Familie, Gesellschaft, Politik

Was brauchen Familien wirklich? Aufruf zur Blogparade (bis 30.06.19)

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Manche wünschen sich mehr Zeit. Echtes Leben zu zweit, zu dritt oder zu fünft statt einer Aneinanderreihung von Terminen. Keine Logopädie, kein Turnen, keine Musikfrühförderung nach Kindergarten oder Schule, sondern einfach absichtslos in den nächsten Park spazieren und schauen, ob sich der Löwenzahn schon abpusten lässt.

Andere bräuchten liebe Menschen, die mal einspringen, wenn nichts mehr geht – oder auch einfach nur, wenn es nach fünf, zehn, zwanzig Tagen mal wieder an der Zeit wäre, als Mutter oder Vater einfach nur sich selbst zu sein. Ein Aperol Spritz mit der besten Freundin oder zwanzig Kilometer mit dem Rad und ohne Kind.

Und dann natürlich die großen Themen: Mehr Anerkennung und finanzielle Wertschätzung der alltäglichen Fürsorge-Arbeit. Gesetzesänderungen im Arbeits- und Familienrecht, die ein wirklich gleichberechtigtes Dasein als Paar – und im Fall einer Trennung als Expartner – möglich machen. Hierüber habe ich in meinem ersten Aufruf zur Blogparade bereits geschrieben.

Was brauchen Familien wirklich?

Ich möchte gern wissen, was ihr dazu sagt, im Großen und im Kleinen. Als persönliche Anekdote, grundsätzliche Reflektion oder kämpferische Streitschrift. Daher habe ich meine Blogparade jetzt noch einmal um zwei Wochen verlängert. Also LOS!🙂

Drei tolle Beiträge findet ihr bereits hier:

1) Lydia von lydiaswelt.com schreibt darüber, wie wichtig es ist, einander innerhalb einer Familie zu vertrauen. Als blinde Mutter zweier inzwischen erwachsener Kinder zieht sie ihr beeindruckendes Fazit.

2) Charlotte von charlottesadoptionsblog.com zeigt, dass Eltern mit ihren Kindern vor allem Zeit brauchen um miteinander leben – und nicht nur funktionieren – zu können. Außerdem appelliert sie, dass Familien, gerade, wenn es nicht „rund“ läuft, viel einfacher und unbürokratischer Unterstützung bekommen sollten.

3) Auch ich habe einen Blogbeitrag geschrieben: Eine Utopie über das Leben mit Kind im Jahr 2067. Wenn ihr wollt, lest das (fiktive) Gespräch mit meiner noch ungeborenen Enkelin hier.

Wollt ihr mitmachen? Dann: 

  1. Schreibt bis zum 30.06.2019 euren Artikel zu der Frage: „Was brauchen Familien wirklich?“
  2. Schreibt unter diesen Artikel einen Kommentar mit dem Link zu eurem Artikel.
  3. Erwähnt und verlinkt diese Blogparade in eurem Beitrag.

Herzlichen Gruß, Sunnybee

PS. Hier findet ihr übrigens meinen ursprünglichen Aufruf zur Blogparade.

[Foto: Pixabay]

20 Gedanken zu „Was brauchen Familien wirklich? Aufruf zur Blogparade (bis 30.06.19)“

    1. Liebe Lea,
      danke für deinen Blogbeitrag, der dem bisherigen Spektrum eine weitere – äußerst spannende – Nuance hinzufügt!
      Die Dramaturgie deines Artikels, erst die rosige Nachbarswelt und dann – BÄMMM – die Überleitung zur veritablen Dystopie hat es jedenfalls in sich!😀 Kluge, wahre Gedanken, auch wenn ich diese persönlich in ihrer Radikalität nicht teile.
      Herzlichen Gruß, Sunnybee

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    1. Wow, Nadine,
      danke für deinen klugen, kämpferischen Blogparaden-Beitrag! Ich würde sogar soweit gehen zu sagen: Lasst uns schlicht die Möglichkeit zu Teilzeit-Arbeit fordern mit wirklich denselben Karrierechancen – das kommt dann auf deinen Vorschlag „mehr Cash für (phasenweise) weniger Stunden“ heraus.

      Aber vielleicht müssen wir noch viel weiter denken, nämlich nicht unser ganzes privates Leben um die Arbeit herumbauen. Ich arbeite selbst sehr gerne in meinem Beruf, hier schreibe ich z.B. darüber – aber die Phasen, in denen ich quasi nur dafür lebe, irgendwo zwischen Arbeitsberg und Familienaufgaben zu „überleben“ hasse ich und sie bringen mich immer wieder dazu, den Sinn des ganzen Konstrukts (Arbeiten für einen gewissen Lebensstandard, dann aber keine Zeit und Energie haben, diesen Standard wirklich zu genießen) in Frage zu stellen. Und da klage ich noch auf hohem Niveau: viele Eltern müssen sich ja beruflich verausgaben und werden noch nicht mal angemessen bezahlt (z.B. Erzieher/innen). Absurd, welche Forderungen da an deinen Mann herangetragen werden!

      Aber ich will nicht (nur) schimpfen. Du hast Recht: wenn uns was (massiv) stört, lass es uns zunächst selbst anders machen, darüber reden und andere daran teilhaben lassen – das zieht, daran glaube ich fest, auch seine Kreise!
      Herzlichen Gruß (das war jetzt eine lange Antwort!🙂), Sunnybee

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    2. Ich muss sagen, dass sich unsere Situation doch ziemlich entschärft hat, seit die Kinder größer sind. Da bekommen wir das Leben ganz gut gewuppt, sind halt aber auch zu zweit. Spannend wird es nun mit der Schuleinführung unserer größeren Tochter, weil dann wieder neue Aufgaben auf einen zu kommen… Mehr Zeit wäre da nicht schlecht, um die Kinder mehr auf ihrem Weg zu begleiten und zu fördern. An Eltern werden immer große Forderungen gestellt, aber Zeit wird ihnen dafür nicht gegeben… wir haben aber Glück, nicht zusätzlich noch ältere Familienmitglieder pflegen zu müssen. Das kommt ja auch irgendwann auf einen zu.

      Mein Mann ist bei der Stadt als ungelernter Erzieher angestellt, da wird zum Glück recht gut bezahlt und nach seiner Ausbildung rutscht er dann noch Gehaltsstufen nach oben. Jetzt müssen wir nur erstmal die 4-Jahre-Ausbildungszeit überstehen… Ich plane aktuell auch einen Beitrag über die Probleme in der Erzieherausbildung; ich habe eine Mama kennengelernt, deren Mann die Ausbildung nicht machen kann, weil es an der Vereinbarkeit scheitert… Das ist doch schlimm.

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    1. Liebe Moni,
      toller Beitrag – freue mich, dass du bei meiner Blogparade dabei bist! Auch schön, dass ich so auf deinen Blog aufmerksam geworden bin – gefällt mir gut, auch der Name!🙂
      Ja, Zeit, bezahlbarer Wohnraum und eine ausreichende Kinderbetreuung empfinde ich im ganz normalen Familienalltag auch als sehr wichtig. An deinem Beitrag spricht mich aber noch etwas Weiteres zu, nämlich, dass dein Mann und du die Zeit mit eurem Kind offensichtlich genießt und euch echte Auszeiten gemeinsam gönnt, z.B. die Urlaube in den Elternzeitmonaten. Klar, das geht nur mit Zeit und Geld, aber die Haltung dahinter gefällt mir – und Genuss und Entspannung geht auch auf dem Bauernhof oder im Wellnesshotel mit Kinderbetreuung an der Ostsee.
      Herzlichen Gruß, Sunnybee

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    1. Liebe Petra,
      jetzt komme ich zu einer Antwort!
      Ja, du hast einen ziemlich wütenden Beitrag zu meiner Blogparade beigesteuert und ich kann deine Wut auch gut nachvollziehen. Das Gefühl, alleingelassen zu werden macht jede Krisensituation (und nichts anderes ist ja eine Trennung, erst recht, wenn Kinder mit dabei sind) noch viel schlimmer. Ich habe mich in einer ähnlichen Situation auch mal an eine öffentliche Institution gewandt und auch keine besonders hilfreiche Reaktion erhalten. Letztlich ist frau da doch gut dran, wenn Großeltern oder enge Freunde einspringen können. Aber du hast recht, nicht jede/r hat das Glück!

      Umso beeindruckender, dass du dein Leben mit deinen beiden Jungs inzwischen so toll zu stemmen scheinst – mit allen (normalen) Aufs und Abs!🙂
      Herzlichen Dank für deine Teilnahme an meiner Blogparade und liebe Grüße, Sunnybee

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  1. Liebe Sunnybee,
    ganz zufällig bin ich heute über deine Blogparade „gestolpert“. Gerne nehme ich mit einem etwas älteren Artikel daran teil. Wir haben für uns als Familie vor ca. 1 1/2 Jahren einen neuen Weg gefunden, was uns als Familie gut tut.
    Um allen und unseren eigenen Wünschen besser gerecht zu werden, haben wir unser Arbeits- und Familienleben angepasst. Dazu schreibe ich in meinem Beitrag. Würde mich freuen, wenn du ihn mit aufnimmst: https://dastoa.com/warum-papa-jetzt-auf-die-kinder-aufpasst-und-mama-arbeitet-familienzeit/

    liebe Grüße
    Regina

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    1. Liebe Regina,
      ich nehme deinen Beitrag gern mit auf, auch wenn er schon etwas älter ist. Finde, er passt tatsächlich zum Thema und zeigt auf tolle Weise, dass eine Reduktion der Arbeitszeit für die Familie sehr wohl auch für Väter möglich ist! Toll, dass dein Mann den Eigensinn hatte, sich so zu entscheiden!
      Mich würde auch interessieren, was euer Fazit diesbezüglich zwei Jahre später ist. War die Entscheidung „Zeit“ statt Geld und Karriere die richtige für euch?
      Herzlichen Gruß und in eurem interessanten (Reise-) Blog werde ich sicher auch noch öfter mal vorbeischauen!
      Lg, Sarah („Sunnybee“)

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    1. Liebe Vreni,
      danke für deinen Beitrag zu meiner Blogparade!
      Ja, ich stimme dir zu: wirklich das Zusammensein als Familie zu genießen (egal, in welcher Konstellation), statt im Hamsterrad zu hecheln für noch mehr Wohlstand, das ist auf jeden Fall ein Argument!🙂 Wobei ich sagen muss, viele, gerade auch Alleinerziehende, hecheln bereits fürs ganz normale „Durchkommen“ durchs Leben, ohne dass überhaupt von größerem Wohlstand die Rede wäre.
      Für mich sind die kostbarsten Momente im (Familien-) Alltag die, in denen ich ganz bei mir und bei meinem Sohn bin. Und die kosten oft tatsächlich nichts, sondern brauchen nur eins: Zeit!
      Herzlichen Gruß, Sunnybee

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  2. Liebe Sunnybee,
    ja! Da gebe ich dir recht. Daher habe ich in dem Artikel ja auch das Ungleichgewicht betont. Dass es eben Familien gibt, die ackern, um geradeso ihren Kindern ein normales Leben zu ermöglichen und dadurch keine Zeit mehr haben. Dass es eben aber auch die gibt, die sozusagen die Wahl haben. Und man kann in einem Beitrag ja meist nur wenige Dinge rauspicken und beleuchten – so wie ich hier den Teufelskreis zwischen Zeit und Geld. Selbstverständlich gibt es bei dem Thema so wahnsinnig viele wichtige Punkte, die wir gar nicht alle aufzählen oder hinterfragen können. Da wäre bspw. die Gesundheit, die ich gar nicht erwähnt habe, aber natürlich noch wichtiger als Zeit oder Geld ist. Auch ich genieße die kleinen Momente mit meinen Kindern und bin jeden Tag dankbar, dass sie gesund sind 🙂
    Alles Liebe, Vreni

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    1. Liebe Vreni,
      danke nochmal für deine Ergänzung! Ja, ich selbst bin in der glücklichen Situation, als Lehrerin die „Wahl“ zwischen Zeit und Geld zu haben – und habe trotz reduzierter Stunden und kinderfreundlicher Arbeitszeit dennoch manchmal das Gefühl, mich zwischen zwei Welten zu bewegen, wobei in der Arbeitswelt viele meiner privat erworbenen Fähigkeiten nur am Rande zählen. In erster Linie soll ich da zeitlich flexibel und belastbar sein – und das bin ich meinem Empfinden nach mit (kleinem) Kind tatsächlich weniger als ohne.
      Und natürlich: Gesundheit ist die kostbare Grundlage unseres ganzen Lebens – auch als Familie. Gut, dass du daran nochmal erinnerst! Und schön übrigens auch, dass du meinem Blog ab sofort folgst!🙂
      Herzlichen Gruß, Sunnybee

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