Familie, Persönliches

Umzug: Mit der Familie von der Stadt aufs Land

Frau, die Tür weiß streicht

Wir ziehen um. Nach fast sechs Jahren gedanklicher „Vorlaufzeit“ und rund zwanzig Jahren als Stadtmenschen machen wir es wahr: wir verlassen die Metropole am Rhein und kehren zurück zu unseren Familien, die einige hundert Kilometer südlich ihre Heimat gefunden haben. Was mit mittlerweile zwei Kindern durchaus naheliegend klingt, war doch ein großer gedanklicher Schritt. Aber nachdem wir die Entscheidung getroffen hatten, ging alles sehr schnell. Innerhalb von nur rund drei Monaten Wohnung(en) gekündigt, ein kleines Haus angemietet – und jetzt geht es tatsächlich los: Kleinstadt, wir kommen!

Ich habe überlegt, hieraus einen Beitrag der Art „So ziehst du entspannt um mit zwei kleinen Kindern“ zu machen. Aber, ganz ehrlich: an einem Umzug durch halb Deutschland, an Packen und Organisieren zu zweit mit Krabbelbaby und Kindergartenkind ist nicht wirklich viel entspannend… Nachsicht mit sich selbst, dem Partner, den Kindern braucht es, wenn es nach einer Nacht mit kaum Schlaf mal wieder „rumpelt“ und zwischen Kartons und Callcenter-Telefonaten im Familiengefüge ordentlich knirscht. 

Familie und Nähe zur Natur

Das ist übrigens einer unserer Beweggründe: endlich nicht mehr alles (fast) alleine machen zu müssen, mit Alltag, Beruf, Kinderfürsorge auf lediglich zwei erwachsenen Schultern. Klar, unser Großer geht, seit er elf Monate alt ist, in Kita und Kindergarten, eine Babysitterin, aufmerksame Freunde und eine nette Nachbarin haben wir auch. Aber, das haben zumindest uns die bisherigen 1 1/2-Pandemiejahre gezeigt: zu zweit ist man doch ganz schön allein, wenn der Kindergarten plötzlich wegfällt, genauso wie Turngruppen, Freizeittreffs und öffentliche Orte, an denen man sich mit Freunden und anderen Eltern auf einen Kaffee treffen kann. Familie ist – auch das gilt natürlich nicht universell, für uns aber doch – dann doch die verlässlichste Komponente. Selbst im letzten Pandemiewinter haben wir – mit aller gebührenden Vorsicht – mit meiner Mutter Weihnachten gefeiert. Das war so schön und wertvoll, dass danach irgendwie klar war: unsere Jungs sollen ihre Großeltern nicht nur einmal pro Vierteljahr sehen, sondern wirklich mit ihnen zusammen aufwachsen – zumindest solange uns das Schicksal das ermöglicht. 

Und dann natürlich: mit Baby ist da die Sehnsucht nach frischer Luft, Natur vor der Haustür, nach Wäldern und Feldern statt 20m2 Spielplatz mit kippengespickter Grünfläche, die die Großstadt häufig bietet. Kunst, Kultur, städtisch bewegtes Leben – all das habe zumindest ich jahrelang ausgekostet und es ist mit (kleinen) Kindern ohnehin arg reduziert. Außerdem ziehen wir nicht aufs platte Land. In der Nähe locken Heidelberg, die „Perle am Neckar“, und die überraschend schöne und lebendige „Quadratestadt“ Mannheim. Vor Ort aber wird es erst mal – und zum ersten Mal seit Jahren – richtig ruhig sein. 

Stadt oder Land – eine ganz persönliche Entscheidung

Stadt oder Land? Großstadt oder Kleinstadt? Für jede/n passt etwas anderes. Wir wagen jetzt den Schritt zu viert. Vielleicht berichte ich in ein paar Wochen noch einmal, was sich bis dahin bei uns ergeben hat. Jetzt packe ich erst einmal die letzten Kisten – in ein paar Tagen geht es bereits los!

Da es hier auf dem Blog unter diesen Umständen womöglich etwas ruhiger werden wird, hier noch ein paar „Schmankerl“ zum Thema Wandel, Umzug, neue Lebensphasen:

Leben ist Wandel – zwei Beiträge aus der Anfangszeit meines Blogs:

Echt sein. Liebevoll sein. Wachsen

Die Seelenmuskeln spielen lassen. Vom Glück, dem Leben ganz nah zu sein

Das war Köln für mich:

Auch das ist Corona…

Kölsche Weihnachten 2020: Santa reist klimaneutral

Ich habe hier viel gelernt: über mich, meine Umwelt und sogar über Menschen, die ich gar nicht persönlich kenne:

Radikal inkonsequent. Was wir von Vierjährigen lernen können

Light my fire. Warum ich meine Schüler*innen liebe

Wir Deutschen. Eine Annäherung

Herzlichen Gruß und auf bald wieder hier im Blog!

Sarah Zöllner (mutter-und-sohn.blog)

Die Autorin ist Lehrerin, Autorin für Familienthemen und Mutter eines Babys sowie eines Kindergartenkindes.

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[Foto: Pixabay]

7 Gedanken zu „Umzug: Mit der Familie von der Stadt aufs Land“

  1. Ich bin sehr gespannt, wie du es finden wirst. Als unsere Kids noch Baby waren, hatte ich auch den Drang zur Familie zu ziehen – und sei es nur drum, dass Oma mal für zwei Stunden die Kids nimmt und man mal schlafen kann 😀

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    1. Ja, es ist ein ziemliches Abenteuer, auch der Alltag auf einmal unter einem Dach. Und ländliche Umgebung statt Großstadt. Gestern hat unser Großer jedenfalls spontan mit dem Nachbarsjungen eine Spritzpistolen-Wasserschlacht gemacht, einfach über den Gartenzaun… so haben wir das in fünf Jahren in der Stadt nicht erlebt und mich macht das ganz glücklich! Alles Weitere werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. 🙂

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