle und Gedanken dabei.

Das war’s. Hier steht, warum diese unscheinbare Handlung so wirkungsvoll ist (wenn ihr es wissen wollt).

Die Anregung ist übrigens ursprünglich nicht von mir, sondern von Pema Chödrön, einer buddhistische Nonne und Teil ihrer meditativen Praxis. Gefunden habe ich sie in dem wirklich tiefgründigen, warmherzigen Ratgeber „Vollkommene Liebe – und wie sie vielleicht sogar in einer Beziehung gefunden werden kann“ von John Welwood. Ein weiterer Tipp! 😉

Herzlichen Gruß, Sunnybee

Wer ist „Sunnybee“? Sechs Monate mutter-und-sohn.blog

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Yippieh – Jubiläum! Seit einem halben Jahr blogge ich. Knapp neunzig Artikel habe ich seit meinem Blog-Start im April 2018  ins Netz gestellt, vom Zweizeiler bis zum sorgfältig redigierten Interview mit alleinerziehenden Müttern und Vätern. 

Ich schreibe auf mutter-und-sohn.blog sehr persönliche, unverstellte Texte. Liest du diese regelmäßig, erfährst du viel von mir. Dennoch teile ich hier weder meinen Namen noch mein Gesicht. 

Warum unter Pseudonym? 

„Sunnybee“, die „sonnige Biene“, wie ein alter Freund süffisant übersetzte, war eine spontane Idee beim Erstellen meines Blogs. In den 1920er Jahren schrieb Kurt Tucholsky, ein Autor, den ich sehr schätze, unter Pseudonym in der Berliner gesellschaftskritischen Zeitschrift „Die Weltbühne“. Tucholsky wählte für jede seiner „Stimmen“ in der von ihm herausgegebenen Wochenschrift einen anderen „Autor“ – und seine Leserinnen und Leser reagierten ganz verschieden auf die vermeintlich unterschiedlichen Verfasser. So wurde z.B. „Autor Tiger“ gelobt, während Aussage und Stil von „Herrn Panther“ missfielen – und umgekehrt. 

Eine Gesellschaft ist so sozial wie die Menschen, die sie gestalten

Meine Stimme hier in diesem Blog ist „Sunnybee“. Das Bild auf der Startseite zeigt eine Biene auf einer Sonnenblume – es wirkt auf mich fröhlich und kraftvoll. Bin ich so? 

Ja – ebenso wie nachdenklich und manchmal unsicher und geschwächt. Seit der Trennung vom Vater meines Sohnes vor gut 1 1/2 Jahren trägt mein Blog viel zu meiner inneren Balance und Stärkung bei. Hier formuliere ich meine Gedanken und Gefühle und bringe dabei etwas in die Welt, was bestenfalls andere begleitet und inspiriert.

Ich will hier auf die Situation Allein- und Getrennterziehender aufmerksam machen – und zeigen: eine Gesellschaft ist so menschlich wie die Menschen, die sie gestalten. Will ich andere annehmen, ist meiner Meinung nach wichtig, dass ich mich selbst annehmen kann: meine Stärken und Schwächen; was mir vertraut erscheint ebenso wie Seiten an mir, die mich befremden. Meiner Meinung nach resultiert die Ablehnung des Unbekannten im „Außen“, die sich zum Beispiel in der Abwertung Geflüchteter oder Menschen, die anders als der Mainstream leben, zeigt, häufig aus der Ablehnung „fremder“ Anteile in mir selbst. In diesem Sinn verstehe ich das Private durchaus als politisch: bin ich mit mir und meinem direkten Umfeld im Reinen, bleibt mir Kraft und Motivation, Dinge im größeren gesellschaftlichen Rahmen wahrzunehmen und gegebenenfalls zu verändern.

Eure Stimme – meine Antwort

Ihr, meine Leserinnen und Leser, seid mein Gegenüber. Der Austausch mit euch ist mir wichtig. Kommentare, Fragen, Reaktionen auf meine Artikel: lasst mich an euren Gedanken teilhaben – ich freue mich sehr darüber! 🙂

Herzliche Grüße, Sunnybee

Hier geht’s weiter zum Blog.

 

Sachlich streiten?

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Ich mag es nicht, wenn Menschen so tun, als sei „sachlich“ zu sein per se positiv. Interessanterweise wird der Appell „Bleiben Sie sachlich!“, oder das scheinbar unbeteiligte „rational gesehen…“ meist dann verwendet, wenn derjenige, der Sachlichkeit einfordert, stark emotional beteiligt ist.

So ist mir das vor kurzem in einem Konfliktgespräch mit einer Schülerin widerfahren. Die junge Frau Mitte 20 fühlte sich im Unterricht ungerecht behandelt, was wir bei der nächsten ruhigen Gelegenheit zu klären versuchten. Dieses halbstündige Gespräch war für mich Schwerarbeit. Im Verlauf der Unterhaltung wurde mir nicht nur die oben erwähnte Unsachlichkeit unterstellt – was, auf die beschriebene Situation bezogen, tatsächlich stimmte, denn ich hatte mich geärgert und selbst in gereiztem Ton reagiert. Darüber hinaus äußerte die junge Frau aber verschiedenste Vermutungen in Bezug auf meine Motive und wir hätten uns wohl heillos in diesen Mutmaßungen verfangen, wäre ich auf sie eingegangen. Statt dessen versuchte ich zu begreifen, was meine Schülerin eigentlich beschäftigte. Und – ja, ja, ja – es war die Sorge, ich könne etwas gegen sie haben und der Wunsch, in einer entspannten Atmosphäre den Unterricht zu besuchen.

Nun herrscht allerdings in dieser Klasse – ich habe es hier im Blog schon einmal beschrieben – eine ohnehin sehr angespannte Atmosphäre. Zwischen einigen Schüler/innen bestehen massive Konflikte. Zugleich scheint Konsens zu sein, dass diese im Unterricht ignoriert werden sollen. „Ich bin hier nicht, um Freundschaften zu schließen, sondern um meinen Schulabschluss zu machen“, „Machen Sie einfach Unterricht!“: Aussagen, mit denen ich von Seiten einiger Schülerinnen und Schüler konfrontiert wurde und die mich, ehrlich gesagt, sehr befremden. Konflikte wie in dieser Klasse lassen sich meiner Meinung nach nur ignorieren (wie es offensichtlich einige Kollegen tun) oder aber lösen, indem ich auf das eingehe, was hinter der Sachebene steht.

Im Gespräch mit meiner Schülerin habe ich genau das versucht. Ob ich sie erreicht habe, weiß ich nicht. An der Atmosphäre in der Klasse wird das vorerst wohl nichts ändern. Aber vielleicht hilft manchmal auch einfach nur, abzuwarten und Dinge mit ‚offenem Herzen‘ zu begleiten. Ich versuche reflektiert zu sein in meiner Arbeit, für meine Schüler einschätzbar und in der Sache klar.

Sachlich im Sinn von „unberührt“ bin ich nicht. Und will es auch nicht sein.