
Kürzlich las ich in einem Buch einen klugen Satz. Ein Mann, der aufgrund eines Unfalls querschnittsgelähmt war, hatte den Tag des Unfalls immer als seinen Todestag bezeichnet. Der Tod seines alten Lebens, seiner Hoffnungen, der Tod der Freude, unversehrt zu sein.
Dann sagte eine Freundin zu ihm: vielleicht ist es auch der Tag deiner Wiederauferstehung. Du lebst jetzt ein neues, anderes Leben. Du darfst dich hier neu entdecken. Vielleicht ist das gar nicht Plan B. Sondern Plan A.
Etwas daran berührt mich. Sehr.
Wenn wir Dinge erleben, gegen die wir anrennen, mit denen wir hadern. Dann hilft es zu sagen: vielleicht ist das gar nicht Plan B, der Verlust, dass etwas fehlt, dass etwas nicht ist, wie es sein soll.
Der Gedanke öffnet Türen.
Vielleicht ist es Plan A: Es soll genau so sein. Damit —
du lernen kannst
… gut mit dir selbst zu sein
… dich kennenzulernen
… dir im Schmerz zu vertrauen
… andere sein zu lassen, wie sie sind
… liebevoll zu dir selbst zu sein
… dir selbst beizustehen
Vielleicht ist also das, was du erlebst, nicht der Weg weg von etwas, was richtig wäre. Vielleicht ist es der Weg.
Vielleicht ist es Plan A.
Herzlich, Sarah Zöllner
Die Autorin ist freie Journalistin, Autorin für Familien- und Gesellschaftsthemen sowie Mutter eines Kindergarten- und eines Grundschulkindes.
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[Foto: privat]
