
Den Satz „Die größte Betreuungslücke ist der Vater“ las ich vor einigen Tagen auf einer Social Media Plattform. Er schmerzt. Auch mich als Mutter. Und doch denke ich, es ist in (zu) vielen Familien tatsächlich etwas Wahres daran.
Kluge Gedanken. Aus dem echten Leben

Den Satz „Die größte Betreuungslücke ist der Vater“ las ich vor einigen Tagen auf einer Social Media Plattform. Er schmerzt. Auch mich als Mutter. Und doch denke ich, es ist in (zu) vielen Familien tatsächlich etwas Wahres daran.

„Schatz, ich kann nichts dafür, dass ich das Formular vergessen und unser Kind zu spät abgeholt habe. Du hast mich nicht daran erinnert!“ Ach, stimmt. „Mutti“ hat neben Beruf und Kinderbetreuung noch einen dritten Job: die Vater-Steuerung. Kennt ihr nicht? Dann hört mal genau hin, wenn ihr das nächste Mal auf dem Spielplatz oder in der Stadt unterwegs seid: Vati macht brav, aber Mutti plant und erinnert. Stichwort Mental Load, das An-alles-Denken-im-Alltag. Aber es ist noch mehr. Denn eigentlich geht es hier um Rollenzuschreibungen, ungleich verteilte Verantwortungsübernahme – und letztlich um Macht. Weil es ziemlich wirkungsvoll sein kann, Dinge im richtigen Moment zu „vergessen“.

Es klingt verlockend, was Spielzeughersteller und Krabbelgruppenanbieter jungen Familien suggerieren: Babys erstes Jahr als eine Art verspielte Dauerfreizeit, eine Aneinanderreihung glücklicher Momente. Die Wahrheit sieht oft anders aus. Vor allem Mütter geraten innerhalb weniger Wochen häufig in erschreckende Isolation. Dies ist einerseits bedingt durch die umfassende Bedürftigkeit des Neugeborenen, aber vor allem durch die noch immer bestehende gesellschaftliche Erwartung, Mutter und Baby seien eine untrennbare Einheit, die Frau „natürlicherweise“ monatelang hauptverantwortlich für die Betreuung des Neugeborenen. Nicht wenige Mütter werden so mit der Geburt ihres Kindes herauskatapultiert aus (fast) allen sozialen Gefügen, vor allem im beruflichen Kontext sind sie auf einmal in spürbar anderer Position als ihre kinderlosen Kolleg/innen. Kein Mensch ist eine Insel – die Säuglingsmama manchmal schon.
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Kennt ihr das? Bücher, bei denen ihr sofort denkt: Das muss ich haben? Ihr bestellt ein Exemplar bei der Buchhändlerin eures Vertrauens und schon auf dem Weg nach Hause überfliegt ihr die ersten Seiten. Dabei überkommt euch zunehmend das Gefühl: Ja, ja, ja, genau so ist es. Dass ich darauf nicht eher gekommen bin! Das gerade erschienene Buch „Raus aus der Mental Load Falle“ von Psychologin und Familienbloggerin Patricia Cammarata („das nuf“) hatte auf mich diesen Effekt.

Was ist eigentlich die „Mental Load“, von der in feministischen Kreisen des öfteren die Rede ist, wenn es um die Aufgabenverteilung innerhalb von Familien geht? Lust auf ein Experiment? Weiterlesen „„Mental Load“ im Familienleben: Lust auf ein Experiment?“