Familie, Persönliches

Mama-Auszeit ist nicht der Einkauf allein im Supermarkt…

Zeichnung: Männchen in Hängematte

Ich bin gerne Mama. Und ich genieße es, manchmal kein bisschen mütterlich zu sein. Ich bin eine gute Mama, ich weiß es – wenn ich diese Auszeiten habe. In diesen Momenten räume ich wirklich alle Pixibücher und Duplosteine vom Wohnzimmersofa zurück ins Kinderzimmer, versinke sechs Stunden lang in der Recherche zu einem Artikel und schreibe ihn, ohne dabei Hunger und Durst zu spüren. Ich treffe mich mit Freundinnen und denke nur an mich. Erwachsenenthemen, Erwachseneninteressen. Mein Tempo, mein Rhythmus, meine Zeit. Gut so.

Vermutlich brauche ich diese Zeiten für mich auch, weil mich der Alltag mit kleinen Kindern dazu bringt, täglich zahlreiche Kompromisse einzugehen. Wann wir aufstehen und wann ich zu Bett gehen kann – ich kann morgens um halb sechs noch so müde sein: ist das Baby wach, ist die Nacht auch für mich vorbei. Ob ich Reis mit Lachsfilet koche oder Fischstäbchen mit Kartoffelpüree: möchte ich, dass mein großer Sohn mitisst, eher letzteres. Ob ich „Karius“ zwischen Backenzähnen fange, damit mein Sohn die Zahnbürste zwischen seine Lippen lässt und ob ich auf die blaue Jacke bestehe oder es zwei Pullis übereinander tragen kann. Ich bin zu Kompromissen bereit. Auch aus Liebe zu meinen Kindern. Aber nicht immer.

Zeit nur für mich

Manchmal will ich einfach nur MEINS. Nicht Vorbild sein zu müssen. Allein sein können. Schweigen, wann ich möchte, sprechen, wann es mir passt. Keine Gespräche über Duplohäuser und Eisenbahnen. Meine Bücher, meine Interessen, meine Welt.

Ich glaube, viele Eltern kennen dieses Gefühl. Manche haben deswegen ein schlechtes Gewissen. Andere gehen die Sache pragmatisch an: dann ist eben noch „dringende Arbeit“ zu erledigen, ein Projekt ruft, eine Deadline steht an – und weg sind sie, durch scheinbar unumgängliche Verpflichtungen dem Alltag mit Kind entzogen. Dem Klischee nach sind es häufiger die Väter, denen es gelingt, im Beruf alles aus der Kinderwelt auszublenden. Vielleicht hat man ihnen nur, in durchaus gesunder Weise, häufiger gesagt: Nimm dich wichtig. Du bist von Belang!

Sorge für dich – das hilft auch deinem Kind

Denn darum geht es meiner Meinung nach, wenn ich mir diese Zeiten für mich gönne. Ich nehme mich wichtig und nehme an, dass ich mehr bin als die fürsorgliche, unterhaltsame, strenge oder mitfühlende Mutter (oder der entsprechende Vater). Ich persönlich möchte für diese Freiheit allerdings nicht gleich die nächste Verpflichtung übernehmen. Also nicht allein die Zeit im Beruf als „Ich-Zeit“, als Zeit, in der ich mich Erwachsenenthemen und dem Leben unter Gleichaltrigen widmen kann.

Mir ist wichtig, dass ich die Zeit, die ich mir ohne Familie und ohne Kinder nehme, auch frei jeder Funktion verbringen kann. Nicht einmal den Zweck der Erholung muss ich ihr geben. Da schaue ich eben fünf Folgen meiner Lieblingsserie am Stück, esse dazu Nutella-Brot und gehe erst um halb drei ins Bett. Danach fühle ich mich vielleicht weniger erholt als nach einem Spaziergang im Park und acht Stunden Schlaf, aber zu Bewegung, gesunder Ernährung und einem ausgewogenen Tagesablauf halte ich mich ja oft genug an: um meinen Kindern mit gutem Beispiel voranzugehen und weil ich tatsächlich davon überzeugt bin.

Nur manchmal eben nicht. Dann gönne ich mir den Exzess. Oder den Schlumpf in mir. Dann gehe ich tanzen bis morgens um halb vier – oder trage einen ganzen Tag lang meine Schlafanzughose. Nur eins ist in diesen Momenten wichtig: Ich. Einen Vormittag, eine Nacht, ein Wochenende lang.

Danach komme ich gern zurück ins Reich der klebrigen Hände, der Schnuffeltücher und Kackapupswitze. Ich lache ehrlich dankbar mit: schön ist es, Mama zu sein. Es macht mich glücklich. Nur eben nicht non-stop.

Wie seht ihr das? Braucht ihr auch solche Auszeiten vom Mama- oder Papa-Sein? Und falls ja, in welcher Form nehmt ihr sie euch?

Herzlichen Gruß, Sarah

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[Foto: Pixabay]

2 Gedanken zu „Mama-Auszeit ist nicht der Einkauf allein im Supermarkt…“

    1. Da hast du durchaus Glück, finde ich!🙂 Und natürlich, je kleiner die Kinder sind, desto mehr Organisation ist nötig, um sich solche Auszeiten zu schaffen. Und eigentlich braucht es eben das berühmte „Dorf“, bzw. ein stabiles soziales Netz, für ein einigermaßen entspanntes Familienleben. Das verhindert nicht nur die Erschöpfung derjenigen, die für die Kinder sorgen, sondern tut meiner Meinung nach den Kindern selbst gut.
      Liebe Grüße, Sarah

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