Gesellschaft, Hochsensibilität, Persönliches

Pfingsten: Das Fest des Geistes und der Verständigung

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Wenn dir einer die „Wahrheit“ sagt und behauptet, es sei die einzige – dann lügt er.

Heute morgen habe ich einen Blogbeitrag über meine Arbeit als Lehrerin veröffentlicht und darin einen Moment beschrieben, der mir bewusst machte, warum ich meinen Beruf auch nach fast zehn Jahren noch liebe. Den Beitrag findet ihr hier.

Fast zeitgleich erhielt ich über einen Newsletter die Gedanken des selbständigen christlichen Priesters Christoph Schmidt zu den Pfingstfeiertagen, die ich hier zitieren will, da sie mich unmittelbar berührt haben:

Pfingsten ist das Fest, an dem wir immer wieder neu das Einhauchen des Lebens in uns feiern können, seit unserer Zeugung und Geburt an. Die Geistkraft macht uns un-teilbar zu dem und der, der und die wir sind. In-dividualität heißt Un-teilbarkeit, Einzig-artigkeit.

Das ist für mich die Grundlage der Würde jedes einzelnen Menschen, Grundlage des Respekts voreinander und der Menschenrechte. Kein Mensch hat mehr Geistkraft als ein anderer, keiner Herrschaft über andere, keiner Wahrheit, die andere nicht hätten. Die Verschieden-artigkeit ist das Geschenk des Gottesgeistes.

Zugleich schenkt er uns die Fähigkeit der Empathie, des Redens in der Sprache der anderen, des Verstehens: Auf der tiefen innwendigen Seelenebene sprechen wir alle die gleiche Sprache und können uns verstehen, ohne Worte, können eine spirituelle Verbindung haben.

Beides wahrzunehmen, zu nutzen, ein Leben lang einzuüben und in unseren Begegnungen zur Grundlage zu machen, ist die Einladung des Pfingstfestes.

Diese Gedanken berühren mich sehr. Auch ich bin der Meinung: Echte Verständigung sowie echtes Leben, Lernen und Lieben ist nur dort möglich, wo wir präsent sind mit offenem Herzen und ohne Dogmatik. Jede Wahrheit, die missbraucht wird, um über andere zu urteilen und sie auszuschließen, muss in gewisser Weise zur Lüge werden. Genau daran kann uns meiner Meinung nach Pfingsten, Fest des Geistes und der Verständigung, erinnern.

In diesem Sinn glückliche Pfingsttage euch allen und herzlichen Dank fürs Mitlesen, Mitdenken und Kommentieren hier im Blog!

Sunnybee

[Foto: Pixabay]

4 Gedanken zu „Pfingsten: Das Fest des Geistes und der Verständigung“

  1. Sehr schön und wahr formuliert, die Worte des Herrn Schmidt. Da stimme auch ich als atheistisches Heidenkind aus ganzem Herzen zu. Empathie, Kommunikation, das Zulassen einer Verbindung und das Bemühen um gegenseitiges Verständnis verstehe auch ich als den Sinn von Pfingsten, das mir ansonsten so unglaublich abstrakt vorkommt.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Lea,
      schön, dass du das auch so siehst, ganz ohne (biblisches) Pfingstbrimorium a la „in Zungen reden“. So übersetzt wurde mir der Sinn dieses Feiertags auch wieder deutlich. Somit also schöne Tage der Verständigung dir!🙂 Herzlichen Gruß, Sunnybee

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    1. Liebe Christina,
      ich komme erst jetzt dazu, deinen Text wirklich in Ruhe zu lesen. Danke für den Link! Ich finde deine Erinnerung, die du anlässlich des Pfingstgottesdienstes teilst, sehr berührend. Ich habe selbst vor Jahren einmal nach einem Todesfall in meiner engen Familie eine ähnliche Erfahrung machen dürfen. Auf diese Weise wird der Gottesdienst tatsächlich zur Begegnung mit etwas Größerem. Wie schön, dass du so gute Freund/innen hast!
      Herzlichen Gruß, Sunnybee

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