alleinerziehend, Partnerschaft

„Sei einfach mehr wie ich!“ Vier zerstörerische Sätze für jede Partnerschaft – und wie wir es besser machen

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Nach jeder Trennung kommt irgendwann der Punkt, an dem wir unsere „Fühler“ wieder ausstrecken, wieder offen für eine neue Partnerschaft sind.

Nicht nochmal den Mist! Die alten Fehler wollen wir aber nicht noch einmal machen. Daher hier ein „Best of“ der wirklich hinderlichsten Glaubenssätze innerhalb jeder Partnerschaft – und wie wir sie umschiffen können.

  1. Sei einfach mehr wie ich.
  2. Glaub an mich, denn ich selbst tu’s nicht.
  3. Weil du mich hast brauchst du kein eigenes Leben.
  4. Du verlässt mich sowieso.

1. Sei einfach mehr wie ich

Wir wollen die selbstbewusste, aufmerksame Partnerin, den verständnisvollen, zärtlichen Partner. Statt dessen sitzen nach zwei Jahren verliebter Idylle auf einmal dieses hysterische Nervenbündel oder der Egomane, der sich nur um sich zu drehen scheint neben uns und erheben den Anspruch, unsere Partnerin, bzw. unser Partner zu sein… Sauerei!

Das wollen wir diesmal besser machen. 

Gut, dann lass uns damit anfangen: Du bist nicht wie ich – und brauchst es auch nicht zu sein. 

Und zugleich, das Paradox der Liebe: wenn ich mich wirklich und innig in dich verliebt habe, bist du vermutlich doch ganz schön wie ich. Das simple „Gesetz der Resonanz“: Ich bin unsicher – und finde einen Menschen, der, wie auch immer er oder sie sich äußerlich gebart, doch letztlich innerlich unsicher ist. Ich begegne, umgekehrt, entspannt und selbstbewusst dem Leben – die Chancen werden nie größer sein, dass mein Herzensmensch im Innersten genau diese Qualitäten hat. Denn mich zieht an, was ich aussende. 

Fazit: Wenn dir nicht passt, was du (immer wieder) in deiner Partnerschaft bekommst, fang’ bei dir an, etwas zu ändern. Dann kann der andere ruhig ein bisschen mehr wie du werden – ganz ohne dass du ihn oder sie umerziehst…🙂

2. Glaub an mich, denn ich selbst tu’s nicht

Hängt eng mit Punkt eins zusammen: will ich den anderen ändern, dann meist, weil er mir so, wie er oder sie ist, nicht „genügt“. Aber was ist gut genug für mich? Superman, Mrs. Einstein? Mr. Kamasutra? Hinter unerfüllbar hohen Ansprüchen steht oft die heimliche Angst, selbst nicht zu genügen. Wenn ich möchte, dass der andere mich mit seinen schillernd bunten Federn schmückt, ist es um mein Vertrauen in mein eigenes Federkleid im tiefsten Inneren vermutlich nicht besonders gut bestellt. 

Daher: statt zu erwarten, dass der andere mich durch sein Auftreten und seine Qualitäten „erhöht“, fange ich da an, wo es wirklich etwas aufzubauen gibt: bei mir, meinem Selbstbewusstsein und meinem Vertrauen in mich selbst! 

3. Wenn du mich hast, brauchst du kein eigenes Leben

Hinter dem Wunsch, ALLES gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin zu machen, am besten gar keine Zeit mehr allein zu verbringen und möglichst nie getrennte Wege zu gehen, steht oft das diffuse Gefühl, ohne ihn oder sie eigentlich kein eigenes Leben zu haben. Das auszusprechen – oder überhaupt wahrzunehmen – ist gar nicht leicht. Statt dessen klingt das „verpackt“ so: „Immer willst du deine Kumpel treffen, statt mit mir in den neuen Sofia Coppola-Film zu gehen“ oder, noch besser: „Ohne dich macht mir nichts Spaß/ will ich mich mit gar niemandem treffen/ macht mein Leben keinen Sinn.“

Tja, dann ist es höchste Zeit, das zu ändern! Mit wem soll mein Partner oder meine Partnerin zusammen sein, wenn es mich gar nicht gibt? Frau Hofrat Zitzewitz, die werte Frau Gemahlin des Hofrats? Die Zeiten sind vorbei? Dann benehme ich mich gefälligst nicht, als gebe es mich nur als „Anhängsel von“. Umgekehrt ist das auch der beste Schutz davor, zu fordern, der andere solle, über die ersten drei Monate hinaus, nur noch eins sehen: nämlich mich, mich, MICH!

4. Du verlässt mich sowieso

Ohne Selbstbewusstsein, Wertschätzung für mich selbst und mein „eigenes“ Leben kann es sich verdammt bedrohlich anfühlen, in einer Partnerschaft zu leben. Klar: Wenn ich mir selbst vorkomme wie ein Hauch dünner Luft, was sollte der andere dann an mir finden? Du verlässt mich sowieso. Der Totschlagsatz, der alle Entwicklungsmöglichkeit blockiert. Weil aus ihm Angst spricht und damit der Nährstoff jeder Partnerschaft fehlt: das Vertrauen. Und zwar leider nicht nur in den anderen, sondern vor allem in mich selbst. 

Wie’s besser geht? 

Lerne, dich selbst anzunehmen, wie du bist. Stolz auf deine Stärken zu sein und liebevoll mit deinen Schwächen umzugehen. Dann kommst du gar nicht in Versuchung vom anderen etwas zu verlangen, was dir selbst abgeht. Spürst du echte Selbstsicherheit und ein Vertrauen in dich und die Welt, brauchst du eins jedenfalls nicht mehr: einen Partner, bzw. eine Partnerin, der oder die „dich glücklich macht“. Denn das bist du dann schon selbst – beste Voraussetzung, um wirklich den Menschen zu finden, der zu dir passt!🙂

Kannst du mit diesen Tipps etwas anfangen – oder eher nicht? Ich freue mich über deinen Kommentar! 

Herzlichen Gruß, Sunnybee

[Foto: Pixabay]

5 Gedanken zu „„Sei einfach mehr wie ich!“ Vier zerstörerische Sätze für jede Partnerschaft – und wie wir es besser machen“

  1. Hi, ich finde deinen Text toll, weil er aussagt: „Sei erst ohne Partner glücklich, und DANN finde einen Partner“ 😁

    Gut, bei mir war das etwas problematisch, da ich meinen schon mit 19 gefunden hab, und noch gar keine Ahnung hatte was alles so in mir steckt. Aber da man ja ohnehin immer an sich arbeiten kann (und sollte) klappt es schon seit fast 13 Jahren.😇 Will sagen, für diesen Text braucht man keine Beziehung beenden und erst Single werden, man kann auch in einer bestehenden Beziehung an sich arbeiten. 😋

    Liebe Grüße
    Jeraph

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    1. Liebe Jeraph,
      danke für deinen Kommentar – und, ja, genau das will ich damit aussagen! Ich bin ohnehin immer mehr der Meinung, dass wir uns oft gerade die Menschen als Partner/in suchen, mit denen wir besonders viel über uns selbst lernen können. Statt sich zu trennen und sein Glück in einer neuen Partnerschaft zu suchen kann es durchaus sinnvoll sein, sich in der bestehenden Partnerschaft weiterzuentwickeln und miteinander zu wachsen (geht natürlich nur, wenn beide dazu bereit sind).
      Sich so jung kennen zu lernen wie ihr bedeutet dann ja, dass man miteinander erwachsen wird und sich – im besten Fall – auch miteinander selbst immer wieder neu entfaltet.
      Ich finde es wunderschön, dass das bei euch offensichtlich funktioniert und wünsche dir persönlich und euch als Paar alles Gute!
      Herzlichen Gruß, Sunnybee

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    2. Danke😊

      Ja, es ist einfach schade, dass manche Menschen sich nicht entwickeln wollen, gleichzeitig aber auch fragen warum sie nicht glücklich sind. Ich will das nicht beschönigen, auch unsere Beziehung bedeutet viel Arbeit, Aufmerksamkeit, man muss auf eine besondere Art wach sein. Aber was man auf diese Weise bekommt, ist einfach viel mehr als die Arbeit, die man reinsteckt. 😁

      Ich wünsche dir alles Gute, und freue mich auf weitere Texte😋

      Jeraph

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  2. Hallo Sunnybee,
    oh ja, wie Recht Du hast. Die erhellendsten und irgendwie auf eine Art besten Jahre meines Lebens waren die zwei Jahre 2014 und 2015, in denen ich ganz alleine war und mich selbst finden und verstehen konnte. Die ganzen Beziehungen vorher mit all ihren Fehlern und Macken habe ich in dieser Zeit reflektiert und sehr viel über meine eigenen Mechanismen und das, was sie bei Anderen auslösen, gelernt. Danach war ich tatsächlich offen und bereit für etwas Neues, auch wenn es mir passiert ist, lange bevor ich auf die Idee gekommen bin, aktiv danach zu suchen.
    Wenn ich ohne diese Pause ratzfatz in meine aktuelle Beziehung geschlittert wäre, wäre diese vermutlich schon lange wieder beendet, aber durch all das, was ich in der zwischenzeit kapiert habe, bin ich viel selbstbewusster, zufriedener und wertschätzender gegenüber mir selbst geworden – ich weiß, dass ich für mein Leben und meine Zufriedenheit keine*n Partner*in brauche – ich mache das freiwillig, weil es nett ist und gut tut. Ich weiß, dass ich selbst schon mehr, interessanter, toller… bin als unglaublich viele Langweiler*innen – also brauche ich mich nicht mit andererleuts Federn zu schmücken sondern kann diese manchmal getrost mit meinen eigenen überstrahlen 😉 ohne Neid oder Konkurrenzdenken. Für mich selbst zu stehen und nicht nur Anhängsel zu sein, war mir immer wichtig, aber funktioniert hat es erst, nachdem ich ein paar Jahre lang einfach niemanden hatte oder wollte, an den ich mich hätte hängen können.
    Einzig bei dem Gedanken, dass mein Partner doch manchmal ein bisschen mehr so sein könnte, wie ich, erwische ich mich gelegentlich. Aussprechen würde ich dieses Ansinnen allerdings nie. Vielleicht fehlt ihm einfach so eine Reflexionsphase – er war nie lange Single. Aber das kann ich ihm nicht vorwerfen und es macht nichts, es verlangt mir nur etwas mehr Geduld und Arbeit an mir selbst ab, was er mir aber ohne Frage Wert ist.
    liebe Grüße
    Lea

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    1. Liebe Lea,
      danke für deinen interessanten und persönlichen Kommentar. Ich denke, gerade „Erfahrungsberichte“ wie deiner hier können für andere bereichernd sein um ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und ggf. auch in einer Partnerschaft mehr „bei sich selbst“ zu bleiben.
      Ich selbst erlebe paradoxerweise seit gut zwei Jahren mit meinem Ex-Partner noch einmal einen solchen „Reifungsprozess“. Wir verstehen uns zum Glück inzwischen wieder recht gut und haben durch die gemeinsame Sorge für unseren Sohn auch nachwievor viel miteinander zu tun – das gibt mir genügend Übungsfelder, z.B. gerade auch in Bezug auf das Loslassen des Wunsches „Sei bitte mehr wie ich“…😉
      Ich war zwischen Partnerschaften auch immer wieder 1-2 Jahre allein. Persönlich empfinde ich das als eine Möglichkeit der inneren „Reinigung“. Und ich komme tatsächlich auch ziemlich gut mit mir selbst zurecht. Einsam fühle ich mich mit Kind, Freunden, Familie, Hobbies und Interessen tatsächlich selten.
      Ich grüße dich herzlich und freue mich, wieder von dir zu hören, bzw. zu lesen! Sunnybee

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