Gesellschaft, Politik

16. Mai – Internationaler Tag des friedlichen Zusammenlebens

Friedenstaube


Wusstet ihr, dass der 16. Mai ein ganz besonderer Tag ist? Der Internationale Tag des friedlichen Zusammenlebens. Passend dazu durfte ich an diesem Tag eine bemerkenswerte Veranstaltung erleben. Der Verein Hof Kultur e.V. hatte mich als Autorin zum Hoffest nach Mutterstadt eingeladen. Es wurde ein wirklich bereichernder Abend!

Wie viele Menschen erfüllt mich aktuell eine starke Sehnsucht nach einer „friedlicheren“, weniger konfliktreichen und vielleicht auch offeneren, vorurteilsfreieren Welt. Zugleich scheint eine solche Welt, zumindest, wenn man die täglichen Nachrichten verfolgt, in weite Ferne zu rücken. Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen weltweit, Regierungen, die, wie in den USA aktuell, ihren eigenen Bürger:innen mit Misstrauen und Repressalien begegnen, eine zunehmend aggressive und polarisierende Diskussionskultur und gesellschaftliche Gruppierungen, die statt miteinander fast nur noch übereinander sprechen.

Wie lässt sich diese Dynamik der Frontenbildung und Verhärtung auflösen? Wie kommen Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Geschlechts, wieder ins Gespräch miteinander – oder begegnen sich überhaupt zum ersten Mal?

Friedliches Zusammenleben = Unterschiede akzeptieren

Friedliches Zusammenleben bedeutet ja mehr als bloße Toleranz. Es bedeutet, Unterschiede anzuerkennen (und auch auszuhalten), respektvoll zu kommunizieren und auch dann im Gespräch zu bleiben, wenn Meinungen auseinandergehen.

Für Gespräche dieser Art braucht es Räume und Formate, die solche Begegnungen möglich machen. Und es braucht Menschen, die diese Räume schaffen und am Leben erhalten. In der Kleinstadt Mutterstadt bei Mannheim in Baden-Württemberg ist vor rund fünf Jahren ein solcher Raum entstanden: Der Verein Hof Kultur e.V. und das einmal im Jahr stattfindende Hof Kultur-Fest in Mutterstadt.

Ankündigung Hof Kultur Fest Mutterstadt


Dieses Jahr durfte ich mit dabei sein und als Autorin über einen kurzen Vortrag und ein Podiumsgespräch mit Elias Weinacht und Natalie Steinkönig als Mitglieder des Vereins sowie im Austausch mit den Gästen der gut besuchten Veranstaltung Impulse geben, wie ein solcher Dialog möglich sein kann. Ein Herangehen an die Welt, das nicht darin besteht, sich von allem abzugrenzen, was „anders“ ist, das aber durchaus anerkennt, dass die Auseinandersetzung mit Themen – und Menschen – die wirklich anders sind als wir, auch herausfordernd sein kann. Gerade, weil es eine urmenschliche Eigenschaft ist, sich in anderen gespiegelt finden zu wollen und unkompliziert Verbindung zu spüren.

Räume der Begegnung – um Offenheit zu üben

Wie aber lässt sich Verbindung, gegenseitige Wertschätzung und Gleichwertigkeit – sowie auf struktureller Ebene Gleichberechtigung – schaffen zwischen Menschen, die ganz unterschiedlich sind und damit auch unterschiedliche Bedürfnisse haben? Das ist eine Frage, die für politische Arbeit relevant ist, wenn es darum geht, wie Vielfalt – und damit eine echte Repräsentanz der Bevölkerung – in politischen Gremien erreicht werden kann. Es ist aber eine Frage, die noch viel weiter reicht. Denn wir bewegen uns täglich in einer Gesellschaft, die Gegensätze, Widersprüchlichkeiten und auch Konflikte aushalten muss. Und die zugleich ihrem im Grundgesetz verankerten Anspruch, die Gleichwertigkeit aller Menschen anzuerkennen und Gleichberechtigung aktiv zu fördern, auch angesichts dieser Herausforderungen gerecht werden will und muss.

In einer Zeit wachsender sozialer und politischer Spannungen ist die Fähigkeit, im Dialog zu bleiben, auch wenn das Gegenüber Dinge ganz anders sieht – oder überhaupt ganz anders ist – kein Ideal, sondern eine Notwendigkeit. Und diese Fähigkeit entwickelt sich nicht „einfach so“. Offenheit braucht Übung. Sie braucht den Raum, sich entwickeln zu dürfen. Sie braucht auch Schutzräume, in denen wir überhaupt unsere Gedanken und Ideen zeigen können. In denen wir auch mit unseren Vorbehalten, unseren Zweifeln und unserer – vielleicht berechtigten – Kritik da sein können.

Dogmatismus schließt Türen – Begegnung öffnet sie

Dogmatiker:innen und Demagog:innen verbindet eines: Sie schließen Türen. In einem dogmatischen Weltbild – egal welcher Ausrichtung – gibt es nur noch gut oder böse, richtig oder falsch. Es gibt diejenigen, die dazugehören und diejenigen, die anders sind und damit entsprechend dieser Weltsicht abzuwerten und im schlimmsten Fall aktiv zu bekämpfen sind. Dahinter steht oft die Angst, von dem, was anders ist, überrannt, in der eigenen Identität und Sicherheit in Frage gestellt zu werden.

Wollen wir eine andere Gesellschaft, eine Gesellschaft, die Verbindung und das Lernen durch den Austausch mit anderen möglich macht, eine Gesellschaft, in der wir fürsorglich und mit Blick auf das Wohl aller Menschen, die Teil von ihr sind, zusammenleben – dann brauchen wir den Raum, mit solcher Offenheit zu experimentieren. Wir brauchen Schutz- und Begegnungsräume, in denen wir Vielfalt im Kleinen begegnen können. So wird sie uns nach und nach auch im Großen nicht mehr überfordern.

Der Verein Hof Kultur scheint mir ein solcher Raum zu sein. Und das Hoffest in Mutterstadt am 16. Mai 2026 war es auf jeden Fall. Die Begegnungen und der Austausch mit den Menschen dort haben mir Mut gemacht!

Herzlichen Gruß, Sarah Zöllner (mutter-und-sohn.blog)

Die Autorin ist freie Journalistin, Autorin für Familien- und Gesellschaftsthemen sowie Mutter eines Kindergarten- und eines Grundschulkindes.

Mehr von mutter-und-sohn.blog?

Ja, du willst keinen Beitrag mehr verpassen!

Auch über die sozialen Netzwerke Facebook oder LinkedIn kannst du dich mit mir vernetzen. Mehr zu aktuellen Terminen und Projekten als Autorin erfährst du über Instagram.

Ich freue mich auf dich!

[Fotos: Hof Kultur e.V., Pixabay]

Hinterlasse einen Kommentar