Hochsensibilität, Persönliches

Offline, langsam und persönlich. Was mich als Hochsensible glücklich macht

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Leben ist das mit der Freude und den Farben. Nicht das mit dem Ärger und dem Grau. Kürzlich als Zitat auf einer Papiertüte entdeckt und kurz vor dem Zusammenknüllen in mein Herz geschlossen. Wahr ist das.

„Gut“ und „Schlecht“ bilden gemeinsam das Ganze

Dabei sehe ich dies als hochsensibel wahrnehmende und empfindende Person natürlich wieder einmal differenzierter: Leben ist für mich das mit der Freude und den Farben und das mit dem Ärger und dem Grau. Die wahre Tiefe des Lebens liegt für mich in der Wahrnehmung all seiner Facetten. Das vermeintlich Positive und das vermeintlich Negative ergänzen sich und machen zusammen das Leben tief und erfüllend. Ohne Ärger keine Freude, ohne Erschöpfung kein Wiedererstarken der Kräfte samt der Erleichterung darüber, ohne Verzweiflung keine tiefe Dankbarkeit für das Glück, das sich im Anschluss wieder zeigt.

Aber um überhaupt so tief – und intensiv – zu fühlen, brauche ich persönlich drei Dinge: Ruhe (oft sogar Stille), den Austausch mit Menschen, die zu ebenso nuancenreicher Empfindung fähig sind und Direktheit, also auch physische Nähe des Kontakts.

Ein Spaziergang im Wald, einen ganzen Vormittag lang, mit meinem Sohn, das Verweilen, Herumalbern, Innehalten mit ihm, ohne Zeitdruck, ohne Blick auf den nächsten anstehenden Termin, nährt mich ebenso wie ein zweistündiges Gespräch mit einer Freundin, das weit hinter die Fassaden des alltäglichen „Wie-geht’s-mir-geht-es-gut“ reicht und uns beide tief berührt. Oder auch körperliche Erfüllung, sinnliche und auch sexuelle Begegnung, die zu Berührung und Kontakt auf allen Ebenen – seelisch und körperlich – führt.

Offline, langsam und persönlich

All das erfüllt mich, wenn ich mit Menschen zusammenkomme, mit ihnen meine Zeit verbringe. Und ebenso, wenn ich zu mir selbst kommen kann, das Geschenk der unverplanten, frei fließenden Zeit erfahren darf, zur Ruhe komme. All das erfahre ich offline, in Langsamkeit, in direktem Austausch.

Daher veröffentliche ich auch nur noch einmal pro Woche hier im Blog meine Gedanken, obwohl mir die Texte nur so aus dem Herzen fließen. Daher nehme ich Abstand von Online-Coaching-Angeboten und „Treffen“ via Skype oder Zoom. Klar, beides „bequem“, aber ich gehe lieber den Weg, der für mich passt und das ist der Kontakt mit allen Sinnen. Ich bin bei dir: In einem Raum, mit meiner vollen Aufmerksamkeit, mit allem, was ich bin und was ich zu geben habe. Ich bin da.

Online zu sein entfernt mich persönlich von dieser augenblicklichen Präsenz, dem wirklich anwesend Sein im Raum und im Moment, der gerade ist. Von allen zu erfahren, mit allen zu kommunizieren, auch via Kurz- oder Sprachnachrichten, ohne letztlich real im Gespräch zu sein, gibt mir vor allem eins: ein Gefühl der Getriebenheit, der Unzufriedenheit und letztlich der Einsamkeit.

Daher gehe ich wieder langsamer, zurück zu mir. Zu mir selbst und meiner kleinen Welt aus einer Handvoll echter Freunde und einer weiteren Handvoll lieber Bekannter, real verbunden. Ich sitze mit meinen Freunden am Küchentisch; wir sprechen, statt zu schreiben.

Das tut gut, erfüllt mich, entspricht auch meinem Bedürfnis nach Tiefe im Kontakt, das durch mein Naturell und wohl auch durch mein Persönlichkeitsmerkmal der hochsensiblen Wahrnehmung besonders ausgeprägt ist. So bin ich glücklich, bin wieder bei mir und wirklich bei meinem Gegenüber und erfüllt von dem herrlichen Gefühl, wieder meinem inneren „Grundton“ zu folgen.

Offline, langsam und persönlich im Kontakt. Echt sein, liebevoll zu mir und zu anderen und dabei zu wachsen im Austausch mit anderen. Das ist mein Weg. Es tut gut, wahrzunehmen, dass ich immer wieder zu ihm zurückfinden kann.

Herzlich auch dir den Mut und die Freiheit, deinem ganz eigenen Weg zu folgen!

Alles Gute, Sarah

[Foto: privat]

2 Gedanken zu „Offline, langsam und persönlich. Was mich als Hochsensible glücklich macht“

  1. Da triffst du eine gute Entscheidung. Ich selbst merke es immer wieder, dass ich Onlinekontakte zwar sehr schätze, aber sie ersetzen nicht die Reallife-Kontakte und erst recht keine Freundschaften. Zwar ist es bei manchen Menschen nicht immer möglich, sich häufig zu sehen, aufgrund räumlicher Trennung. Aber es stimmt, in der Onlinewelt verliert man schneller den Kontakt zu sich selbst. Es gibt nicht nur Zeiten der Inspiration, man sollte regelmäßig für Zeiten der Selbstpräsenz sorgen. Ich spüre das heute auch besser als früher, wann ich mir diese Zeit nehmen muss.

    Danke für deinen differenzierten Post.

    Liebe Grüße 🤗
    Sara

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Sara, danke für deinen Kommentar und fürs Mitlesen! Ja, ich glaube gerade Menschen mit hochsensibler Wahrnehmung müssen auf die Balance aus Innen und Außen, Informations- und Reizaufnahme und ihrer seelischen Verarbeitung achten. Dafür ist mir das Innehalten, das ich in diesem Beitrag beschreibe, und eben direkter, un-vermittelter Austausch und Kontakt wertvoll und wichtig. Herzlichen Gruß, Sarah

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