alleinerziehend, Psychologie

„Du bist es wert und darfst es auch zeigen!“ Psychologin Caroline Uhl über Alleinerziehendsein, ihr neues Buch und die Kunst, sich als Mutter treu zu bleiben

Buchcover „Wer bin ich, wenn ich nicht alleinerziehend bin?“ von Caroline Uhl

Ein Exemplar kann ich an meine Leser/innen verlosen! Infos am Ende des Beitrages. NACHTRAG (02.11.): Das Buch ist jetzt verlost. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerin, sie ist bereits per Mail benachrichtigt.

Caroline Uhl ist Psychologin, Coach und alleinerziehende Mutter eines mittlerweile zweijährigen Sohnes. Als ihr Kind etwa ein Jahr alt war, hat sie ihr Buch „Wer bin ich, wenn ich nicht alleinerziehend bin?“ zu schreiben begonnen, das vor wenigen Tagen im Knesebeck-Verlag erschienen ist. „Ich wollte keinen klassischen Ratgeber schreiben. Mein Buch soll Impulse geben, aber keinen zusätzlichen Druck erzeugen im Sinn von „Mach das so!“, betont Caroline Uhl: „Stattdessen möchte ich dich dazu anregen, deinen eigenen Wert wieder zu entdecken und zu tun, was für dich stimmig ist. Auch mit der Anregung, wie ich selbst als Mutter meinen Weg bisher gegangen bin.“ Für mutter-und-sohn.blog habe ich mit Caroline Uhl über Ihre Erfahrungen als Alleinerziehende gesprochen und warum alleinerziehende Mütter ihr Buch mit Gewinn lesen können.

Liebe Caroline, „Wer bin ich, wenn ich nicht alleinerziehend bin?“ heißt dein aktuelles Buch. Der Titel legt nahe, dass das Alleinerziehendsein wie ein Stempel alle anderen Aspekte des eigenen Lebens überschatten kann. Du bist selbst alleinerziehend. Nimmst du das so wahr? 

Ich denke, die Situation von Alleinerziehenden ist sehr divers, auch abhängig davon, ob ich seit der Geburt meines Kindes alleinerziehend bin, ob ich durch eine Trennung oder den Tod meines Partners alleinerziehend wurde und auch, wie viele Kinder ich habe. Ich selbst bin seit der Geburt meines Sohnes alleinerziehend und kann natürlich längst nicht für alle Alleinerziehenden sprechen. Was ich jedoch wahrnehme, ist, dass der Begriff des Alleinerziehendseins nach wie vor vorurteilsbehaftet ist. Und das Muttersein an sich empfinde ich auch oft als sehr einnehmend. Mit meinem Buch möchte ich dem etwas entgegensetzen. Ich möchte zeigen: „Es darf leicht sein, ohne immer einfach zu sein. Und du darfst auch als alleinerziehende Mutter oder alleinerziehender Vater dein Leben so gestalten, dass es zu dir passt! Das hat viel mit dem (Wieder-) Entdecken der eigenen Identität zu tun und damit, sich selbst wertzuschätzen und im Alltag gut für sich zu sorgen.“

Worin siehst du die Nachteile, worin die Chancen des Alleinerziehendseins?

Ein gravierender Nachteil liegt sicher in den gesellschaftlichen Strukturen, die Alleinerziehende oft einfach nicht berücksichtigen oder sogar explizit benachteiligen. Das fängt an beim Steuerrecht, geht weiter bei häufig unzureichender Kinderbetreuung und reicht bis zu wenig familienfreundlichen Arbeitsmodellen. Darüber hinaus berücksichtigen Statistiken, die zum Beispiel das Armutsrisiko von Alleinerziehenden belegen, nicht die individuellen Lebensumstände alleinerziehender Mütter und Väter. So entsteht rasch ein sehr negativ geprägtes Bild, mit dem ich mich als Alleinerziehende erst einmal auseinandersetzen muss. Hierin sehe ich aber auch die Chance des Alleinerziehendseins: ich muss mich vielleicht zum ersten Mal damit auseinandersetzen, was ich wirklich brauche und lerne dabei, meine Bedürfnisse zu vertreten. Ich nenne das in Anspielung auf den Begriff Vereinbarkeit „Alleinbarkeit“. Wie gelingt es mir also, inmitten allem, was auf mich einstürmt, meinen ganz eigenen Weg zu gehen? Selbstfürsorge ist für Alleinerziehende kein nettes Extra, sondern essenziell, um im Alltag zu überleben. Und damit meine ich nicht, dass ich die Füße hochlege mit Gurken auf den Augen. Selbstfürsorge bedeutet, dass ich eigene Grenzen setzen und für mich einstehen darf. Dazu gehört auch, dass ich klar Nein sagen und Hilfe annehmen kann.

Warum sollte eine alleinerziehende Mutter oder ein alleinerziehender Vater dein Buch lesen? 

Das Buch kann dich unterstützen, wenn du den Impuls in dir spürst: „Ich möchte etwas anders machen!“, aber dich fragst, wie das in deinem ohnehin schon anspruchsvollen Alltag gehen soll. Um etwas zu verändern, muss ich mir erst einmal der Strukturen bewusst werden, innerhalb derer ich mich bewege. Und ich darf mir meines eigenen Wertes und meiner konkreten Fähigkeiten im Alltag bewusst werden. Hierbei kann mein Buch wertvolle Impulse geben: auf der Ebene der Haltung, wenn ich mich mit Themen wie Selbstwert, Individualität oder auch mit meinen bisherigen Beziehungen auseinandersetze – und bei der ganz praktischen Umsetzung, wenn es darum geht, wie bringe ich, was mir guttut, in meinen Alltag? Für mich gilt dabei immer: Ich weiß, auch als Psychologin und Coach nicht, wie es ist, ich weiß, wie es bei mir ist! Also habe ich keine Patentrezepte zu bieten, sondern vielmehr Anregungen und Impulse, die vielleicht auch dir in deiner konkreten Situation helfen können. 

Was rätst du als Coach und Psychologin Alleinerziehenden, um sich nach einer Trennung zwischen Kind, Beruf, Ex-Partner und sonstigen Verpflichtungen nicht zu verlieren? 

Du kannst dich immer fragen: Was ist genug? Statt also 100 Prozent leisten zu wollen – und das möglichst in allen Bereichen -, kannst du lernen, wieder mehr in Kontakt zu dir selbst zu kommen. Hilfreich kann auch sein, sich zu fragen: „Was möchte ich eigentlich meinen Kindern vorleben? Was für eine Mutter, was für ein Vater möchte ich für sie sein?“ Oft hilft es schon, eine andere Perspektive einzunehmen, um das eigene Leben neu auszurichten. Für mein Buch habe ich auch Expertinnen und Experten befragt, die sich zu Themen wie Beziehung, Sexualität oder auch Partnersuche äußern. Mir geht es darum, dich als Mutter – oder Vater – in den Mittelpunkt zu stellen. Also weniger den Kampf gegen gesellschaftliche Strukturen aufzunehmen, als zu schauen, wie kannst du innerhalb des Systems, das dich umgibt, ein gutes Leben führen? Was gibt es vielleicht auch für Alternativen zu deiner bisherigen Art, dein Leben zu gestalten? Es muss nicht alles simpel sein – und trotzdem kannst du dein Leben genießen, auch als Alleinerziehende. Wenn du nur deinen Ruf zu verlieren hast, dann wird ihn weg und lebe dein Leben. Nicht umgekehrt!“

Caroline Uhls Buch „Wer bin ich, wenn ich nicht alleinerziehend bin?“ erschien am 20. Oktober 2022 im Knesebeck-Verlag. Es ist für 20 Euro überall im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-95728-659-8). 

Ihr wollt ein Exemplar gewinnen? Verlosung hier auf mutter-und-sohn.blog!

Exemplare des Buches „Wer bin ich, wenn ich nicht alleinerziehend bin?“ von Caroline Uhl


Ein Exemplar des Buches „Wer bin ich, wenn ich nicht alleinerziehend bin?“ könnt ihr direkt hier im Blog gewinnen. Schreibt dazu unter diesen Beitrag in die Kommentare, was euch selbst (als Alleinerziehende) im Alltag stärkt und warum ihr glaubt, dass Carolines Buch genau richtig für euch ist! 

Kommentare, die bis einschließlich 31.10.22, 24 Uhr hier im Blog eingehen, nehmen an der Verlosung teil. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinnerin oder den Gewinner benachrichtige ich Anfang November 2022 per Mail.

Herzlich, Sarah Zöllner (mutter-und-sohn.blog)

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[Foto: Knesebeck-Verlag; ich danke dem Verlag für zwei Buchexemplare zu Rezensionszwecken und Verlosung sowie Autorin Caroline Uhl für die Zeit, die sie sich für unser Gespräch genommen hat.]

32 Gedanken zu „„Du bist es wert und darfst es auch zeigen!“ Psychologin Caroline Uhl über Alleinerziehendsein, ihr neues Buch und die Kunst, sich als Mutter treu zu bleiben“

  1. Mich stärkt immer wieder der Gedanke im Hier und Jetzt zu bleiben. Einfach im Moment sein und schauen, was sich daraus ergibt. Das nimmt aber auch Raum für große Pläne. Das Buch kann mir helfen mich mehr mit dem Thema Sexualität und auch Kontrolle loslassen auseinanderzusetzen.

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  2. Ich freue mich sehr über dieses Buch, da ich mir vorstelle, dass es mir hilft den Stempel der Alleinerziehenden nicht auf mir haften zu lassen, zuzulassen, dass ich viel mehr bin und immer wieder den Blick auf mich zu richten, um geerdet für mein Kind und mich selbst da zu sein.

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  3. Mich stärkt das Lächeln meines Kindes und das Vertrauen welches sie mir schenkt, egal in welcher manchmal doch besch… Phase sie gerade steckt und auch wenn wir uns streiten. Für mich gibt es kein schöneres Seelenheil als dann zu hören: „Mama, ich lieb‘ dich dolle bis zum Mond.“ 🙂

    Das Interview mit der Autorin hat mich für das Buch überzeugt, da ich es sehr wichtig finde, das auch mal eine alleinerziehende Mama Tacheles redet, dennoch auch Wege aufzeigt, wie man die Waage und den Spagat noch besser schafft, ohne sich selbst zu verlieren.

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  4. Alleinerziehend zu sein ist okay. Meine Söhne sind so wertvoll, das Wertvollste, was ich habe. Ihr Dasein, ihr Lächeln, ihre Liebe ist so nett. Das stärkt mich und gibt mir jeden Tag aufs neue Kraft. Das Buch wäre im Gewinnfall klasse. Würde mich sehr freuen. Danke.

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  5. Ich bin seit der 13 Ssw alleinerziehend. Für mich beginnt es schon eher, weil ich ab dem Moment, als ich alleine war, auch alle Entscheidungen alleine treffen musste (Kinderzimmer herrichten, Vorsorgeuntersuchungen)
    Was mich immer stärkt, ist meine bewusste Entscheidung für meine Tochter. Ich habe mich damals bewusst entschieden, sie zu bekommen.
    Aber ich bin nicht nur Mutter, sondern studiere, arbeite, kümmere mich um mein Haus und den Garten, bin Freundin, etc. Oft bleibt man selbst auf der Strecke und man muss immer wieder daran arbeiten, sich nicht zu vergessen.

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  6. Hallo Sarah,
    ich bin nicht alleinerziehend, befasse mich aber gerade sehr mit dem Thema, weil sich meine Freundin – die zwei Töchter im Grundschulalter hat – im Trennungsjahr befindet.
    Es ist schon eine große Herausforderung, den Alltag als Berufstätige mit zwei Kindern zu stemmen, sowohl organisatorisch als auch emotional. Dabei ist es sehr wichtig, auch für sich selber Freiräume zu schaffen, damit man nicht untergeht. Ich hoffe sehr für meine Freundin, dass sie das alles packt und sich dabei nicht verliert oder noch schlimmer gesundheitliche Rückschläge erleiden wird.
    Danke für die Buchverlosung. Ich würde mich sehr darüber freuen und es selbstverständlich meiner Freundin schenken. Sie kann es gut gebrauchen.
    Ein wichtiges Thema. Ich ziehe meinen Hut vor allen Alleinerziehenden! 🙂

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  7. Ich würde das Buch gern für eine (unfreiwillig) alleinerziehende Freundin gewinnen, der nun die Pubertät ihrer Kinder bevorsteht, um ihr ein paar Tipps zukommen zu lassen, wie sie angesichts ihrer „Mamapflichten“ sich selbst nicht ganz vergisst.

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  8. Ich bin mal so ehrlich: mich stärkt nichts wirklich. Ich wuppe alles, weil ich es muss und es keine andere Option gibt. Es ist eher ein Abarbeiten aller Pflichten, wo sogar da am Ende des Tages immer noch etwas übrig bleibt. Methoden zur Selbststärkung habe ich bisher mangels Zeit und Kraft nicht gefunden und genau um das (mit etwas Ansporn „von außen“) zu erreichen, würde ich mich über das Buch freuen.

    Danke auch, dass du den Buch und der Autorin eine Plattform bietest. Ich finde, das ist ein so wichtiges Thema!

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  9. Mich stärkt es im Alltag immer wieder an mein Netzwerk zu denken und daran, dass ich nicht immer alleine bin und um Hilfe bitten darf.
    Mit dem Buch würde ich mich gerne mehr mit meinen Werten und auch Grenzen auseinander setzen und schauen, wie es sein kann, wenn ich nicht immer 100% gebe.

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  10. Ich bin alleinerziehende Mama von zwei wunderbaren noch kleinen Kindern seit 4 Jahren. Das Leben hat sich sehr verändert seither, ist echt teils hart geworden. Was mich aber immer wieder stärkt, sind die Umarmung oder die lieben Worte meiner Kinder, die mir sagen, dass sie mich lieb haben und keine andere Mama haben wollten als mich. Das gibt mir den Impuls und die Kraft , dass ich weitermache (weitermachen muss). Ideen, Gedanken, Perspektivwechsel wären toll aus dem Buch heraus zu bekommen. Ich merke wie schnell man sich selbst immer wieder hinten anstellt.. Danke fürs Teilen!

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  11. Ich bin seit dem positiven Schwangerschaftstest und meiner Entscheidung gegen eine Abtreibung komplett alleinerziehend. Das kleine Äffchen ist nun 12 Wochen alt und es ist schon echt hart und teilweise grenzwertig, aber ich habe definitiv die richtige Entscheidung getroffen! Auf das Buch und Caroline bin ich über Instagram aufmerksam geworden und bin sehr neugierig auf ihren positiven Ansatz!

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  12. Mich stärkt es sehr alleine mit 3 Kindern, mich auszutauschen. Input zu bekommen, wir andere es meistern. Mal besser, mal schlechter. Aber auch wenn das ‚teilen‘ es nicht unbedingt leichter macht – es gibt einem zumindest das Gefühl, nicht alleine mit allem zu sein. Daher hoffe ich auf viel Input aus diesem Buch, das sehr vielversprechend klingt.

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  13. Mich stärkt mich immer wieder daran zu erinnern, was ich schon alles geschafft habe. Mich für dieses Kind entschieden, es allein ausgetragen und seit 5 Monaten nonstop um seine Bedürfnisse gekümmert. Das hätte ich mir vor zwei Jahren niemals zugetraut, vor einem Jahr hat es mir noch Angst gemacht und heute bin ich mega stolz, wie gut ich alles hinbekomme.

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  14. Mich stärkt im Alltag der Rückhalt durch sehr gute Freunde. Ich erhoffe mir von dem Buch Inspiration, damit ich die Vergangenheit endlich hinter mir lassen kann und das neue Leben endlich starten kann.

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