Familie, Gesellschaft

Passend zum Frauen(streik)tag – Mein Kind kotzt

Schlafzimmer mit Bett und Plastikeimer


Der Ausklang des Frauentags am 8. März – und des „Frauenstreiktags“ einen Tag später – könnte passender nicht sein: mein jüngerer Sohn ist krank. Wer Kinder hat, weiß, dann wird Carearbeit von der Kür zur Pflicht. 

Vermutlich war es das Eis zuviel bei wunderbarem Sonnenschein gestern. Oder doch ein plötzlicher Magen-Darm-Infekt. Jedenfalls war die Nacht danach „im Eimer“. Zum Glück landete das Erbrochene alle 1,5 bis 2 Stunden dort und nicht auf Kleidung und Bettwäsche, unserer aller Geistesgegenwart sei dank. 

Dass ich heute – in einer der kurzen Schlafpausen meines erschöpften Jüngsten – genau darüber schreibe, ist irgendwie symptomatisch dafür, wie Mütter und Menschen, die Angehörige pflegen, den Frauentag allzuoft verbringen. Nämlich 24/7 gut beschäftigt und voll unter Strom. 

Ja, gestern, im Sonnenschein, hat sich das leicht und fröhlich angefühlt. Nachts und heute morgen, zwischen zerwühlten Decken und mit müdem Kopf und krankem Kind, schon eher nach echter Arbeit.

Nur: Tarifverträge, faire Entlohnung, Rentenpunkte nennenswerter Zahl oder auch schlicht öffentliche Anerkennung gibt es dafür nicht. Und das ist das eigentliche Thema, worüber wir an einem Frauenkampf- oder -streiktag sprechen sollten.

Statt dass wir als Frauen Geld für uns und unsere Familien verdienen können, statt uns zumindest stundenweise zu erholen oder uns auch nur auf unsere eigenen Themen konzentrieren zu können, tun wir genau eins: wir kümmern uns. 24/7. Aus Überzeugung, aus Liebe, aus Notwendigkeit. Jawohl. Und unter Rahmenbedingungen, die dieser riesigen Aufgabe und Verantwortung nicht im Ansatz gerecht werden. Das schlaucht und macht wütend. Es ist buchstäblich zum Kotzen. Insofern passt der Verlauf der letzten Nacht ganz gut…

Erzählt doch mal: Wie verbringt ihr den (Frauenstreik-)Tag heute?

Die Autorin ist freie Journalistin, Autorin für Familien- und Gesellschaftsthemen sowie Mutter eines Kindergarten- und eines Grundschulkindes.

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[Foto: privat]

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