
In Zusammenarbeit mit Tropilex
Große private Verantwortung, Zeitdruck und nicht selten noch finanzielle Sorgen: Das kann die stärkste Frau und den stärksten Mann aus der Balance bringen. Daher hier sechs konkrete Tipps, wie Entspannung als Alleinerziehende auch im Alltag gelingen kann – zusammen mit den eigenen Kindern!
1) Kocht und esst mit Freunden
Essenszeiten sind, zumindest für mich, manchmal auch Stresszeiten. Nach einem langen Tag mit Arbeit und Kinderbetreuung abends noch schnell etwas Leckeres auf den Tisch zaubern? Dazu ein quengeliges, müdes Kleinkind, das sich heulend auf den Boden wirft, wenn es nicht selbst den Saft einschenken darf? Nö, Entspannung geht anders…
Kürzlich erlebte ich das einmal ganz anders: Ich traf eine – ebenfalls alleinerziehende – Freundin mit ihrem kleinen Sohn und da wir schon zusammensaßen, blieben mein Sohn und ich zum Abendessen. Eine simple Brotzeit, aber eine Freude für alle Beteiligten. Alleinerziehend zu sein heißt sehr oft gerade in solchen „sozialen“ Situationen, allein mit seinem Kind zu sein – warum das nicht mal anders gestalten und sich statt mit einem Partner mit einer guten Freundin treffen?
2) Ihr seid keine Event-Agentur
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber auch ich habe mich schon dabei ertappt, dass ich für mein Kind – und letztlich auch für mich – fürs Wochenende ein tolles Programm organisieren wollte: samstags Ausflug in den Tierpark, Sonntag Vormittag Brunch im Kindercafé, nachmittags noch ein Treffen mit einer Freundin… Dahinter steckt die latente Furcht, an diesen „Familientagen“ allein dazustehen oder vielleicht auch die Sorge, dem Kind könne, mit „nur“ einem Elternteil, nicht genug geboten werden. Was für ein Blödsinn!
Gerade ein Kleinkind genießt wie wir nach einer vollen Kindergartenwoche die Zeit morgens mit uns. Vielleicht gibt es zur Feier des Tages einen Kakao im Bett? Danach ein kleiner Ausflug nach draußen (das ist, zumindest mit meinem Sohn, der ein echtes Energiebündel ist, eine gute Idee). Dabei muss es kein aufwendiges Programm sein. Ist ein Zoo oder Tierpark in der Nähe? Das geht mit Jungs und Mädels im Kindergartenalter eigentlich immer. Oder bei schönem Wetter ein Picknick im Park. Im Winter ein Waldspaziergang im Schnee und anschließend ausgiebiges Planschen in der Badewanne. Ich bin überzeugt: Kinder macht die gemeinsam verbrachte Zeit und eine entspannte Mutter oder ein entspannter Vater glücklich, nicht das Super-Mega-Programm!
3) Macht es euch gemütlich
„My Home is my Castle“: was den Engländern wohlbekannt ist, sollten vielleicht auch wir uns zu Herzen nehmen: unser Zuhause sollte ein Ort sein, an dem wir uns richtig wohl fühlen. Jeder rät uns nach der Geburt unserer Kinder, die Wohnung kindgerecht einzurichten. Ich plädiere dafür, sie vor allem auch „elterngerecht“ zu gestalten.
Was ich damit meine? Möbel, die den veränderten Bedürfnissen von Eltern gerecht werden. Sofas und hochwertige Sitzsäcke mit robustem Bezug, die nicht bei jeder Schokofingerattacke unseren Puls hochjagen. Mistet aus, was sich über die Jahre an Alltagskram, Spielsachen und Kinderkleidung angesammelt hat. Streicht eine Wand in der Küche knallgrün! Wir sind es wert, dass wir uns wohl fühlen, wenn wir unser Zuhause betreten.
4) Seid faul
Das führt mich zum nächsten Punkt meiner Liste: Lagert aus, wovor es euch als (Haushalts-) Tätigkeit am meisten graust. Einkaufen mit Kleinkind nach der Arbeit ist Stress pur? Mehrere Supermarktketten bieten Online-Lieferdienste, mit denen ihr euch das Einkaufen im Laden sparen könnt. Ihr hasst putzen? Schaut euch am schwarzen Brett im Supermarkt nach einer Haushaltshilfe um! Ein „kleiner Luxus“ ein bis zweimal im Monat, der euch glücklich machen kann. Und auch der klassische Babysitter hat seine Berechtigung, um sich Freiräume zu schaffen. Das alles kann euch ermöglichen, im Alltag mehr Zeit für euch selbst zu haben. Die ist ja bekanntermaßen ein rares Gut für uns Allein- und Getrennterziehenden.
5) Tut, was euch gefällt
Jawohl – das geht auch mit (kleinem) Kind! Ich bin zum Beispiel sehr gern in der Natur, an Orten, an denen es nicht zu trubelig ist. Also gehe ich genau dorthin gemeinsam mit meinem Kind: nach dem Kindergarten statt auf den überfüllten Spielplatz zehn Minuten mit dem Rad ans Wasser oder in den Park. Da sitzen wir dann auf einer Bank, im Sommer gibt’s ein Eis, und genießen die ruhige, gemeinsame Zeit! Ich bin entspannt, mein Sohn ist es auch. Selbstfürsorge und gute-Mutter-Sein in Kombination – was will man mehr?
6) Entspannt euch – aber wirklich!
Das führt mich zum letzten meiner sechs Entspannungstipps: Entspannt euch wirklich, wenn ihr denn schon mal Zeit dazu habt. Was ich damit meine? Euer Kind macht noch Mittagsschlaf? Dann ruht euch in der Zeit selbst aus, esst zum Beispiel in Ruhe eine Kleinigkeit oder legt euch, wenn ihr erschöpft seid, einfach mit hin! Euer Kind ist abends im Bett, beim anderen Elternteil oder nachmittags noch im Kindergarten? Füllt die frei gewordene Zeit nicht damit, die Küche aufzuräumen, den Flur zu wischen oder die Steuer zu machen – außer, eine der Tätigkeiten entspannt euch… Und – jawohl – surft am besten auch nicht stundenlang im Netz.
Überlegt euch statt dessen ganz bewusst, was ihr zu echter Entspannung braucht: ein heißes Bad? Den Lieblingstee, der so gut nach dem letzten Urlaub duftet? Ein Film, den ihr im Kino verpasst habt und euch jetzt im „Heimkino“ gönnt? Tatsächlich mal 100 Seiten dieses Super-Romans, der euch in eine ganz andere Welt entführt? Was euch gut tut, ist so individuell wie ihr selbst. Findet es heraus. Aber vor allem: gönnt es euch dann auch.
Ihr seid es wert, entspannt zu sein!
Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen sechs Tipps ein paar Anregungen geben. Denn eines ist klar: Ihr seid es wert, entspannt zu sein – gerade auch, wenn ihr den Alltag als Alleinerziehende stemmt!
Herzlichen Gruß, Sarah Zöllner (mutter-und-sohn.blog)
Die Autorin ist freie Journalistin, Autorin für Familien- und Gesellschaftsthemen sowie Mutter eines Kindergarten- und eines Grundschulkindes.
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