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„Mind and Money-Seminar“ für getrennt- und alleinerziehende Mütter

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Am Anfang war der Punkt. Schwarz. Handtellergroß, vor weißem Hintergrund. „Welche Assoziation hast du, wenn du dieses Bild siehst?“ Die Antworten waren so vielfältig wie die elf Frauen in der Runde: „Fokus“, „Tunnel“, „Mäuseloch“, aber auch „Raum“, „weiße Fläche“. Und nun? Gespannt warteten wir auf die Auflösung der Dozentinnen.

Silke Wildner, Autorin des Blogs gut-alleinerziehend.de und Christina Rinkl, (trennungs-coach.de) luden vom 01.-02.02.2020 nach Bad Nauheim bei Frankfurt a.M. zu ihrem ersten Mind and Money-Seminar für getrennt- und alleinerziehende Mütter ein. Mind and Money, unsere geistige Haltung und das liebe Geld: „Gemeinsam spüren wir hinderliche Glaubenssätze auf, zeigen dir effektive Übungen, die du in deinen Alltag integrieren kannst und stärken dich auf deinem individuellen Weg“, so die Ankündigung des Seminars. Ich war gespannt!

Elf starke Frauen – ein Thema

Der Auftakt war vielversprechend: nacheinander stellten sich alle Teilnehmerinnen kurz vor und berichteten, was sie zum Besuch des Seminars bewogen hatte. Nicht wenige fühlten noch Wut oder Trauer nach ihrer Trennung und befanden sich in der Phase der Neuorientierung. Einige suchten auch insgesamt nach einer Klärung beruflicher und privater Ziele. Bereits während dieser ersten Vorstellungsrunde zeigte sich die Stärke und Entschlossenheit der Anwesenden. Hier hatten sich keine „alleinerziehenden Jammermäuschen“ zusammengefunden, sondern starke Frauen, die ihren Fokus auf Dinge richten wollten, die ihnen Zuversicht und innere Klarheit bringen würden.

Hierzu passte die Übung mit den schwarzen Punkt ausgezeichnet: nicht nur machte sie deutlich, wie fixiert auf unsere eigene Sichtweise wir oft sind und dass es immer mehr als eine mögliche Lösung gibt. Zugleich konnten wir auch anschaulich erleben, dass die Konzentration auf das „Problem“, in diesem Fall den schwarzen Punkt, nicht unbedingt zum Ziel führt. Öffnen wir uns statt dessen für Alternativen oder werden uns, z.B. während eines Spaziergangs oder durch bewusste Entspannung, überhaupt wieder der Leichtigkeit des Lebens bewusst, können wir uns auch neue gedankliche Wege erschließen.

Was wir denken, bestimmt, wer wir sind

Dazu passend formulierten wir in der nächsten Übung eigene negative Glaubenssätze und tauschten uns über diese mit einer Partnerin aus. Allein, zu hören, dass auch andere die nörgelnden Stimmen des „Du schaffst es nicht“, „Du bist nicht gut genug“ oder „Du darfst dir keine Schwäche erlauben“ kannten, fühlte sich erleichternd und ermutigend an.

Die anschließende Übung nutzte die Leitfragen, die Byron Katie in ihrer Methode „The Work“ zum Hinterfragen negativer Glaubenssätze nutzt:

  1. Ist das wahr?
  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagierst du (was passiert in dir), wenn du diesen Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst du ohne den Gedanken?

Anschließend formulierten wir die Negativsätze positiv um, also z.B. anstelle von „Ich schaffe das nicht“ den neuen (positiven) Glaubenssatz: „Was ich erreichen will, erreiche ich auch.“ Auf den ersten Blick ein simples Spiel mit Worten und dennoch beeindruckend, wie sich die positive Formulierung auf Körperbefinden und innere Haltung auswirkt. „Unsere Gedanken bestimmen unsere Sicht der Welt“, so die beiden Dozentinnen. Also höchste Zeit, dass wir uns selbst und unsere Fähigkeiten loben!

Was ist deine Haltung zu Geld? Wie nutzt du es für dich?

Der zweite Teil des Tages begann folgerichtig mit unserer Haltung Geld gegenüber. Von „Über Geld spricht man nicht“, bis zu „Sei sparsam, sonst hast du bald nichts mehr“ oder auch „Geld ist mir nicht wichtig“ zeigten sich hier ebenfalls diverse Glaubenssätze. Wie Silke Wildner uns anschließend demonstrierte, bedeutet, über die eigenen Finanzen Bescheid zu wissen vor allem eins: Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Laut einer Studie der OECD ist die Rente bei Frauen über 65 heute im Schnitt um 46 Prozent niedriger als bei Männern und gerade in Teilzeit beschäftigte Mütter und Alleinerziehende sind von Altersarmut bedroht. Dies muss aber nicht sein. Eine klare Übersicht über die eigenen Finanzen, das Formulieren konkreter Ziele und schließlich als Weg dorthin eine Mischung aus gutem Haushalten, zielgerichtetem Sparen und der Investition in rentable Formen der Geldanlage kann zu einer soliden finanziellen Absicherung im Alter, auch als Allein- oder Getrennterziehende, führen.

Ich persönlich fand diesen Teil des Seminars besonders inspirierend. Mir gefällt der Ansatz, das „Männerthema“ Finanzen in die eigenen Hände zu nehmen und sich dabei nicht auf den Partner, den Bankberater oder einen scheinbar sachkundigen männlichen Bekannten zu verlassen. Besonders hilfreich fand ich die zahlreichen Tipps sowie Buchverweise zum Thema. Ich habe den Ist-Zustand meiner Finanzen jedenfalls bereits überprüft und werde mir zu den Möglichkeiten des Investierens und des passiven Einkommens, die im Seminar angesprochen wurden, auch noch meine Gedanken machen.

Sich vom Denken zum Handeln bewegen

Über Dinge nachzudenken allein macht den Kohl allerdings nicht fett. Erst das konkrete Handeln über einen längeren Zeitraum bringt Veränderung mit sich. Das machten die beiden Dozentinnen immer wieder deutlich. So leitete Christina Rinkl gegen Ende des Seminars eine zweite inspirierende Vorstellungsrunde an: reihum sollten wir unseren Beruf vorstellen, unsere besonderen Fähigkeiten sowie unsere persönliche Vision. Auch hier faszinierte mich, welche Energie die Formulierung eigener Stärken und der Ausdruck der eigenen „Herzenswünsche“ unter den Teilnehmerinnen freisetzte. In einem Brief an uns selbst formulierten wir anschließend unsere ganz persönlichen Ziele für die nächsten Monate. Die Dozentinnen werden ihn uns in einiger Zeit zukommen lassen: der Zeitpunkt für eine erste Bestandsaufnahme!

Mein Fazit des Seminars: zwei wirklich lohnenswerte und ertragreiche Tage und ein gut vorbereitetes und wunderbar sich ergänzendes Moderatorinnenteam. Ich gehe nach Hause mit jeder Menge neuer Denkanstöße und konkreter Ideen. Und ich hatte eine wirklich gute Zeit, auch dank der sympathischen zehn anderen Teilnehmerinnen. Daumen hoch! Ich bin gespannt auf das nächste Seminar der beiden Power-Ladys! 🙂

Herzlichen Gruß, Sarah

Mehr zum Thema Geldanlage für Frauen:

Madame Moneypenny (Natascha Wegelin): Blog/ Podcast/ Facebook-Gruppe

Natascha Wegelin: „Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen“, Rowohlt Taschenbuch.

Helma Sick und Renate Schmidt: „Ein Mann ist keine Altersvorsorge – Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist“, Penguin Verlag.

Silke Wildner: „Gut leben als Alleinerziehende. Schritt für Schritt in dein selbstbestimmtes und gutes Leben“, BoD.

Christine Finke: Finanzplaner Alleinerziehende. Geld und Recht: Das steht Ihnen zu, Stiftung Warentest.

[Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung. Foto: Pixabay]

Ein Gedanke zu „„Mind and Money-Seminar“ für getrennt- und alleinerziehende Mütter“

  1. Liebe Sarah,
    vielen Dank für deinen tollen und ausführlichen Blogbeitrag zu unserem Seminar. Ich habe ihn gerade auf meiner Seite verlinkt.
    Bei den „alleinerziehenden Jammermäuschen“ musste ich schwer schmunzeln. Nein, das sind wir nicht, sondern tolle und starke Frauen, die viel erlebt und deswegen auch viel zu sagen und zu bewegen haben. Schön, dass du in unserer Runde in Bad Nauheim dabei warst und sie bereichert hast. Ich freue mich schon auf dein erstes Seminar 🙂
    Viele Grüße,
    Christina

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