
Heute, am frühen Nachmittag, habe ich meinen Freundinnen geschrieben, dass ich einen Ruhe- und Nachdenktag verbringe. Meine Jungs sind für das Wochenende bei ihrem Papa und ich habe tatsächlich bis Sonntag Mittag gebraucht, um zu akzeptieren, dass ich diesen Tag nicht dazu nutzen werde, jetzt „endlich mal was für mich zu tun“ – sondern dass es Zeit ist, innezuhalten und wirklich nichts zu tun.
Genau dann nämlich wird all das laut, was unter Schichten des Tätigseins begraben ist. Dann zeigen sich die Gedanken – und Gefühle – die sonst nur wenig Raum haben. Das ist nicht immer angenehm.
Aber ich merke, diese Tage, mit allem, was sie mit sich bringen, sind auch die Tage, in denen ich am Ende wieder bei mir selbst ankomme. Gerade nicht dadurch, dass ich noch weiter aktiv war, sondern indem ich einfach einmal sein durfte. Mit allem, was eben in dem Moment da sein will.
Daher sage ich: Jede Mutter, die täglich für Kinder, eigene Eltern, im Beruf, im Ehrenamt, in der Freizeit präsent ist, organisiert, Verantwortung trägt – sie soll an manchen Tagen nur da sein dürfen. Ohne Programmpunkt, ohne Pflichterfüllung. Nicht einmal der Pflicht, das Beste aus diesem „geschenkten“ Tag zu machen!
Für viele Frauen – auch in einer Partnerschaft – sind solche Tage ein Luxus, über den sie kaum einmal verfügen. Immer ist alles wichtiger als der Raum für sie selbst.
Aber wie soll ich dauerhaft an der Seite anderer stehen, wenn ich nicht einmal den Raum habe, in dem ich für mich selbst stehen darf?
Daher: Jede Mutter sollte mindestens ein- bis zweimal im Monat einen Ruhe- und Nachdenktag haben. Ohne Tätigsein. Nur für sich. Er würde nicht nur viele Mütter, sondern vermutlich auch ihre Familien glücklicher machen.
Herzlichen Gruß
Sarah Zöllner (mutter-und-sohn.blog)
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[Foto: privat]
