Familie, Psychologie

„Ich bin Mama! Echt jetzt?!“ Wie ich mich manchmal in meiner Mamarolle verwickle

Mama mit Kind, beide schneiden Grimassen.


Kennt ihr das, dass ihr auch nach fünf, sieben oder zehn Jahren noch manchmal diese „Unglaublich-dass-ich-jetzt-hier-wirklich-als-Mama-stehe!“ Momente habt? Zuletzt ging mir das so, als ich meinem Großen an der Tür zur Ganztagsbetreuung seiner Schule hinterher rief: „Denk daran, deine Jacke später aus der Klasse zu holen. Sonst erkältest du dich noch!“ Solche Sätze aus meinem Mund, die ich noch mit Mitte 20 eines Morgens mitten im Winter spontan und nur mit den Kleidern, die ich am Leib trug, mit dem Zug von Köln nach Hamburg statt zu meinem Studienplatz in Düsseldorf gefahren bin – einfach, weil ich das Leben spüren wollte! Und die ich mehrere Winter lang nicht auf meine dünne Lederjacke verzichtete. Schlicht, weil ich sie toll fand. Ob ich mich deswegen erkältete? Ich erinnere mich nicht. Und staune, wann mein Gehirn auf Muttersätze wie den oben genannten programmiert wurde. Demnächst sage ich noch: „Verkühl dir nicht die Nierchen!“

Auch die anderen „Skills“, die du als Mutter zweier Kinder irgendwann aus dem Eff-Eff beherrschst: Vollgekackte Windeln des Jüngeren wechseln und dabei bewundernd den Monstertruck des großen Bruders begutachten. Gurkenschnipsel und das Gelbe daneben aus dem Teppich unter dem Esstisch klauben und sich fast gar nicht ekeln. „Aber wasch dir die Hände!“ „Nase putzen – nicht am Ärmel!“, „Essen ist fertig, kommt jetzt runter!“ rufen und sich innerlich schon auf die mantraartig zu wiederholende zweite Runde desselben Satzes einstellen. Kopfschüttelnd dastehen und halb belustigt, halb resigniert seufzen: „Immer dasselbe mit euch!“ 

Aber im Herzen…

Bin ich das?! Die eigenwillige, kreative, abenteuerlustige 25-Jährige? Ja, bin ich. Nur jetzt eben mit 40 und zwei Kindern. Und ein paar Macken mehr.

Im Herzen jedoch noch immer wild und frei! 😉

Und ihr so? Kennt ihr solche Sprüche und Marotten von euch selbst? Ich freue mich über Offenbarungen und Kommentare!

Herzlichen Gruß 

Sarah Zöllner (mutter-und-sohn.blog)

Die Autorin ist Lehrerin, Autorin für Familien- und Gesellschaftsthemen und Mutter eines Kindergarten- sowie eines Grundschulkindes.

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Ich freue mich auf dich!

[Foto: privat]

2 Gedanken zu „„Ich bin Mama! Echt jetzt?!“ Wie ich mich manchmal in meiner Mamarolle verwickle“

  1. Ich mach den Mund auf und raus kommt meine Mutter. 😂 Gerade, weil man jetzt auf der anderen „Seite“ der Familie steht, ist es so ein spannendes Abenteuer. Family rock’s!

    Gefällt 1 Person

    1. Ich höre dein innerliches Wundern, wie DAS passieren konnte – plötzlich ist frau (fast) die Mama, deren Stimme noch wohlwollend-besorgt aus der eigenen Kindheit nachklingt… Tja, da hat es uns wohl erwischt – missen möchte ich meine beiden Racker aber nicht mehr, trotz mancher Absonderlichkeit, die das Leben als Mutter mit sich bringt… Herzlichen Gruß von Mutti zu Mutti!😉😜

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