Gesellschaft, Politik

Was darf Satire? Ein Kommentar zur Aktion #Allesdichtmachen

Screenshot der Aktion #allesdichtmachen.
Rund 50 Schauspieler/innen kritisierten die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung mit ihrer Aktion #Allesdichtmachen

Vor drei Tagen veröffentlichten über fünfzig Schauspieler/innen unter dem Hashtag #Allesdichtmachen kurze satirische Videos, in denen sie auf die psychologischen und sozialen Folgen der Corona-Maßnahmen hinwiesen und diese dafür kritisierten. So spielte zum Beispiel Schauspieler Volker Bruch ironisch auf den einschüchternden Effekt der negativen Dauerberichterstattung der letzten Monate an, Schauspieler Jan-Josef Liefers bedankte sich sarkastisch bei den Medien dafür, dass diese kaum einen Disput über die Entscheidungen der Regierung zuließen. Tatort-Kommissarin Ulrike Folkerts forderte scheinbar euphorisch „immer mehr Maßnahmen, um endlich wieder ans Meer fahren zu können“ und bezog sich damit auf die Sehnsucht nach Normalität, die vermutlich viele teilen und die die meisten (fast) alle Vorgaben klaglos umsetzen lässt, in der Hoffnung, der Pandemie damit endlich Herr zu werden. Schauspieler Martin Brambach schließlich wies darauf hin, dass viele aktuell auf andere zeigen, diese zum Beispiel anfeinden, wenn sie sich an Vorgaben wie das Masketragen oder den Mindestabstand nicht halten und dies zugleich als Solidarität bezeichnen.

Großes Medienecho und Shitstorm

Die Aktion der Schauspieler erregte große mediale Aufmerksamkeit und erzeugte einen Shitstorm. Andere Schauspieler/innen distanzierten sich öffentlich von ihren Kollegen/innen, den 53 an der Aktion Beteiligten wurde Geschmacklosigkeit oder gar eine Verhöhnung der Covid-Opfer vorgeworfen und der Tagesspiegel ließ sich einen Seitenhieb nicht nehmen, dass es den Prominenten, die ihren Namen und ihr Gesicht für die Aktion zu Verfügung stellten, ja gar nicht so schlecht ginge, sie also jammerten, ohne wirklich von den finanziellen Einbußen betroffen zu sein, die viele Künstlerinnen und Künstler aufgrund geschlossener Veranstaltungsorte und abgesagter Engagements seit inzwischen über einem Jahr in Kauf nehmen müssen. 

Eine Seite, von der darüber hinaus lauter Applaus kam? Vertreter der AfD sowie Verschwörungstheoretiker verbreiteten die Videos und applaudierten deren Verfassern öffentlich

Distanzierung von der Aktion und öffentliche Entschuldigung

Inzwischen sind von den ursprünglich 53 Videos nur noch knapp 30 öffentlich abrufbar. Schauspieler/innen wie Heike Makatsch, Ken Duken, Meret Becker oder auch Ulrike Folkerts haben sich von der Aktion distanziert und zum Teil sogar öffentlich für ihre Teilnahme entschuldigt. Auf der Seite ist inzwischen ein Statement zu finden, in dem die Beteiligten sich klar von rechter Gesinnung und von Verschwörungstheorien abgrenzen und ihren Standpunkt vertreten: 

Wir leugnen […] nicht Corona oder stellen in Abrede, daß von der Krankheit Gefahr ausgeht und Menschen daran sterben. Vielmehr geht es uns um die Corona-Politik, ihre Kommunikation und den öffentlichen Diskurs, der gerade geführt wird. Wir üben Kritik mit den Mitteln von Satire und Ironie. Wenn man uns dafür auf massivste Art und Weise beschimpft und bedroht, ist das ein Zeichen, dass hier etwas ins Ungleichgewicht geraten ist.

Einen Absatz weiter werden die Initiator/innen der Aktion noch deutlicher:

Wir lassen uns auch nicht in eine Ecke stellen mit Rechten, Verschwörungstheoretikern und Reichsbürgern. Auch die AfD steht für alles, was wir ablehnen. Wenn man sich nicht traut, Selbstverständlichkeiten anzumahnen, weil man Applaus von der falschen Seite fürchtet, dann zeigt das allenfalls, daß der Diskurs in eine Schieflage geraten ist.“

Es gibt mehr als „dafür“ oder „dagegen“

Und ich muss sagen: ich gebe ihnen leider recht. Denn mich befremdet auch seit längerem, wie sich innerhalb der Diskussion über den politischen Umgang mit der Pandemie auch unter ganz „normalen“ und in keiner Weise radikalisierten Mitbürger/innen zwei Lager bilden. Für oder gegen die Maßnahmen zu sein – viel mehr scheint es in den Köpfen vieler gerade nicht mehr zu geben. Und wer wagt, diese auch nur zum Teil in Frage zu stellen, hat schneller den Stempel „rechts“ oder „Querdenker“ weg, als ihm oder ihr lieb ist. Mir ist das in Debatten innerhalb der sozialen Medien selbst schon so ergangen, obwohl ich – das kann ich wirklich, wie übrigens auch Jan-Josef Liefers es formuliert, sagen – mich niemandem ferner fühle als dem rechten Rand und abgedrehte Verschwörungsannahmen mit größter Skepsis betrachte. 

Was mich aber ebenso skeptisch und durchaus auch besorgt macht, ist, dass als Reaktion auf die #Allesdichtmachen-Aktion eben genau diese Zuschreibungen gegenüber den Beteiligten geschahen, bis hin zu öffentlichen Drohungen und sogar Forderungen nach einem Berufsverbot. Und dies nicht von irgendwelchen Spinnern, sondern z.B. von Garrelt Duin, Mitglied im WDR-Rundfunkrat, der auf Twitter forderte, der WDR möge die Zusammenarbeit mit Jan-Josef Liefers „schnellstens beenden“. Duin löschte den Tweet nach großem öffentlichen Protest schließlich und entschuldigte sich, aber es bleibt doch befremdlich, dass ein Mitglied des Aufsichtsgremiums eines öffentlich-rechtlichen Senders sich dermaßen gegen einen von diesem Sender engagierten Künstler positioniert.

Was darf Satire?

Drohgebärden, öffentliche „Selbstkritik“ der Beteiligten (wie es wiederum der Tagesspiegel formuliert) und der Ruf nach einem Verbot der Berufsausübung. Hiervon profitieren wirklich die, die keiner innerhalb unserer Demokratie guten Gewissens stärken sollte. Wenn sich die bürgerliche Mitte spaltet, lachen AfD, Reichsbürger und Konsorten. Und das ist dann bedeutend gefährlicher als eine Satire, die vielleicht manche befremdet, im Kern aber nur eines will: einen freien Diskurs, Austausch und Transparenz.

Oder, wie Kurt Tucholsky, selbst politischer Autor mit spitzer Feder, es bereits 1919 in seinem Essay „Was darf die Satire?“ formulierte: 

Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an. Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.[…] Es ist jedem unbenommen, einen Angriff für ungerechtfertigt und einen anderen für übertrieben zu halten, aber die Berechtigung eines ehrlichen Mannes, die Zeit zu peitschen, darf nicht mit dicken Worten zunichte gemacht werden. […] Was darf Satire? Alles.“

Ich stimme ihm zu. 

Sarah Zöllner (mutter-und-sohn.blog)

Die Autorin ist Lehrerin, freie Autorin und Mutter eines Babys sowie eines Kindergartenkindes. 

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Website der Aktion #allesdichtmachen

Ein guter Kommentar des Journalisten Georg Restle zu der Aktion in der Tagesschau vom 23.04.21.

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[Foto: Screenshot/t-online.de]

22 Gedanken zu „Was darf Satire? Ein Kommentar zur Aktion #Allesdichtmachen“

  1. Danke Sarah, für den differenzierten Beitrag. Ich konnte die Aktion mangels Zeit und Aufmerksamkeit gar nicht verfolgen, habe nur Informationsfetzen über der Tag aufgenommen und habe die Videos auch nicht alle gesehen. Es war schon erschreckend, wie schnell das in aller Munde war. Auch in meinem Kopf hatte ich ein Bild von dem Geschehen ohne es selbst gesehen zu haben.

    Die Stimmung eh ist schon so angespannt, wenn dann noch Schauspieler der ersten Reihe solche Positionen beziehen, dann ist das schon ein ordentlicher Schluck ins Feuer. Und den Vorwurf kann man ihnen schon machen, es nicht zu Ende gedacht zu haben.
    Sie sind halt nicht irgendwelche D-Promis, die ihr Geld auf TV-Inseln verdienen, sondern intelligente, preisgekrönte Personen der Öffentlichkeit. Vielleicht hätten sie selber klarer darstellen müssen, was das nun eigentlich war. Ein politisches Statement? Eine Manöverkritik? Satire? Ein Kunstprojekt? Eine Karikatur der Wutkultur? Ein Trick, um das billige Spiel der AfD zu entlarven? Es bleiben leider viele Interpretationsspielräume offen und die werden von denen ausgenutzt, die schnell reagieren können und sich bei all der Unruhe eh schon ins Fäustchen lachen.

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    1. Danke für deinen Kommentar! Ja, ich gebe dir recht: Unruhe gibt es genug und sie wird ja nicht nur durch Aktionen wie #allesdichtmachen geschürt, sondern z.B. auch durch Äußerungen von Medizinern wie Karl Lauterbach, die von vielen als Koryphäe wahrgenommen werden und immer wieder mit Schreckensmeldungen die Bevölkerung alarmieren. Dafür gab es zuletzt sogar öffentliche Kritik von 30 anderen Ärzten, die Lauterbach vorwarfen „extreme und irrationale Angst“ zu schüren und nicht deutlich genug zu machen, dass er nicht nur als Arzt, sondern auch als Politiker agiert (vgl. https://www.berliner-zeitung.de/news/aerzte-brief-an-lauterbach-trennung-der-arzt-rolle-von-politischer-betaetigung-li.153650).
      Was ich etwas schade finde: die Art, wie die Schauspieler/innen Kritik geübt haben, mag Geschmackssache sein, dass jetzt aber alle vor allem darüber reden, ob das Mittel der Satire angebracht war und kaum noch über die Inhalte, die sie damit transportieren wollten, finde ich persönlich schade. Tatsächlich werden Künstler/innen durch abgesagte Auftritte und seit Monaten geschlossene Veranstaltungsorte ja gerade massiv an ihrer Arbeit gehindert, bis hin zur Existenzbedrohung, während Industrie und Wirtschaft (fast) ungehindert weiterlaufen. Daran – und an der ausbleibenden Empörung darüber, ebenso wie an der überbordenden Empörung über die Kritik der 53 jetzt – ist meiner Meinung nach tatsächlich etwas gründlich schief…
      Viele Grüße, Sarah

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    2. Das Lauterbach-Thema ist mir jetzt mal egal, das ist ein anderes Thema. Dass sich Künstler äußern und ihren Unmut äußern ist ja auch in Ordnung. Aber sie sollen vorher erklären, was sie eigentlich bezwecken und wie die Zuschauer diese Aktion verstehen sollen. Dann wird das auch nicht falsch verstanden und wird von Populisten missbraucht. Wenn ich gerade eben bei YouTube nur mal ein “#“ eingebe und mir auf Platz 1 sofort dieser bekannte Hashtag präsentiert wird, über den sich alle aufregen, dann läuft doch da auch was falsch.

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    3. Hey T., bei diesem Punkt stimme ich dir leider nicht zu. Die Akteure sollen also die Verantwortung dafür übernehmen, dass Rechte und Verschwörungstheoretiker ihnen applaudieren? Dann müsste ich mich jetzt auch für diesen Post entschuldigen, wenn jemand aus der „Wir-sind-alle-von-Gates-gesteuert“-Ecke ihn liest und Beifall klatscht? Ich habe mir die meisten Videos angesehen. Ja, sie spielen mit der Provokation, aber – daher habe ich auch das Lauterbach-Thema erwähnt – wenn z.B. Volker Bruch ironisch sagt „Macht uns mehr Angst“, ist das meiner Meinung nach eine – durchaus gelungene – Satire auf das, was 30 Berliner Ärzte aktuell ebenfalls kritisieren. Wie Tucholsky sinngemäß sagt: Satire muss schmerzen, sonst ist es keine.

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    4. Hey Sarah, ich liebe Satire, schaue und lese viel davon. Von mir aus kann sie auch richtig „derb“ sein. Aber in dem jeweiligen Moment weiß ich, dass es Satire ist und höre trotzdem die tieferliegenden Botschaften heraus. Mir fehlte hier die Einordnung der Publizierenden, „was“ ihre Beiträge sein sollen und „welches“ Ziel sie verfolgen. Würde ich solche Statements von den Satirikern und Kabarettisten hören, würde ich vermutlich Beifall klatschen. Das Video von Hr. Bruch ist schauspielerisch gekonnt, aber ohne entsprechendes „Framing“ sehr irritierend. Mir gehts doch gar nicht um das „ob“, sondern nur um das „wie“.

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    5. Danke für die Erläuterung! Für mich war irgendwie klar (für viele offenbar nicht): das muss Satire sein – wenn auch durchaus mit darunter liegender realer Kritik. Diese Kritik kann ich sogar nachvollziehen, insofern, als dass ich die Berichterstattung über Covid-19 zum Teil ebenfalls als unnötig alarmierend empfinde (wobei ich, anders als Verschwörungstheoretiker, die Gefährlichkeit des Virus nicht verneine). Aber ich sehe es kritisch, über Furcht und Druck Menschen dauerhaft zu Solidarität und sozialem Engagement bewegen zu wollen.
      Und ich finde es, ehrlich gesagt, ein Armutszeugnis, wie in dieser Pandemie mit Kunstschaffenden (und übrigens auch mit Familien) umgegangen wird. Da ich viele der an der Aktion beteiligten Schauspieler/innen schon lange als intelligente und meines Wissens nach keineswegs fanatische Persönlichkeiten schätze, bin ich einfach davon ausgegangen, dass sie diese Kritikpunkte in satirischer Form zum Ausdruck bringen und eben NICHT wie Rechte pauschal gegen die Regierung hetzen oder, wie es ihnen jetzt vorgeworfen wird, gar die Opfer der Pandemie verhöhnen wollen.

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  2. Die Schauspieler wurden vorgeführt und müssen nun einschließlich dem Initiator für ihre Verunglimpfungen öffentlich Abbitte leisten. Religionen dulden eben keine Leugner und fordern die bedingungslose Unterwerfung.

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    1. Hm. Zum Glück sind wir von der bedingungslosen Unterwerfung ja ziemlich weit entfernt, bzw. können extrem froh sein, in einer Demokratie zu leben, in der Liefers und Co nach so einer Aktion eben nicht plötzlich verschwinden oder Berufsverbot erhalten, wie es in einer echten Diktatur wohl geschehen würde. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht sinnvoll ist, wachsam zu bleiben. Aber ich denke, solange Menschen wie Garrelt Duin, der quasi ein Berufsverbot für Liefers forderte, ebenfalls einen Shitstorm ernten, ist unsere Demokratie im Kern doch ganz stabil.

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  3. Wer seine Meinung äußert, darf mit Meinungen rechnen. Wenn er dann viele Meinungen bekommt, insbesondere gegenteilige Meinungen, darf man es aushalten.
    Ich habe den Diskurs auf Twitter verfolgt und auf Insta, in meiner Blase allerdings. Bedrohungen konnte ich keine lesen, mag es gegeben haben.

    Ich habe mir 4 der Filme angeschaut und dann abgebrochen.
    Satire okay, Sarkasmus und Ironie gerade zum jetzige Zeitpunkt empfand ich persönlich als entsetzlich. Ein Video hat mich sogar wütend gemacht.
    Jeder darf seine Meinung haben, fast jeden Tag demonstrieren Menschen für ihre „Freiheiten“, ich demonstriere weiterhin Empathie und Respekt. Jeder entscheidet für sich, hat seine Wahrheiten.
    Gut sie zu diskutieren, allerdings hat auch meine Toleranz und Bereitschaft zum Diskurs Grenzen.
    Ich werde weiter Münster Tatort schauen. Es bleibt allerdings etwas wie Ratlosigkeit zurück.
    Die Aktion hat polarisiert, denke es war der Sinn, aber unsere Gesellschaft ist gerade polarisiert genug.
    Mit der Reichweite der Schauspieler hätte man einen sinnigen, mit Argumenten und Lösungen inhaltlichen Diskurs führen können.
    Wenn ich etwas kritisiere, sollte ich eigene Lösungen anbieten. Leider bietet die Aktion nur sarkastische Kritik.
    Und ja, wir können auch in Deutschland alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sein lassen und schauen, was passiert.
    Mit Blick auf die indische, brasilianische Situation denke ich, man sollte diesen Weg nicht gehe.
    Ja, die Politik eiert rum, Politiker unterliegen den Interessen ihres Klientels, ihrer jeweiligen Wähler. Mir scheint, im Moment gibt ein Teil der Wirtschaft die Stichwörter vor.
    Wie auch immer🤷‍♂️.
    Jetzt wird über Shitstorm, Bedrohung etc. diskutiert, während auch in meiner Stadt die Lage sich zuspitzt und die I-Stationen an ihre Grenzen geraten. Dienstag sind die Schauspieler vergessen. Helfen wir denen, die es nötig haben.

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    1. Danke für deinen Kommentar, der meiner Meinung nach viele richtige und wichtige Punkte enthält. Ja, auch ich bin der Meinung, dass wir keine weitere Polarisierung brauchen, dass diese für unsere Gesellschaft sogar gefährlich ist. Wo Fronten verhärtet sind, tritt man nicht mehr in den Dialog, sondern redet nur noch übereinander und aneinander vorbei. Der Schritt zu gegenseitiger Abwertung ist dann nicht weit (und kann zum Beispiel von Rechten, die auf genau diese Spaltung setzen, instrumentalisiert werden).
      Allerdings wurde die Aktion doch unter anderem dadurch polarisierend, dass sie als Verhöhnung der Covid-19-Opfer interpretiert wurde und dass z.B. Rechte den Initiatoren öffentlich applaudiert haben. Und ich glaube den Schauspieler/innen, dass sie weder das Virus verharmlosen wollen, noch mit Rechts etwas am Hut haben.
      Ich bin allerdings auch der Meinung, wer kritisiert, sollte Lösungen bringen. Aber soweit ich das verfolge, gibt es für viele Probleme (in Schulen, in Kliniken, an kulturellen Veranstaltungsorten) durchaus praxisnahe Lösungsvorschläge, wie Schutz vor dem Virus und dennoch Bildung, gute ärztliche Versorgung und Pflege oder eben Kunst und Kultur möglich wäre. Nur gehört und umgesetzt werden diese Vorschläge scheinbar kaum. Ich kann verstehen, dass das zu Frust und je nach Naturell zu Resignation oder Wut führt.
      Wobei ich dir zustimme: die Lage ist ernst. Aber meiner Meinung nach nicht nur wegen der Pandemie, sondern auch wegen der sozialen Folgen, die deren Bekämpfung inzwischen mit sich bringt.

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    2. Ich muss zugeben das ist diese Filme als Verhöhnung empfinde, insbesondere den Film über die Atmung.
      Da ich aus eigener Erfahrung das Gefühl von Erstickung kenne, finde ich diesen Film für mich unerträglich.
      Meine Meinung.

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    3. Lieber Aquasdemarco, dieses Video habe ich selbst nicht mehr gesehen, da es am Wochenende schon nicht mehr auf der Seite der Aktion freigeschaltet war, daher kann ich dazu nichts sagen. Und ich weiß natürlich letztlich auch nicht, mit welcher Motivation die einzelnen Schauspieler an der Aktion teilgenommen haben. Zumindest steht inzwischen ja ein klares Statement gegen Rechts und gegen Verschwörungsmythen auf der Seite. Nein, Zynismus ist nicht angebracht. Da teile ich deine Meinung.

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    4. Ja, definitiv. Aber auch, warum so viele der Teilnehmenden sich so schnell wieder davon distanzierten, nachdem sie zuerst mitgemacht haben. Weil ihre Meinung nicht den Anklang fand, den sie sich erhofft haben? Oder wurden sie doch unter Druck gesetzt? Oder hatten sie schlicht nicht soviel Gegenwind erwartet? Dass das Ganze Wellen schlagen müsste, hätten sie als Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, ja eigentlich erwarten können.

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    5. Also ich glaube unter Druck wurde niemand gesetzt. Die Statements deuten eher darauf hin, dass sie geleimt wurden, zumindest sich nicht wirklich im klaren waren.
      Daher die Frage, wer steckt dahinter, Springer Presse feiert die Aktion ja regelrecht ab.

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    6. Es ist Wahlkampfjahr, es wird viele Themen geben, und da ein Politikwechsel anstehen könnte, werden die jeweiligen Lobbygruppen alles geben. Man darf gespannt sein, mit Popkorn und Limo.😉

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  4. Die „Querdenker“ wie Michael Ballweg, Ralf Ludwig, Bodo Schiffmann und Co. sind die neuen Arschlöcher – sie protestieren ohne Berührungsängste mit Rechtsradikalen, Rassisten und Gewalttätern gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung.

    Die so genannten Ballwegschen, Ludwigschen und Schiffmannschen Querdenker und ihre Follower sind aber keine Querdenker. Sie behaupten es bloß – ihr egoistischer, selbstherrlicher Antrieb ist im Gegenteil die Gruppenbildung mit ihrer ungesunden, Heimat verheißenden Wärme wie die von Nationalisten, die sich als Retter des Vaterlandes aufspielen.

    Es ist immer dasselbe: Stelle eine populistische, unbeweisbare Behauptung auf (zB das Vaterland ist gefährdet und alle anderen außer uns sind gleichgeschaltet) und inszeniere dich vor diesem Bühnenbild als rettende Totalopposition und zerstöre den Rechtsstaat, die freien Medien und die Demokratie.

    Die Ballwegschen, Ludwigschen und Schiffmannschen Querdenker sind die neuen Arschlöcher. Lasst uns alle diese Demokratiefeinde nachhaltig bekämpfen !

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    1. Lieber Herr Elser, ich schalte Ihren Kommentar gern frei. Und stelle gleichzeitig klar: ich halte nichts davon, andere Menschen zu „bekämpfen“ und pauschal als „Demokratiefeinde“ zu bezeichnen, weder von der einen noch von der anderen Seite. Das führt zu Spaltung und Radikalisierung und schwächt unsere Gesellschaft meiner Meinung nach gefährlich in einer Situation, in der möglichst viele Menschen von einer gemeinsamen Strategie gegen diese Erkrankung überzeugt werden sollten. Wer aber beginnt, ÜBER andere zu reden (und noch dazu pauschal abwertend), und das wieder von BEIDEN Seiten, holt sicher niemanden zu sich ins Boot. Statt Grabenkämpfen und Schuldzuweisungen brauchen wir echten Zusammenhalt und der kann meiner Meinung nach nur über einen offenen Dialog entstehen. Nicht alle, die die Maßnahmen (oder einen Teil der Maßnahmen) der Bundesregierung in Frage stellen sind Demokratiefeinde und erst recht sind nicht alle Nazis. Ich persönlich distanziere mich klar von Menschen, die unsere Demokratie in Frage stellen UND bin zugleich nicht mit allen Maßnahmen einverstanden (auch wenn ich sie dennoch einhalte). Es ist ja gerade ein Merkmal unserer Demokratie, dass ich das sagen kann, ohne mit Repressalien rechnen zu müssen. Und darüber bin ich sehr froh.

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