Kleines Verzeichnis klangvoller Wörter [mit Gewinnspiel]

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Hier mal ein Beitrag, ein wenig außerhalb meines sonstigen Themenbereichs, aber – hach – eine Wonne für mich als Sprachliebhaberin und Wortspielerin…

Ach ja: und zu gewinnen gibt es auch noch was!😉

Andrea Schuster, die, wie ich, seit etwa einem Jahr ihren tollen Blog „Lesen… in vollen Zügen“ betreibt, durch dessen Buchempfehlungen ich mich immer wieder gern inspirieren lasse, hat vor kurzem einen Artikel verfasst, der mich aus mehreren Gründen anspricht und mich, wie ihr seht, jetzt sogar zu einem „Antwortartikel“ bewegt. 

„You go me on the cookie“

Andrea stellt in ihrem Beitrag das Buch „You go me on the cookie“ der Amerikanerin Dana Newman vor, das auf offensichtlich charmante und unterhaltsame Weise die Untiefen der deutschen Sprache „auslotet“, speziell aus nichtdeutscher Sicht. Andreas Rezension an sich ist einen Besuch ihres Blogs wert. Mich begeistert an ihrem Artikel jedoch besonders, dass sie die Autorin des Werks, die inzwischen in Deutschland lebt, spontan zu einem (Kurz-) Interview getroffen hat, das die Buchbesprechungen als „I-Tüpfelchen“ ergänzt. Und damit bin ich irgendwie doch wieder beim Thema meines Blogs: WOW, beeindruckend, welche Netzwerke und Verbindungen die Bloggerei auch im „echten“ Leben, außerhalb des Netzes, möglich machen kann. Mehr davon!

Meine Lieblingswörter

Und somit jetzt zum „Kernthema“ dieses Artikels: Andrea fragt nämlich nach dem Lieblingswort Ihrer Leser/innen und das bringt mich zu: 

I-Tüpfelchen

„Ein wunderbar verspieltes Wort, das sich in die deutsche Sprache geschlichen hat wie das ä-Tüpfelchen in „Sahnehäubchen“ und jeder Sache das beigibt, was sie wirklich exquisit macht. Und nicht zuletzt die charmante Referenz an die „Umlautigkeit“ der deutschen Sprache, die mit all ihren i-, ö-, ä- und ü-Tüpfelchen zu bezaubern weiß!“

Kleinod

„Schau es dir an, das Kleinod: Loblied an die Schönheit der Welt und dabei klein und filigran, nur von dem erkannt, der es mit wachem – und wertschätzendem – Blick zu finden und sich an seiner Schönheit zu erfreuen vermag.“

Mätresse

„Allein der Klang erweckt das Bild von Fülle, runder Sinnlichkeit, verhängten Fenstern. […] An ihr ist das Meiste versteckt, aber nichts verschämt. In ihrer Grandezza verlangt die Mätresse von dem, der zu ihr kommt, eine ihr entsprechende Größe. Damit ist sie das altmodische Symbol für eine Frau ohne Eigenständigkeit – aber mit Stolz.“

Wehmut

„Ein eigenes Wunder, die Wehmut. Achtungsvolles Tribut an die Vielschichtigkeit der Seele. Leichter als die drückende Schwermut, nicht halb so drängend wie die Sehnsucht, dabei eng verwandt mit der sanft ziehenden Nostalgie, so ist sie Begriff für eine ganz eigene Art des Empfindens. […] Die Wehmut ist überwachsenes Leid, von der Zeit gedämpfter Schmerz. […] Melancholische Berichterstatterin, beschreibt sie, was sie sieht, ergriffen und doch aus Distanz.“

Langmut

„Was will sie mir sagen, die aristokratisch wirkende Langmut? Erhaben über der Menge der alltagssprachlichen Begriffe steht sie da: stolz, nachsichtig, etwas angestaubt und doch achtungsgebietend in ihrer antiquierten Schönheit. […] Sie hat den Überblick, über den sie aus der Nähe, in das Geschehen verstrickt, nicht verfügen würde. Dabei ist sie nicht distanziert von den Dingen, die sie betrachtet. Aus dem ihr eigenen Abstand verfolgt sie diese mit Empathie, Großzügigkeit und Nachsicht. […] Wie das mittelhochdeutsche „muot“ ahnen lässt, steht sie für eine besondere Gesinnung: eine souveräne, in ihrer Macht dezente alte Dame.“

Ihr seht, gerade „explodiere“ ich ein wenig vor Schreib- und Schaffensfreude und danke herzlich Andrea – und letztlich auch Dana Newman unbekannterweise – für diese Inspiration!

Wollt ihr ein Buch von mir?

Damit möchte ich auch euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, die Frage stellen: 

Was ist euer absolutes Lieblingswort? 

Und – aufgepasst – unter allen, die hier bis zum 25.1.19 kommentieren, verlose ich ebenfalls ein echtes „Kleinod“, nämlich ein Buch VON MIR, das ich vor etwa zehn Jahren selbst verfasst und gestaltet habe! Unter anderem enthält es das titelgebende „Verzeichnis klangvoller Wörter“. Ihr seht einen Ausschnitt daraus oben als Titelbild meines Beitrags. Wenn ihr also interessiert seid, schreibt! Und natürlich auch so, wenn ihr einfach nur euren ganz persönlichen „Wort-Schatz“ hier verewigen wollt.

Ich bin auf euer Lieblingswort gespannt!🙂

Herzlichen Gruß, Sunnybee

10 Kommentare zu „Kleines Verzeichnis klangvoller Wörter [mit Gewinnspiel]

    1. Oh, wie schön!🙂 Ich liebe auch diese alten Worte, irgendwie wird man sich dadurch, dass sie nur noch so selten in der (Alltags-) Sprache auftauchen, auch wieder ganz neu ihres schönen Klangs bewusst. Freue mich, dass du dein „Wort-Schätzchen“ hier teilst! Liebe Grüße, Sunnybee

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    1. Ja, schönes Wort! Und spannend, dass es heutzutage ja meist mit ganz anderer Bedeutung und wenig schmeichelhaft verwendet wird.🙂 Freue mich, dass du mitgemacht hast und jetzt meinem Blog folgst! Lg, Sunnybee

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  1. Hey, sorry, ich habe den Kopf so voll, dass ich gar nicht weiß, was mein Lieblingswort ist. Meine Lieblingswörter wechseln eigentlich auch zu oft und meistens sind es selbstgebaute Neologismen, also keine wirklich existierenden, sondern eher frei Schnauze zusammengesetzte Begriffe. Ein super Wort, das nicht auf meinem Mist gewachsen ist, ist „eingezwercht“. Es bedeutet so viel wie eine Mischung aus eingezwängt und eingepfercht und mein Ex-Mann hat es vor bestimmt 10 Jahren erfunden. Bei mir hat es sich seitdem total festgesetzt und wenn ich ausdrücken will, dass irgendwer oder irgendwas irgendwo klemmt, ist „eingezwercht“ immer das erste Wort, das mir in den Sinn kommt 🙂
    Liebe Grüße von der sonst so wortsprudelnden aber gerade etwas im Alltag eingezwerchten kommunikatz

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    1. Liebe Lea, danke für deine schöne Wortneuschöpfung (auch wenn „nur“ ererbt…😉)! Auch ich bin gerade in den Alltagspflichten „eingezwercht“, daher fehlt mir im Moment etwas die Muße zu größerer Kreativität – umso schöner, dieser kleine „Musengruß “ zwischendurch! Lieben Gruß, Sunnybee

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  2. Ich habe noch eins: Barbier – wieder ein Wort, das mein Großvater gern und häufig benutzte. Er sagte zum Beispiel:
    „Geh du man tengern zum Barbier, damidde nicht immer so öllerich herümmelöppst.“ 🙂
    (Eigentlich sprach er kein Platt, nur diesen Satz!)
    Grüsschen
    Regina

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