
Diese beiden Tütchen mit Süßigkeiten hingen heute, am Morgen nach Halloween, an unserer Haustür. Von Nachbarn, mit denen ich noch nie mehr als ein „Guten Tag“ gewechselt habe.
Kluge Gedanken. Aus dem echten Leben

Diese beiden Tütchen mit Süßigkeiten hingen heute, am Morgen nach Halloween, an unserer Haustür. Von Nachbarn, mit denen ich noch nie mehr als ein „Guten Tag“ gewechselt habe.

Lesung in Köln. Premiere unseres Buches „Mütter. Macht. Politik“. Wenige Stunden vor der Veranstaltung laufe ich mit einem Kaffee auf der Hand durch die Stadt. Morgens um zehn sind die Straßen schon belebt. Viel Asphalt und schmuddeliges Pflastergrau. Die typisch rheinischen Kachelfassaden. Dazu Reklame überall. Am Boden liegt zwischen den Geschäften eine Taube. Tot. Daneben zwei Obdachlose, tief in ihre Schlafsäcke vergraben. Wenige Meter weiter die Kölner Philharmonie. Davor Menschen in edlen Sommerkleidern und feinem Leinenstoff.

Australisches Hinterland? Ich sitze ganz gemütlich in meinem Arbeitszimmer in einem süddeutschen Kleinstädtchen, während ich diese Zeilen schreibe. Dabei kommen mir die Worte einer Kommentatorin in den Sinn, deren Sätze ich vor kurzem auf Social Media gelesen habe: „Als meine Mutter uns als Kinder mit in den Australischen Busch nahm…“ Sie schreibt auf Englisch „bushwalking“; von meinen eigenen Reisen weiß ich, was sie meint.

Dieses Jahr war ich mit meinen Söhnen (knapp 3 und 7) für eine Woche auf einer Familienfreizeit. Workshops für die Erwachsenen, Spiel- und Bastelangebote für die Kinder, alles in einem Seminarhaus in malerisch ländlicher Lage. Klang gut. Mein Fazit danach? Lest ihr hier.

Ich gebe zu, vor und während der Weihnachtsfeiertage dachte ich diesmal nicht, je wirklich zur Ruhe kommen zu können. Mit zwei Kindern und Partner rund um die Uhr um mich herum. Und doch ist es zwischen den Jahren geschehen, wie ein sanftes Wunder, das sich um mich gelegt hat und mich gerade sacht umschließt. Ich bin wieder bei mir angelangt, bin tatsächlich zur Ruhe gekommen und spüre wieder. Was ist es, was ich spüre? Ich will, ich stehe für und ich brauche: Verbundenheit.