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„Sei einfach mehr wie ich!“ Vier zerstörerische Sätze für jede Partnerschaft – und wie wir es besser machen

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Nach jeder Trennung kommt irgendwann der Punkt, an dem wir unsere „Fühler“ wieder ausstrecken, wieder offen für eine neue Partnerschaft sind. Weiterlesen „„Sei einfach mehr wie ich!“ Vier zerstörerische Sätze für jede Partnerschaft – und wie wir es besser machen“

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Ein Lob der Langsamkeit

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Wenn du es eilig hast, geh langsam. Wenn du es noch eiliger hast, mach einen Umweg.

Der erste Teil dieses japanischen Sprichworts begleitet mich seit Jahren. Ganz zu Beginn meines Berufslebens, als ich als junge Lehrerin (wieder einmal) im Eiltempo die Treppen zu einer meiner Klassen hinaufhetzte, beobachtete ich eine ältere Kollegin, die wie ich auf dem Weg in den 3. Stock war. Allerdings ließ sie sich scheinbar alle Zeit der Welt um die drei Treppenabsätze zu erklimmen. Ihre Bewegungen erinnerten mich in ihrer Zurückgenommenheit und ruhigen Konzentration an die Kaltblüter, die ich des öfteren im Zoo beobachtet hatte: Leguane, Warane oder auch die mächtigen Alligatoren bewegten sich mit ähnlich verhaltener Kraft und klar dosierter Energie. 

Jahre später, als wir uns bereits gut kannten, habe ich meiner Kollegin erzählt, dass sie für mich in diesem Moment ein Vorbild gewesen sei. Sie fand das wohl amüsant und freute sich auch über das Kompliment, aber ihr wurde sicher nicht bewusst, welche Tragweite die Beobachtung für mich in den Jahren danach gehabt hatte – weit über den beruflichen Rahmen hinaus. 

Kennenlernen im ICE-Tempo

Gerade in privaten Beziehungen (in Freundschaften und auch in beginnenden Partnerschaften) hatte ich die Tendenz, mich „Feuer und Flamme“ in das Miteinander mit einem – noch Tage zuvor fremden – Menschen zu stürzen, mit der Folge oft großer, auch körperlicher Intensität (letzteres auf beginnende Partnerschaften beschränkt;-)), der das eigentliche Kennenlernen des anderen erst nach und nach folgte – und leider oft auch nach einigen Monaten die ernüchternde Erkenntnis, als wie wenig „passend“ – über eine erste starke seelische oder auch körperliche Anziehung hinaus – sich diese neuen Bekannten herausstellten. Oder vielleicht eher: wie schwierig es ist, noch einmal (gesunde) Distanz und die Haltung der Betrachtenden einzunehmen, wenn man sozusagen schon Nase an Nase „aufeinanderhängt“. 

Und ich habe den Eindruck, gerade für mich als intensiv wahrnehmende und zu starken Gefühlen fähige Frau ist es sehr wichtig, dass ich immer wieder in mich hineinhorche: stimmt noch, was jetzt in mir – und zwischen uns – ist? Will ich das so? Will ich es jetzt? Was will ich eigentlich?

Eine neue Partnerschaft eingehen

Seit der Trennung vom Vater meines Sohnes vor gut 11/2 Jahren hatte ich das Glück, von mehreren Männern Interesse signalisiert zu bekommen, jeder auf seine Art interessant und auch attraktiv. Für mich waren diese Begegnungen ein Weg zurück zu der Lebensfreude in mir, die davor über Monate durch Streit und Spannungen innerhalb meiner Partnerschaft überlagert gewesen war. Ich genoss also den Kontakt zu diesen so unterschiedlichen Männern, von denen zwei durchaus auch mein Interesse weckten. 

Dabei bewahrheitete sich meine zu Beginn dieses Artikels beschriebene Wahrnehmung: je schneller ich sein wollte – und will, bzw. je weiter ich mich in Richtung einer möglichen neuen Partnerschaft, einer wirklichen Öffnung bewegen will, umso langsamer muss ich das tun. Ich merke es im Raum der körperlichen Berührungen ebenso wie im Bereich der seelischen: alles, was zu schnell, zu fordernd, zu intensiv ist – von meiner Seite wie von der Seite des anderen – bringt den subtilen Fluß der – wechselseitigen – Annäherung ins Stocken, wenn nicht gar zum Versiegen. 

Ambivalenz und Freiheit

Daher möchte ich an dieser Stelle für die Freiheit plädieren, genau so langsam zu gehen, wie es eben nötig ist, womöglich sogar Umwege zu gehen, gerade da, wo ein innerer Teil drängt: „Voraus, voraus! Nur direkt auf’s Ziel (einer neuen Partnerschaft) zu!“ Ich möchte betonen, welche Qualität es hat, sich wirklich Zeit zu lassen in Zeiten, in denen es ohnehin oft schnell gehen soll, in denen Abwarten und In-sich-Horchen leicht als Passivität missdeutet wird.

Ambivalenz – ein anderer Aspekt des menschlichen Seins, den ich früher gefürchtet habe und allmählich anzunehmen beginne – ist ja oft zu Beginn eines neuen Kennenlernens spürbar in Form von Unsicherheit und Freude, von Anziehung und Irritation, von Verliebtheit und auch der Furcht vor Zurückweisung. Und gerade diese Ambivalenz mag mich blockieren, wenn ich „schnell“ machen möchte. Denn wohin eilen, wenn es mich in zwei Richtungen zieht!… 

Erlaube ich mir jedoch die Langsamkeit, genau diese gegensätzlichen Gefühle zu spüren und schlicht da sein zu lassen, wird sich Bewegung aller Wahrscheinlichkeit nach ganz von selbst ergeben. In die eine Richtung oder in die andere. Vielleicht nicht in die, die ich – oder der andere – gerne hätte. Aber Anziehung und Zuneigung, aufkommendes Vertrauen und tiefe Bindung ist für mich sowieso nichts, was ich rein willentlich steuern kann. Ich kann mich dafür öffnen. Ich kann selbst anziehend, zuneigungsvoll und bereit zu Bindung sein – aber was sich daraus ergibt, ist dann doch immer durch das Zusammenspiel zwischen zwei Menschen bedingt – und somit zu Beginn nie klar. 

Gehe ich somit gerade dort schnell, wo ich mir am meisten „Fortschritt“ wünsche, „überhöre“ ich vielleicht die kleinen Signale, die mir selbst – und auch dem anderen – bedeuten: nimm wahr, lerne kennen, prüfe, was stimmig ist, bevor du dich (wieder) bindest – denn was im „Schnelldurchlauf“ beginnt, endet nur allzu leicht ähnlich schnell; aber dann schon „mittendrin“, in einer neuen Partnerschaft und dadurch auch leicht mit dem Schmerz, trennen zu müssen, was sich zum Teil schon verbunden hat.

In diesem Sinn: „Wenn du es eilig hast, geh langsam!“

Herzlich,

Sunnybee

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Ex und – hoppla. Der schnelle Weg beim (Online-) Dating

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Kleiner Schwank aus meinem Leben… heute Morgen, gegen 6.30 Uhr, bekam ich folgende WhatsApp-Nachricht:

Hey S. [alle Namen um der Anonymität Willen gekürzt] Ich habe mich länger nicht gemeldet, da ich letzte Woche jemanden kennengelernt habe und dabei etwas mit mir passiert ist. Es wäre absolut unfair und nicht korrekt, weiter zu machen. Wünsche dir/euch alles Gute. LG M.

Den Absender, besagten M., Vater von drei Kindern und wie ich seit gut einem Jahr getrennt lebend, hatte ich über ein Online-Datingportal, speziell für Alleinerziehende, kennen gelernt und bisher einmal getroffen. Drei nette Stunden bei einem Kaffee und ein anschließender Spaziergang. Danach noch einige Nachrichten hin und her; einen Termin für ein weiteres Treffen mit (insgesamt) vier Kindern, auf zwei Singles verteilt, zu finden, war uns nicht gelungen – und jetzt hatte sich das Ganze offensichtlich aufgrund anderer Gründe (s.o.) erledigt…

Ich gebe zu, ich war etwas enttäuscht. Richtig weh tat es nicht, dafür war einfach noch nicht genug passiert. Also mehr das Gefühl von etwas verletztem Stolz („Abserviert!…“) und vielleicht ein leichtes Bedauern. Und die ziemlich ernüchternde Erkenntnis: Dating in Zeiten des Single Mom- (und Single Dad-) Daseins ist offensichtlich nicht nur von meiner Seite aus auf Effizienz ausgerichtet…

Denn ich gebe zu, auch ich habe in meinem Leben als Single – und in jüngster Zeit sogar als Single Mom – schon Ansagen erteilt in der Form „Ich bin gerade nicht offen für was Neues“ (was gelogen war, ich hatte schlicht kein Interesse) – und das war’s für die andere Seite gewesen – so wie jetzt für mich.

Eigentlich guter Stil, eine klare Absage zu bekommen und nicht einfach keine Nachricht mehr. Und doch auch irgendwie trist, wie leichtfüßig da alles beendet wird, was durchaus das Potential zu der ein oder anderen gemeinsamen Unternehmung, vielleicht zu wechselseitigem Austausch oder auch mal einem Spielplatzbesuch als nette Bekannte gehabt hätte. Sympathie und Interesse war sicher von beiden Seiten aus da gewesen. Aber wo die Erwartung „Liebe oder Niete“ zu sein scheint, ist wohl kein Raum für Zeit, Entwicklung, Zwischentöne.

Top oder – hoppla, das war’s. Und während ich ein wenig betreten dastehe und betrachte, was hier gerade geschieht, denke ich: ein Glück, habe ich meine zwei, drei besten Freunde nicht online kennen gelernt. Die habe ich nämlich alle anfänglich zwar nett gefunden, aber wirklich zu begeistern begonnen haben sie mich erst mit der Zeit. Weil sie verlässlich sind, hilfsbereit, humorvoll – alles schwer zu „checken“ in den ersten 180 Minuten…

Back to Start! Neues Spiel, neues Glück – und wieder um eine Erfahrung reicher!;-)

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Single-Mom-Dating

Frühlingsblumen

Hier sind sie: 5 heiße (und nicht mal ganz sinnlose) Dating-Tipps für Single-Moms:

1) Gönn’s dir – und sei organisiert

Als Alleinerziehende fehlt dir vor allem eins: Zeit! Daher musst du deinen Dating-Einsatz planen wie den Wocheneinkauf oder die eine Stunde Yoga donnerstags, die du dir freigeschaufelt hast: Informiere dich, recherchiere und poste online, wenn deine Kinder im Bett sind (und du nicht gerade beim Ins-Bett-Bringen neben ihnen eingeschlafen bist) – und engagiere einen Babysitter, bzw. nutze konsequent „Papa-Zeit“ der Kleinen für persönliche Treffen.

2) Geh online – aber nur für den ersten Kontakt

Online-Dating ist super, verspricht Kontakte, ohne das Haus zu verlassen und enorme Zeitersparnis, – in Wirklichkeit ist es der größte Zeitfresser überhaupt. Anmeldung im Datingportal, Profil erstellen und zwei, drei aussagekräftige Sätze formulieren, eine erste Recherche unter den 40 „aussichtsreichsten“ Kandidaten – schwups, sind zwei Stunden vergangen. Ohne irgendeinen realen Kontakt… Daher: Nutze Dating-Plattformen, aber nur zur Kontaktaufnahme. Und verabrede dich so schnell wie möglich im echten Leben. Der Traumprinz mag online zu finden sein – aber sollte er sich als untersetzter Kettenraucher mit Mundgeruch entpuppen, weißt du das wenigstens sofort (bzw. sehr bald) und hast nicht schon viel Zeit (=> Punkt 1), Energie und Hoffnung investiert.

3) Triff dich mit männlichen Bekannten 

Nein: Nicht, um den Kollegen aus der Finanzabteilung, der dir zwei Jahre nachgestiegen ist und den du noch nie wirklich prickelnd fandest, endlich zu erhören – sondern weil es schlicht gut tut, jemanden zu treffen, der einen (noch immer) toll findet (alter Verehrer) oder mit dem man sich toll unterhalten kann (alter Freund und Bekannter). Und vergiss nicht: du bist aus der Übung! Jahre, vielleicht Jahrzehnte, war dein Mann/Partner dein männlicher Hauptbezugspunkt; als Alleinerziehende womöglich dein Sohn oder dein Bruder – da tut es schlicht gut, sich mit Männern außerhalb des Familienkreises auszutauschen – auch mal ganz ohne Partnerschafts-Hintergedanken.

4) Sei nett zu dir

Tu dir Gutes und unternimm so viele Dinge wie möglich, die dafür sorgen, dass du dich fröhlich – oder zumindest ausgeglichen – fühlst. Und auch mit Kind, Kegel und Beruf noch ab und zu sexy und geistreich – einfach als individuelles Wesen. Sei ehrlich: du willst einen Mann als Frau kennen lernen und nicht als Chauffeurin, Projektmanagerin, Hobbypsychologin oder Putzfee – auch wenn du das alles immer wieder (auch) bist. Und wenn du jetzt denkst: wann soll ich denn auch noch nett zu mir sein? => Punkt 1!

5) Augen auf – im echten Leben!

Der letzte Tipp verbindet die vier Punkte davor: das Leben bietet Möglichkeiten – nutze sie! Daher: Sei da! Schau hin! Lächle (zumindest, wenn du nicht total erschöpft bist). Mach die Augen auf! Ein Miniflirt mit dem netten Studenten, der dir in letzter Minute die Tür zur U-Bahn aufgehalten hat. Ein Lächeln für den älteren Herrn, der dich an der Kasse vorlässt. Mal wirklich ein Bier mit dem Kollegen, der das schon seit zwei Jahren vorschlägt.

Dating im engen Sinn heißt: einen potentiellen Partner kennen lernen. Im weiteren Sinn bedeutet es viel mehr. Nämlich: das Leben (wieder) kennen lernen. Dich selbst, die Männer – und all die verrückten kleinen und großen Dinge dazwischen. In diesem Sinn: Lebe – und finde (vielleicht) dabei auch noch den passenden Mann!